Dolomit
engl. Dolomite
Nach dem französischen Mineralogen D. de Dolomieu (1750–1801)
Formel  
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
CaMg(CO3)2
Carbonate
farblos, weiß, gelblich, bräunlich, rötlich
weiß
Glasglanz, Spaltflächen Perlmutterglanz
durchsichtig bis durchscheinend
3,5 – 4
2,85 g/cm³
vollkommen
spätig

trigonal
trigonal-rhomboedrisch
Dolomit aus Navarra in SpanienLupe
Eigenschaften
Varietäten
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Dolomit auf Chalkopyrit
Lupe
Dolomit auf Chalkopyrit aus Herja in Rumänien
Dolomit auf Calcit
Lupe
Dolomitkruste auf Calcit, Laki Mine, Bulgarien
Dolomit
Lupe
Dolomit aus der Grube Lengenbach im Binntal
Dolomit mit Sphalerit vom Schauinsland, Schwarzwald
Lupe
Dolomit auf Sphalerit, Schauinsland, Schwarzwald
Dolomit
Lupe
Dolomit, Hartenstein, Erzgebirge, Sachsen
Eigenschaften

Der Dolomit ist ein dem Calcit ähnliches Mineral, das ebenfalls zu den Carbonaten gehört, aber noch ein Magnesium-Ion im Kristallgitter eingebaut hat. Als Dolomit bezeichnet man auch ein Gestein, das etwa 90% des Minerals Dolomit enthält. Im Gegensatz zum Calcit braust der Dolomit viel weniger auf, wenn man Salzsäure dazugibt. Der Dolomit ist spröder als der Calcit. Er löst sich in kalter Salzsäure langsamer und in erwärmter dafür schneller auf. Der Dolomit schmilzt nicht vor dem Lötrohr, er wird aber rissig.


Varietäten und Pseudomorphosen

Die rosa Farbe beim Kobaltdolomit wird durch Cobalt-Ionen erzeugt. Dolomit kommt pseudomorph nach Calcit und nach Aragonit vor.


Kristallformen und Wachstum

Das Mineral kristallisiert nach dem trigonalen System, die Kristalle werden aus Basispinakoid, Prismen und Rhomboeder gebildet. Es kommen auch körnige, spätige, dichte oder porige Aggregate vor. Die Rhomboeder erscheinen oft gekrümmt, auch Zwillinge sind bekannt. Dolomit wächst gerne auf Calcit und bildet darauf krustige Überzüge. Auch mit dem Chalkopyrit, dem Magnesit oder dem Aragonit ist der Dolomit häufig vergesellschaftet.


Geschichte

Die Namensgebung des Dolomits erfolgte im Jahr 1792 durch den Schweizerischen Mineralogen Horace-Bénédict de Saussure (1740–1799), der das Mineral nach dem französischen Mineralogen Déodat de Dolomieu (1750–1801) benannte. Die alte Bezeichnung „Bitterspat“ ist heute nicht mehr geläufig.


Vorkommen

Das Mineral Dolomit ist weltweit verbreitet. Die Dolomiten in Südtirol sind aus Dolomit und Calcit aufgebaut. Der Dolomit ist dort ein gesteinsbildendes Mineral. Die besten Mineralien-Stufen für Sammlungen kommen aus Azcarate bei Eugui in der spanischen Provinz Navarra. Die Rhomboeder von dort haben scharfe Kanten, sie können durchscheinend, verzwillingt und bis zu zehn Zentimeter Kantenläge erreichen.

In Deutschland findet man sammelwürdigen Dolomit zum Beispiel am Schauinsland. Die besten Stufen von dort kommen aus dem Kapplerstollen: Die hellen Dolomitkristalle sitzen auf massiver, schwarzer Zinkblende. Auch im Erzgebirge findet man das Mineral fast überall. Der helle, körnige Dolomit aus der Grube Lengenbach im Schweizer Binntal ist fast überall mit golden glänzendem Pyrit durchzogen. Darin befinden sich auch zahlreiche andere Mineralien wie der rote Realgar oder die gelbe Honigblende, eine seltene Varietät der Zinkblende. Es kommen im Binntal auch kleine, glasklare Dolomitkristalle vor, die meistens verzwillingt sind. Der gelbliche Dolomit aus Herja in Rumänien sitzt schön kontrastierend auf golden glänzendem Chalkopyrit, der manchmal auch farbig angelaufen ist. Die bekannten Calcite und Quarze aus der Laki Mine in Bulgarien sind häufig mit Dolomit als Sekundärmineral überzuckert.


Verwendung

Das Gestein Dolomit dient als Baustoff für Schotter und feuerfeste Steine, und man benötigt es als Flussmittel bei der Roheisenerzeugung. Gut ausgebildete Kristalle des Minerals werden von Mineraliensammlern gesammelt.
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