Kaliumhexacyanoferrat(II) Trihydrat K4Fe(CN)6
. 3H2O
Eigenschaften
Kaliumhexacyanoferrat(II)
Trihydrat war früher unter dem Namen "Gelbes Blutlaugensalz" bekannt,
da man es durch das Glühen von eingetrocknetem Blut, Hornspänen
und stickstoffhaltigen, tierischen Substanzen mit Eisenspänen und
Pottasche herstellte (vgl. Rotes
Blutlaugensalz). Die gelben, ungiftigen Kristalle sind in Wasser und
in Aceton gut löslich. Oberhalb von 60°C gibt es sein Kristallwasser
ab und geht in ein weißes Pulver über. Bei stärkerem Erhitzen
zerfällt es, wobei das giftige Kaliumcyanid
gebildet werden kann.
|
Herstellung
Kaliumhexacyanoferrat(II)
kann durch die Reaktion von einer wässrigen Eisen(II)-salzlösung
und Kaliumcyanid hergestellt werden. Dabei fällt
zunächst schwerlösliches, braunes Eisen(II)-cyanid aus, das sich
durch die überschüssige Zugabe von Kaliumcyanid zum Gelben Blutlaugensalz
umwandelt. Bei der industriellen Herstellung wird noch Kalkmilch zugesetzt,
wobei zunächst Calciumhexacyanoferrat entsteht, aus dem durch Zugabe
von Kaliumcarbonatlösung das gereinigte
Blutlaugensalz ausgefällt werden kann. |
Verwendung und Analytik
Im Labor dient Kaliumhexacyanoferrat(II)
zum Nachweis von Eisen(III)-salzen. Dabei entsteht das wasserlösliche
Pigment "Berliner Blau". Eine typische
Reaktion erfolgt mit Eisen(III)-chlorid:
4K+ +
Fe3+ 3Cl- + [Fe(CN)6]4-
KFeIIIFeII(CN)6 + 3KCl
Bild
vergrößern
Bildung von Berliner
Blau aus Eisen(III)-chlorid und Kaliumhexacyanoferrat(II)
Auf diese Art und Weise
kann das Pigment Berliner Blau, das auch unter den Namen "Preußisch
Blau" oder Pariser Blau bekannt ist, hergestellt werden.
Außerdem wird das
Gelbe Blutlaugensalz zur Beseitigung von Schwermetall-Verunreinigungen
im Wasser und zum Drucken und Färben in der Textilindustrie eingesetzt. |
|