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| Stoffe Kaliumiodid, Iod, Stärke löslich, Eiswürfel, Blei(II)-nitrat, Calciumchlorid, evt. Trockeneis |
| Geräte 20 Cent-Münzen, Spielfeld mit Holzlatten, mehrere Reagenzläser 18x180mm, zwei starkwandige Reagenzgläser ca. 12x200mm mit Stopfen, zwei Winkelrohre, Y-Rohr und Schlauchverbindungen, Reagenzglashalter, zwei 100ml-Bechergläser, Rührstäbe, Spatel, Pipette, Waage, zwei 600ml-Bechergläser, Heizplatte, Brenner, Thermometer, Stativ mit Halterungen, Overheadprojektor |
| Sicherheit |
Durchführung:
Ein ca. 2x1m großes Spielfeld wird mit
vier Holzlatten umrahmt und in der Mitte durch eine Linie in zwei Felder
aufgeteilt. Zwei Spieler erhalten je zehn 1-Cent-Münzen. Sie versuchen,
die Münzen in das gegnerische Spielfeld zu rollen. Werfen oder schieben
ist nicht erlaubt. Wer nach einer bestimmten Zeitspanne weniger Münzen
in seinem Feld hat, gewinnt das Spiel.
Beobachtungen:
Sind die Spieler gleich geschickt, bleibt
die Zahl der Münzen in den beiden Feldern etwa gleich. Ist ein Spieler
wesentlich geschickter, dann nimmt die Zahl der Münzen auf seinem
Feld relativ schnell ab. Allerdings besitzt er dann auch weniger "Nachschub",
was zu einer selbstregulierenden Korrektur führt.

Variationen:
Es eignen sich auch Spiele in der Turnhalle,
z.B. mit Tennisbällen oder mit Fußbällen und einem Netz
zur Spielfeldtrennung. Es kann dann ausprobiert werden, was mit dem Gleichgewicht
passiert, wenn ein Fußballer gegen einen Laienfußballer oder
ein Tennisspieler gegen einen Nicht-Tennisspieler antritt.
Demonstration
2 Iod-Iodstärke-Gleichgewicht
Vorbereitende
Arbeiten: Durch das Auflösen
von 0,5g löslicher Stärke in 100ml Wasser stellt man eine 0,5%ige
Stärkelösung her. Danach werden 0,2g Kaliumiodid in 10ml Wasser
gelöst und mit 0,1g Iod versetzt. Nun füllt man auf 100ml auf
und erhält eine 0,3%ige Iod-Kaliumiodid-Lösung. In einem 600ml-Becherglas
werden 500ml Wasser auf 60°C erhitzt.
Durchführung:
1.) Zwei Reagenzgläser
werden zu einem Drittel mit der verdünnten Stärkelösung
gefüllt und mit jeweils gleich vielen Tropfen Iod-Kaliumiodid-Lösung
versetzt, so dass eine Blaufärbung auftritt. Die Blaufärbung
bleibt nach dem Schütteln bestehen.
2.) Ein Reagenzglas wird
in das 60° warme Wasserbad gestellt. Danach vergleicht man die Färbung
der warmen Lösung mit der Färbung der kalten Lösung.
3.) Beim Abkühlen
der warmen Lösung findet ebenfalls ein Farbeffekt statt, der genau
beobachtet wird. Das Abkühlen kann durch das Halten des Reagenzglases
unter einen Strahl kaltes Wasser beschleunigt werden.
Theorie:
Iod reagiert
mit Stärkelösung unter Bildung
einer Blaufärbung. Die Reaktion beruht auf dem Einbau von Iodatomen
in die Kettenmoleküle der Stärke, wobei Iodstärke entsteht.
Die Reaktion verläuft exotherm unter Wärmeabgabe. Anhand der
Färbungen kann die Lage des Gleichgewichts beurteilt werden. Nach
dem Prinzip von Le Chatelier, weicht das chemische Gleichgewicht bei einer
Erwärmung dem ausgeübten Zwang aus. Eine Erwärmung begünstigt
also die endotherme Teilreaktion und das Gleichgesicht verschiebt sich
in Richtung der Ausgangsstoffe (auf dem Bild rechts). Beim Abkühlen
nimmt die exotherme Teilreaktion wieder zu und die Bildung der Iodstärke
wird wieder begünstigt (auf dem Bild links).
Demonstration
3 Stickstoffdioxid-Distickstofftetroxid-Gleichgewicht
Vorbereitende
Arbeiten: Diese Arbeiten
dürfen nur in einem gut ziehenden Abzug durchgeführt werden!
Stickstoffdioxid nicht einatmen! Die Datenblätter zum Stickstoffdioxid
und zum Blei(II)-nitrat müssen
gelesen werden. Die Demonstration ist aufgrund der
Toxizität der Stoffe nur bedingt für Schulen geeignet.
Es wird der Einsatz eines Filmes empfohlen.

Beobachtungen:
Beim Abkühlen wird die gelbe Farbe heller,
beim Erwärmen nimmt die Färbung wieder zu.
Theorie:
Beim Erhitzen des Blei(II)-nitrats entsteht
rotbraunes Stickstoffdioxid:
2 Pb(NO3)2
2 PbO + 4 NO2 + O2
Unterhalb von 0°C
wandeln sich die meisten Stickstoffdioxid-Moleküle in Distickstofftetroxid-Moleküle
um:
2 NO2
N2O4 DHR
= -57 kJ/mol
Nach dem Prinzip von
Le Chatelier begünstigt eine Temperaturerniedrigung die exotherme
Teilreaktion. Daher verschiebt sich das Gleichgewicht beim Abkühlen
in Richtung des farblosen Distickstofftetroxids (in der Gleichung nach
rechts). Eine Erwärmung begünstigt die endotherme Teilreaktion,
es entsteht wieder mehr Stickstoffdioxid. Das Gleichgewicht verschiebt
sich nach links. Bei 27°C sind ca. 20% des Distickstofftetroxid zu
Stickstoffdioxid zerfallen. Unterhalb von 0°C kommen nur noch Spuren
vor. Bei 150° liegt das Gleichgewicht fast ganz auf der Seite des Stickstoffdioxids.
Darüber zerfällt Stickstoffdioxid in Stickstoffmonoxid und Sauerstoff:
2 NO2
2 NO + O2
DHR
= +114 kJ/mol
Ausblick
Im Anschluss folgen Beispiel
aus der Technik, wo chemische Gleichgewichte von Bedeutung sind, z.B. bei
der Ammoniaksysnthese oder bei der
Schwefelsäureherstellung. Die
Schüler erkennen, dass das Gleichgewicht von äußeren Bedingungen
abhängt. Der Begriff "Gleichgewicht" spielt in der Natur bei den ökologischen
Gleichgewichten eine bedeutende Rolle. Ökosysteme sind komplexer als
chemische Systeme.
Werden chemische Gleichgewichte
mit ökologischen Gleichgewichten verglichen, erkennt man viele Gemeinsamkeiten.
Beide Systeme erreichen bei bestimmten äußeren Bedingungen einen
stabilen Zustand, beide versuchen bei Änderungen diese Stabilität
wieder herzustellen und beide regulieren sich von selbst.
| Ökologisches Gleichgewicht | Chemisches Gleichgewicht | |
| Kennzeichen | Ein natürliches System bleibt im Gleichgewicht, indem seine Komponenten gerade soviel produzieren, um sich selbst zu erhalten, Beispiel: Mäusebussard und Mäuse | Ausgangs- und Endstoffe bei einer chemischen Reaktion kommen gleichzeitig in einem bestimmten Verhältnis vor, das von äußeren Bedingungen abhängt (Druck, Temperatur). |
| Einstellen des Gleichgewichts | Es tritt Selbstregulation auf: Mehr Bussarde fressen mehr Mäuse, weniger Mäuse verursachen weniger Bussarde. | Das Gleichgewicht stellt sich in Abhängigkeit von den äußeren Bedingungen von selbst ein: Hin- und Rückreaktionen regulieren sich gegenseitig. |

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