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Leinöl und nachwachsende Rohstoffe
Stichworte im Lexikon: Leinöl, Farbstoffe, Exkursion zu AURO, Download Arbeitsblatt
 siehe auch: Links zum Thema nachwachsende Rohstoffe
 
Zu Beginn werden den Schülern und Schülerinnen zwei Folien vorgestellt, welche die Merkmale eines nachwachsenden Rohstoffs, der mit nachhaltiger Entwicklung produziert wurde, verdeutlichen sollen. Die erste Folie zeigt die Ökobilanz bei der Herstellung des Farbstoffes Benzopurpurin (Grafik) und verdeutlicht, welche Menge an zum Teil umweltbelastenden Chemikalien verbraucht werden und vor allem welche Nebenprodukte und Abfallstoffe anfallen. Dabei kann das Gefahrenpotential eines ausgesuchten Stoffes, z. B. Nitrotoluol diskutiert werden.
 
 
Grafik: AURO (Hermann Fischer)

Bei der Herstellung des nachwachsenden Rohstoffs Leinöl (siehe Grafik unten) bleiben die Stoffkreisläufe geschlossen, sämtliche Nebenprodukte werden wieder in den natürlichen Stoffkreislauf zurückgeführt, ohne dass die Natur Schaden nimmt. Dies wird als nachhaltige Entwicklung bezeichnet (siehe auch Agenda 21 >Internet). Die Vor- und Nachteile können in einer Tabelle festgehalten werden:
 

Vorteile
Nachteile
Sie wachsen in der Natur immer wieder nach, keine Rohstoffknappheit (Folie)
Nicht alle Alltagsprodukte können aus Naturstoffen gewonnen werden (Kunststoffe, Autolacke, etc.), 
Viele Vorprodukte zur Herstellung müssen überhaupt nicht produziert werden, dadurch entstehen neue Reserven
Die erforderlichen Mengen und Anbauflächen stehen eventuell in der Natur nicht zur Verfügung (siehe: Folie Überbevölkerung)
Keine Entstehung von giftigen Nebenprodukten und Abfällen, welche die Natur, die Arbeiter und vor allem die Nachkommenschaft belasten
keine
Die hergestellten Produkte sind gut verträglich und erzeugen viel weniger Krankheiten
keine
Bei vermehrter Produktion werden die Produkte genauso kostengünstig wie die herkömmlichen
Zur Zeit sind diese Produkte teurer bei der Herstellung und dadurch auch beim Kauf
 
Im Anschluss wird in einem Experiment gezeigt, wie aus Leinsamen Leinöl gewonnen werden kann. Die Schüler zermahlen und zerstoßen die Leinsamen selbst und merken dabei, dass es gar nicht so einfach ist, die widerstandsfähige Hülse der Samen zu zerbrechen. Beim Zerdrücken auf einem Blatt Papier entsteht ein öliger Fleck. Alle zerstoßenen Leinsamen werden anschließend gesammelt und mit einem Extraktionsmittel extrahiert (Arbeitsblatt). Dabei werden die beiden Herstellungsverfahren (Kaltpressung und Extraktion) zur Gewinnung von Pflanzenölen gegenübergestellt:
 
Kaltpressung
Extraktion
Auspressen des Öls aus den Samen unter hohem Druck (bis zu 300 bar) in einer Presse
Extrahieren des Öls in einem Lösungsmittel und Abdestillieren des Lösungsmittels
Die für die Ernährung wertvollen Bestandteile bleiben erhalten (ungesättigte Fettsäuren)
Verlust von Bestandteilen durch das Erhitzen
Teurer bei der Herstellung und beim Kauf
Billiger bei der Herstellung und beim Kauf
keine Verwendung von zusätzlichen Chemikalien: keine Gefährdungen durch Rückstände und keine Belastung durch Lösungsmittel
Verwendung von Erdölprodukten (Hexan, Pentan): bei Verwendung von unreinen Produkten sind Rückstände im Öl vorhanden
 
In diesem Zusammenhang kann die Chemie der Fettsäuren behandelt werden. Außerdem sollte ein Hinweis erfolgen, warum die ungesättigten Fettsäuren für die Ernährung von Vorteil sind (siehe Leinöl). Im weiteren Verlauf ist auch eine Exkursion zu einer Ölmühle oder zu einer anderen Firma, welche nachwachsende Rohstoffe verwendet, denkbar. Als Ersatz wäre auch das Surfen im Internet zu meiner Seite über die Firma AURO möglich.
 
 
Leinöl weist eine hervorragende Ökobilanz auf
 
Arbeitsaufgaben:
 
1.) Erläutere in deinem Ordner die Begriffe "nachwachsende Rohstoffe" und "nachhaltige Entwicklung" (siehe "Agenda 21" (>Internet) und die 9 Kernthesen der sanften Chemie).
2.) Stelle die Vor- und Nachteile der nachwachsenden Rohstoffe gegenüber.
3.) Informiere dich über Leinöl und vergleiche die beiden Herstellungsverfahren.
 
 
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