Lebensquell
Trinkwasser
siehe auch Arbeitsblatt
Das Wasser
(H2O) war für die Erdgeschichte der bedeutendste Stoff.
Aus ihm entstand einst das Leben, aus dem Wasser krochen die Wasserlebewesen
vor etwa 400 Millionen Jahren zum ersten Mal heraus und eroberten allmählich
das Land. Das Wasser ist das bedeutendste Element der Menschheitsgeschichte,
es ist ein Symbol der Lebenskraft und der Reinigung oder der Erneuerung.
Es spendet Regen für trockenes Land, Tiere und Pflanzen benötigen
es.
Menschen wuschen sich
seit jeher mit dem Wasser oder nahmen ein erfrischendes Bad. In vielen
Mythen und alten Geschichten spielt das Wasser eine zentrale Rolle. Die
Sintflutsage berichtet von einer riesigen Überschwemmungs-Katastrophe.
Immer wieder führten Trockenperioden in der Erdgeschichte zu Ernteausfällen
und Hungersnöten. Heute wird das Wasser durch die Umweltverschmutzung
bedroht. Die Erde ist zwar zu zwei
Drittel mit Wasser bedeckt, aber nur ein Prozent des gesamten Wassers stehen
als Wasser zum Trinken zur Verfügung:
Der Mensch besteht zu
60-70% aus Wasser, die Qualle aus 98%, grüne Blätter von Pflanzen
zu 80-90%. Ein Mensch von 70kg Körpergewicht trägt etwa 42 kg
Wasser mit sich herum. Im Katastrophenfall kann der Mensch bis zu 14 Tage
ohne Nahrung auskommen, aber bereits nach 36 Stunden ist er verdurstet.
Täglich muss er etwa 2-3 Liter Wasser zu sich nehmen. Einen Teil davon
nimmt er auch über feste Nahrungsmittel auf:
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Nahrungsmittel
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Frauen
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Männer
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Essen
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1,16 Liter
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1,34 Liter
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Alkohol. Getränke
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0,37 Liter
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1,04 Liter
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Getränke
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0,25 Liter
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0,46 Liter
|
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Kaffee/Tee
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0,39 Liter
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0,45 Liter
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Gesamt
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2,17 Liter
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3,29 Liter
|
Tabelle: Durchschnittliche
Wasseraufnahme pro Person und Tag in Deutschland
Quelle: Unterricht Biologie,
1990 Heft 155
Dieselbe Menge Wasser,
die der Mensch täglich aufnimmt, gibt er auch wieder ab. Bei einer
täglichen Zufuhr von 2,5 Liter Wasser werden 1,5 Liter über den
Urin, 0,1 Liter mit dem Stuhl und 0,9 Liter mit der Atmung und über
das Schwitzen abgeschieden. Beim Schwitzen können bis zu 1,5 Liter
Wasser pro Stunde verloren werden. In tropischen Ländern benötigen
die Menschen deshalb bis zu zehn mal mehr Wasser als in Deutschland.
Durch Flüssigkeitsverluste
beim Dürsten kann die Blutmenge um 25-40%, in Extremfällen bis
zu 60% vermindert werden. Das nunmehr dicke und zähflüssige Blut
kann vom Herzen nicht mehr schnell genug durch die Adern gepumpt werden.
Nur noch ein Viertel der normalen Blutmenge wird pro Minute durch das Herz
gepumpt. Dadurch werden erhebliche Mengen an Kohlendioxid freigesetzt,
das mit verstärkter Atmung ausgeatmet werden muss. Bei Flüssigkeitsverlusten
zwischen 15 und 20% des Körpergewichts ist der Kreislauf nicht mehr
in der Lage, den Herzmuskel ausreichend zu versorgen. Es kommt zum Tod
durch Kreislaufversagen. Schon vorher aber wird das gegen Sauerstoffmangel
sehr empfindliche Gehirn dauerhaft geschädigt. Von Wassernöten
bedroht sind vor allem die wärmeren Länder. Das folgende Textzitat
beschreibt eine Wassernot in Ägypten:
In Dürrejahren sind
viele Brunnen in Ägypten versiegt. Nur einige Handpumpen fördern
noch Wasser. Ist an einem Ort das Plätschern von Wasser zu hören,
so stürzen sich die Kinder auf das Wasser. Hier hat man immer Durst,
hier kann Trinken zu einer Zwangsvorstellung werden.
Es ist warm, 42°
im Schaden. Wer Zugang zum oberen Nil hat und dieses Wasser als Trinkwasser
nutzen kann, ist noch gut dran. Schlechter sieht es für die Dorfeinwohner
entlang der Nilkanäle aus. Dies sind fast stehende Gewässer.
Das Wasser ist blaugrün und undurchsichtig. Büffel liegen im
Wasser und genießen die Kühle. Die Abfälle aus den niedrigen
Lehmziegelhütten, die die Kanalböschung säumen, landen im
Kanal. Dort liegt ein Tierkadaver im Wasser. Etwas weiter plantschen Kinder
im Kanal, wer will es ihnen bei der Hitze verdenken. Ab und zu sieht man
Menschen auf der Kanalböschung kauern und ihr Geschäft verrichten.
Am Dorfeingang wäscht eine Frau Rüben und Salatblätter im
Wasser. Ein ganzer Stapel gewaschener Rüben glänzt weiß
in der Sonne. Gleich wird sie damit zum Markt gehen. Im ländlichen
Ägypten haben 75% der Bevölkerung keinen Zugang zu hygienisch
einwandfreiem Trinkwasser. Verseuchtes Wasser und unzureichende Hygiene
sind neben Unterernährung die Hauptursache für die hohe Kinder-
und Säuglingssterblichkeit. 45% der Sterbefälle bei Kindern bis
zu 6 Jahren sind Folgen von Durchfallerkrankungen. Durchfall und Erbrechen
sind für die meisten Mütter zunächst keine Gründe,
zum Arzt zu gehen. Erst wenn das Fieber nicht nachlässt, kommen sie.
Die Haut glättet sich nicht gleich wieder: ein erstes Zeichen für
Wasserentzug. Das Kind hat schon zuviel Flüssigkeit verloren. Der
Arzt horcht das Kind ab. Meist kommt eine Bronchitis hinzu, denn in diesem
geschwächten Zustand sind die Kinder für Infektionen der Atemwege
anfällig. Das Kind ist ausgemergelt und schon zu schwach zu
weinen.
Bei einem Durchfall kann
ein Kleinkind 1-1,5 Liter Flüssigkeit in 24 Stunden verlieren. Eine
verminderte Harnausscheidung gleicht höchstens 0,5 Liter wieder aus.
Mit dem Wasserverlust gehen auch große Mengen an Salzen verloren.
Deswegen nützt im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit auch vermehrtes
Trinken nicht mehr - die aufgenommene Flüssigkeit kann nicht gehalten
werden.
Der Arzt wird versuchen,
durch Antibiotika die Bakterien im Dünndarm abzutöten, durch
Infusion einer Ringerlösung (physiologische Kochsalzlösung) den
Wasser- und Salzhaushalt zu normalisieren und durch Medikamente den Kreislauf
zu stärken. Erst danach wird er versuchen, durch eine Diät eine
Wiederherstellung der Nährstoffaufnahme durch den Darm und eine Flüssigkeitsaufnahme
durch den Mund zu erreichen (aus Unterricht Biologie Heft 155, 6/90).
Betrachtet man den durchschnittlichen
Wasserverbrauch pro Person und Tag stellt sich die Frage, ob nicht noch
mehr Wasser gespart werden könnte. In den mittel- und südeuopäischen
Ländern herrscht in der Zwischenzeit Wasserarmut. Was dann passiert,
wenn alle Gletscher der Alpen aufgrund des Treibhauseffekts
einmal abgeschmolzen sind, ist noch überhaupt nicht absehbar.
Die Trinkwasseraufbereitung im Wasserwerk
Nach DIN-Vorschriften
muss Trinkwasser u.a. folgende Grundanforderungen erfüllen:
-
Es soll farblos, klar, kühl
und frei von fremdartigem Geruch und Geschmack sein.
-
Es soll möglichst von
Natur aus frei von Krankheitserregern und gesundheitsschädlichen Stoffen
sein.
-
Es soll nicht zu viele Salze,
namentlich Härtebildner, Eisen, Mangan, sowie organische
Stoffe (Moor- und Huminstoffe) enthalten.
-
Es soll tunlichst keine Korrosion
hervorrufen.
-
Es soll stets auch der Menge
nach allen Bedürfnissen der zu versorgenden Bevölkerung
gerecht werden.
Trinkwasser wird aus Quell-,
Grund-, Fluss- oder Seewasser gewonnen. Bei den kleineren Städten
und Gemeinden reichen meistens die Trinkwasserreserven aus. Großstädte
holen ihr Trinkwasser oft zusätzlich aus Flüssen und Seen, wie
der Ballungsraum Stuttgart, der sein Wasser über eine 150 Kilometer
lange Rohrleitung aus dem Bodensee bezieht.
Fluss- oder Seewasser
ist noch verunreinigt, es muss deshalb einem mehrstufigen Reinigungsverfahren
unterzogen werden. In einem Wasserwerk sind die Rohre, je nach der Art
des führenden Wassers, farblich gekennzeichnet. Vom Rohwasserbehälter
fließt das noch verschmutzte Wasser durch einen Kiesfilter, welcher
das Wasser von Trübstoffen befreit. Im Begasungsbehälter wird
es durch das Einblasen von Luft mit Sauerstoff angereichert. Dieser bewirkt
das Austreiben von Kohlensäure, die sich im Grundwasser immer in geringen
Mengen befindet. Außerdem überführt der Sauerstoff die
im Wasser gelösten Eisen- und Mangansalze in wasserunlösliche
Verbindungen, welche als braune Flocken ausfällen. Im Aktivkohlefilter
werden diese neben weiteren Verunreinigungen (Farbstoffe, organische Stoffe)
aus dem Wasser herausgefiltert. Die anschließende Chlorierung verhindert,
dass sich im Trinkwasser Krankheitserreger befinden. Das dabei zugegebene
Chlor wirkt als Desinfektionsmittel und tötet
eventuell vorhandene Viren und Bakterien ab. Das folgende Fließschema
ist aus didaktischen Gründen etwas idealisiert dargestellt:
Internetlinks
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