Bismut  Tellur  Periodensystem  Ununhexium  Astat
 
Polonium                                         84Po
engl. polonium; zu Ehren der Heimat von M. Curie "Polen"
 
 
 
 
Halbwertszeit für Po-209:
102 Jahre
 
 
Polonium ist ein silberweiß glänzendes,
radioaktives Schwermetall
langleb. Isotop:  
Ordnungszahl:  
Schmelzpunkt:  
Siedepunkt:  
Oxidationszahlen:  
Dichte:  
Härte (Mohs):  
Elektronegativität:  
Atomradius:  
Elektronenkonfig.:  
natürl. Häufigkeit:  
   
   
   
   
   
 
[209]   
84   
254 °C   
962 °C   
6, 4, -2   
9,196 g/cm³  
keine Angaben   
2,00 (Pauling)   
164 pm  
[Xe]4f145d106s26p4  
Po-210  Spuren  
Po-211  Spuren  
Po-212  Spuren  
Po-214  Spuren  
Po-215  Spuren  
Po-216  Spuren  
Po-218  Spuren
 
 
Eigenschaften:   
Polonium ist ein silberweiß glänzendes, radioaktives Schwermetall, das in zwei Modifikationen vorkommt. Oberhalb von 36°C geht das kubisch raumzentrierte a-Polonium in rhomboedrisches b-Polonium über. Im Dunkeln leuchtet Polonium aufgrund seiner Radioaktivität hellblau.  
   
Im chemischen Verhalten ähnelt es dem Tellur und dem Bismut. Das Metall ist edler als Silber. An der Luft oxidiert es allmählich zu Poloniumoxid (PoO2). In konzentrierter Salzsäure löst es sich als rubinrotes Poloniumchlorid (PoCl2). Mit Schwefel- und Salpetersäure bilden sich die entsprechenden Salze.   
   
Das in der Natur wichtigste Poloniumisotop Po-210 zerfällt durch a-Zerfall zu Pb-206 (siehe Uran-Radium-Zerfallsreihe). 
 
 
Vorkommen:   
Mit einem Massenanteil von 2,1 x 10-14% steht Polonium an 87. Stelle der Elementhäufigkeit. Es gehört daher zu den äußerst seltenen Elementen der Erde. Es kommt in der Natur nur in geringsten Spuren in Thorium- oder Uranerzen wie in der Pechblende als Zwischenprodukt der Uran-Radium-Zerfallsreihe vor. Die maximal gewinnbaren Vorkommen auf der Erde werden auf 2500 Tonnen Polonium geschätzt.  
  
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Polonium findet sich in geringsten Spuren als Zwischenprodukt in der Pechblende (Uranoxid)
  
 
Geschichtliches:   
Das Element wurde zusammen mit dem Element Radium von Marie Curie (1867-1934) im Jahre 1898 entdeckt (näheres siehe bei Radium). Marie Curie vergab dem Element seinen Namen zu Ehren ihrer Heimat Polen. Im Jahre 1910 isolierte sie zusammen mit André Louis Debierne reines Radium durch Elektrolyse einer Radiumchloridlösung. Darin befanden sich 2mg einer Substanz, die ca. 5% Po-210 enthielt.  
   
 
Marie Curie benannte das Element nach ihrer Heimat Polen
(Quelle: Deutsches Museum München)
 
 
Herstellung:   
Bei der Uranerzaufbereitung reichert sich das Element zusammen mit Bismut an, von dem es durch eine chemische Fällungsreaktion getrennt werden kann. Durch die Zugabe von Dihydrogensulfid trennt es sich vom Bismut und bildet ein Sulfid. Aus den Salzlösungen lässt sich das Element leicht durch eine Elektrolyse gewinnen. Auf künstlichem Weg erhält man das Metall durch den Neutronenbeschuss von Bismut, z.B. im Kernreaktor:  
   
 
 
Verwendung:   
Polonium wird als a-Strahlenquelle z.B. in der Strahlenchemie und in verschiedenen technischen Apparaten zur elektrostatischen Entladung von Hochspannung eingesetzt. Zusammen mit Beryllium als neutronenbremsende Substanz dient es als Neutronenquelle in Kernkraftwerken und Kernwaffen. In Satelliten benutzt man es als Wärmequelle. Polonium eignet sich auch zur Herstellung von Radio-Isotop-Batterien. Dabei werden Polonide der Seltenerden-Metalle eingesetzt. Um 1940 in den USA enthielten die Zündstifte der Firestone-Zündkerzen das radioaktive Schwermetall. Es sollte die Luft ionisieren und damit die Dauer des Zündfunkens hinauszögern.  
   
 
Firestone-Zündkerze von 1940 mit radioaktivem Polonium
 
 
 
 Copyright: Thomas Seilnacht