| Polonium
ist ein silberweiß glänzendes, radioaktives Schwermetall, das
in zwei Modifikationen vorkommt. Im Dunkeln leuchtet Polonium aufgrund
seiner Radioaktivität hellblau.
Im chemischen Verhalten ähnelt es dem Tellur und dem Bismut. Das Metall ist edler als Silber. An der Luft oxidiert es allmählich zu Poloniumoxid PoO2. In konzentrierter Salzsäure löst es sich als rubinrotes Poloniumchlorid PoCl2. Mit Schwefel- und Salpetersäure bilden sich die entsprechenden Salze. Das in der Natur wichtigste Poloniumisotop Po-210 zerfällt durch a-Zerfall zu Pb-206 (siehe Uran-Radium-Zerfallsreihe). |
| Poloniumisotope bilden sich als Zerfallsprodukt des Edelgases Radon. Sie reichern sich in den Atemwegsorganen an und sind daher bei der Ausbildung von Lungenkrebs maßgeblich beteiligt. Nach einer Auskunft der britischen Royal Society of Chemistry reicht schon ein Millionstel Gramm (Mikrogramm) des Isotops Po-209, um einen Menschen zu töten. Lit[43] Das Polonium verteilt sich über das Blut besonders gut im Körper und verursacht die Strahlenkrankheit. Die zellzerstörerische Wirkung manifestiert sich in Haarausfall, Schwäche, Durchfall und Blutungen aus den Körperöffnungen. Die mysteriöse Vergiftung des ehemaligen russischen KGB-Agenten Alexander Litwinenko im Jahr 2006 ist auf Polonium zurückzuführen. Litwinenko trat zuletzt als Kritiker der russischen Regierung auf und vertrat verschiedene Verschwörungstheorien. Er wurde nach den Ermittlungen von Scotland Yard in einem Londoner Hotel mit einem Tee vergiftet. Er starb etwas mehr als drei Wochen danach in einem Krankenhaus in London. |
Mit
einem Massenanteil von 2,1 x 10-14
% steht Polonium an 87. Stelle der Elementhäufigkeit.
Es gehört daher zu den äußerst seltenen Elementen der Erde.
Es kommt in der Natur nur in geringsten Spuren in Thorium- oder Uranerzen
wie in der Pechblende als Zwischenprodukt
der Uran-Radium-Zerfallsreihe vor. Die maximal
gewinnbaren Vorkommen auf der Erde werden auf 2500 Tonnen Polonium geschätzt.
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Das
Element wurde zusammen mit dem Element Radium
von Marie Curie (1867-1934) im Jahre
1898 entdeckt. Marie Curie vergab dem Element seinen Namen zu Ehren ihrer
Heimat Polen. Im Jahre 1910 isolierte sie zusammen mit André Louis
Debierne reines Radium durch Elektrolyse einer Radiumchloridlösung.
Darin befanden sich 2mg einer Substanz, die ca. 5% Po-210 enthielt.
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| Bei
der Uranerzaufbereitung reichert sich das Element zusammen mit Bismut
an, von dem es durch eine chemische Fällungsreaktion getrennt werden
kann. Durch die Zugabe von Dihydrogensulfid trennt es sich vom Bismut und
bildet ein Sulfid. Aus den Salzlösungen lässt sich das Element
leicht durch eine Elektrolyse gewinnen. Auf künstlichem Weg erhält
man das Metall durch den Neutronenbeschuss von Bismut,
so auch im Kernreaktor:
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Polonium
wird als a-Strahlenquelle
in der Strahlenchemie und in verschiedenen technischen Apparaten zur elektrostatischen
Entladung von Hochspannung eingesetzt. Zusammen mit Beryllium
als neutronenbremsende Substanz dient es als Neutronenquelle in Kernkraftwerken
und Kernwaffen. In Satelliten benutzt man es als Wärmequelle. Polonium
eignet sich auch zur Herstellung von Radio-Isotop-Batterien. Dabei werden
Polonide der Seltenerden-Metalle
eingesetzt. Um 1940 in den USA enthielten die Zündstifte der Firestone-Zündkerzen
das Poloniumisotop 210 in geringsten Mengen. Es sollte die Luft ionisieren
und damit die Dauer des Zündfunkens hinauszögern. Aufgrund der
kurzen Halbwertszeit von Po-210 (etwa 138 Tage) sind in den Zündstiften
heute keine Poloniumatome mehr nachweisbar. Messungen des Autors bestätigten
dies.
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| Copyright: Thomas Seilnacht |