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| Eigenschaften:
Radon ist ein farbloses, geruchloses und radioaktives Gas. Es besitzt eine sehr hohe Dichte. Es ist das schwerste aller Gase und ist ca. siebenmal so schwer wie Luft. Das Edelgas leuchtet im Dunkeln. Ein Liter Wasser löst bei 20°C 230 ml Radongas. Wie alle anderen Edelgase ist Radon relativ reaktionsträge. Unter bestimmten Bedinungen reagiert es wie Krypton und Xenon mit Fluor und bildet Fluoride. Fast alle Steine und Baumaterialien
enthalten Spuren von radioaktivem Uran oder Thorium.
Bei deren radioaktiven Zerfall entstehen die
drei Radon-Isotope, die sich daher fast immer in der Umgebung befinden.
Aus diesem Grunde erhöht sich die Konzentration von Radon in schlecht
durchlüftenden Wohnräumen, Kellern oder Bergwerken erheblich.
Beim Einatmen von radonhaltiger Luft verbleiben ca. 25% des radioaktiven
Gases in der Lunge, wo es hochgiftig und krebserzeugend wirkt. Spuren von
Radon in Heilwässern sollen sich dagegen günstig bei rheumatischen
Krankheiten auswirken.
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| Vorkommen:
Radon ist ein extrem seltenes Element auf der Erde. Es steht mit einem Masseanteil von 6,2 x 10-16% an 88. Stelle in der Elementhäufigkeit zwischen Polonium und Neptunium. Spuren des Elements finden sich in fast allen radioaktiven Mineralien oder deren Umgebung. Deutliche Radonkonzentrationen lassen sich in Bergwerken, Höhlen und in radioaktiven Gewässern nachweisen. So enthalten die Heilwässer der Heilquellen z.B. in Bad Gastein, Karlsbad oder Ischia/Italien höhere Radonkonzentrationen. Auch in der Umgebung von Vulkanausbrüchen steigt die Radonkonzentration deutlich an. |
| Geschichtliches:
Die Eheleute Marie und Pierre Curie beobachteten kurz nach der Entdeckung des Radiums in dessen Umgebung das Aussenden einer intensiven a-Strahlung. Kurz darauf, im Jahre 1900, vermutete Ernst Dorn (1848-1916) in Halle, das Radon-Isotop Rn-222 als Verursacher. Gleichzeitig beobachteten Sir Ernest Rutherford und Frederick Soddy in London einen ähnlichen Effekt beim Thorium (Rn-220). Friedrich Oskar Giesel in Braunschweig und A.L. Debierne in Paris nahmen den Effekt beim Actinium wahr (Rn-219). Im Jahre 1910 war es wieder einmal Sir William Ramsey (1852-1916), der das neue Edelgas durch sein Spektrum ermittelte. Er schlug zunächst den Namen "Niton" vor. Der endgültige Name wurde erst im Jahre 1934 in Anlehnung an das Element Radium vergeben. |
| Herstellung:
Eine Radiumsalzlösung wird für mehrere Wochen in einem verschlossenen Gefäß stehen gelassen. Das durch radioaktiven Zerfall gebildete Radon wird abgesaugt und gesammelt. |
| Verwendung:
In der Technik besitzt das radioaktive Edelgas nur eine geringe Bedeutung. Unterirdische Gasleitungen können mit Radon auf undichte Stellen überprüft werden. Im Gemisch mit Beryllium erhält man eine gute Neutronenquelle. Große Bedeutung besaß das Radon früher in der Medizin, wo es zur Bestrahlung von Krebszellen eingesetzt wurde. Radonhaltige Heilwässer dienten auch als Heilmittel für rheumatische Erkrankungen. |
| Copyright: Thomas Seilnacht |