Volumenbestimmung
Bei Gasen oder Flüssigkeiten werden
die im Labor benötigten Stoffportionen vorzugsweise in Volumenmengen
bestimmt. Das Volumen wird nach dem SI-Einheiten-System von der Basisgröße
Länge abgeleitet. Die Einheit des Volumens ist der Kubikmeter (m³)
oder der Liter (l):
1000 Liter = 1 Kubikmeter (m³)
1000 Milliliter (ml) = 1 Liter (l) = 1000
Kubikzentimeter (cm³)
Aufnahme von Flüssigkeiten und
Volumenbestimmung
Laborgeräte wie Bechergläser
oder Erlenmeyerkolben sind mit einer Volumenkennzeichnung versehen, die
sich zum groben Abmessen von Flüssigkeiten eignet. Bei genaueren Messungen
benötigt man Messgeräte, wie Messzylinder, Messpipette oder Messkolben.
Messzylinder sind in den Größen von 10ml bis 2 Liter
erhältlich. Sie ermöglichen das Ablesen von Flüssigkeitsmengen
mit einer Genauigkeit von bis zu 0,1ml. Das genaue Befüllen erfolgt
mit einer Tropfpipette, Luftblasen entfernt man durch vorsichtiges Klopfen
an der Glaswand. Die Oberfläche des Flüssigkeitsspiegels im Messzylinder
bildet einen (gebogenen) Meniskus. Zum genauen Ablesen zieht man eine Tangente
in Augenhöhe zur Messskala:
Eine wesentlich genauere Ablesung ist
mit den Messpipetten möglich. Die üblichen Größen
von 1ml bis 25ml ermöglichen eine Ablese-Genauigkeit von bis zu 0,01ml.
Bei den Vollpipetten kann immer nur eine bestimmte Flüssigkeitsmenge
dosiert werden, dann allerdings mit sehr hoher Genauigkeit.
Das Ansaugen der Flüssigkeit bei den
Pipetten erfolgt niemals mit dem Mund, sondern immer mit Hilfe von Gummisaugern
oder speziellen Pipettenhelfern. Der Peleusball ist ein mit Ventilen
versehener Gummiball, der das exakte und gefahrlose Aufsaugen und Auslaufenlassen
von Flüssigkeiten ermöglicht. Zum Ansaugen drückt man Ventil
a und den Gummiball zusammen. Durch Drücken von Ventil b wird die
Flüssigkeit bis zur gewünschten Markierung angesaugt. Das Auslaufenlassen
erfolgt durch Drücken von Ventil c. Bei der pi-pump kann ein
Kolben aus Kunststoff über ein Zahnrad mit Hilfe eines Rädchens
(a) bewegt werden. Durch Drücken der Klappe b wird die Pipette entleert:
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Peleusball
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pi-pump
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Messkolben werden zum Herstellen
molarer Maßlösungen benötigt. Sie sind in den Größen
von 10ml bis 2 Liter erhältlich. Alle Messkolben sind auf eine Temperatur
von 20°C geeicht und lassen aufgrund ihrer engen Hälse eine äußerst
genaue Volumenbestimmung zu. Zur Herstellung einer Maßlösung
füllt man den Messkolben zunächst zur Hälfte mit dem Lösungsmittel
und gibt dann die notwendige Menge des zu lösenden Stoffes hinzu.
Findet eine Erwärmung statt, muss man bis zur Abkühlung warten.
Dann wird mit dem Lösungsmittel bis zu Eichmarke aufgefüllt.
Büretten werden in der Maßanalyse
benutzt, um z.B. mit Hilfe einer Neutralisation
die Konzentration einer Säure oder einer Lauge zu bestimmen (Näheres
siehe unter >Titration).
Aufnahme von Gasen
und Volumenbestimmung
Soll das Volumen eines Gases nicht bestimmt
werden, dann kann man es einfach in ein Reagenzglas oder in einen Standzylinder
einleiten. Bei Gasen mit geringerer Dichte als Luft, z.B. bei Wasserstoff,
zeigt die Öffnung des Auffangbehälters nach unten. Bei Gasen
mit größere Dichte als Luft zeigt die Öffnung nach oben,
z.B. bei Sauerstoff oder Kohlenstoffdioxid.
Um einen Verlust durch Luftströmungen zu vermeiden, empfiehlt sich
eine Abdeckung des Behälters, z.B. durch eine Glasplatte.
links: Auffangen eines
Gases mit höherer Dichte als Luft
rechts: Auffangen eines
Gases mit geringerer Dichte als Luft
Bei einer Volumenbestimmung ist zu berücksichtigen,
dass Gase bei unterschiedlicher Temperatur und Druck verschiedene Raumgrößen
einnehmen. Daher kann die selbe Masse an Gas unterschiedliche Volumina
besitzen.
Eine einfache Form zum Messen von Gasvolumen
stellt ein Messzylinder dar, der zum pneumatischen Auffangen von Gasen
verwendet wird (siehe Abbildung). Es kann dafür auch ein Eudiometerrohr
oder eine Glocke mit Mensur verwendet werden. Für das pneumatische
Auffangen der Gase sind auch Einsätze aus Kunststoff für die
pneumatische Wanne erhältlich. Die Müllersche Gasmessglocke wird
in einen mit Wasser gefüllten Standzylinder getaucht und mit einer
Halteklammer befestigt.
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pneumatisches Auffangen
eines Gases
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Müllersche Gasmessglocke
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Als Sperrflüssigkeit wird in der
Schule in der Regel nur Wasser eingesetzt. Dabei ist zu beachten, dass
sich Wasser als Sperrflüssigkeit nicht zum Auffangen von Gasen eignet,
die sich gerne in Wasser lösen oder mit Wasser reagieren, z.B. Ammoniak,
Chlorwasserstoff oder Schwefeldioxid.
Zur Herabsetzung des Lösevermögens, z.B. beim Auffangen von Ethin,
Kohlenstoffdioxid, oder Schwefelwasserstoff
kann der Sperrflüssigkeit Natriumchlorid
zugegeben werden. Wasser ist für Wasserstoff,
Sauerstoff, Stickstoff
oder Kohlenstoffmonoxid gut geeignet.
Der Hofmannsche Wasserzersetzungsapparat
ist ein Gerät zur elektrolytischen Zerlegung von Wasser. Die entstehenden
Gase sammeln sich in den beiden Messrohren und können mit Hilfe eines
Hahns entnommen werden. Die Messrohre sind als Gasmessrohre auch einzeln
erhältlich.
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Hofmannscher
Wasserzersetzungsapparat
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Gasmessrohr
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Gasometer
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Sehr gebräuchlich sind auch Geräte
zum trockenen Auffangen von Gasen. Dies hat den Vorteil, dass die Gase
nicht mit Wasser reagieren oder sich darin lösen. Beim Gasometer drückt
das einströmende Gas einen Kolben nach oben. Mit diesem Gerät
können Gasmengen von bis zu einem Liter aufgefangen und aufbewahrt
werden.
Kolbenprober
Der Kolbenprober ist eine Gasspritze,
die üblicherweise in den Größen 50ml und 100ml erhältlich
ist. Er ermöglicht eine Ablesungsgenauigkeit von bis zu 0,5ml und
wird mit einem vorgeschalteten Hahn geliefert. Beim Arbeiten mit einem
Kolbenprober sind besondere Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz des Geräts
einzuhalten:
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Der Kolbenprober wird waagerecht in ein Stativ
gespannt, es dürfen nur passende Klemmen verwendet werden.
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Empfehlenswert sind auch spezielle Haltevorrichtungen
("Kolbenproberhalter").
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Beim Auffangen der Gase ist darauf zu achten,
dass der Kolben nicht herausfällt.
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Der Lauf des Kolbens ist während der
Gasentwicklung durch Drehbewegungen zu unterstützen.