Alkanthiole (Mercaptane)
Die Alkanthiole heißen auch Thioalkohole,
da bei ihnen das Sauerstoff-Atom der Alkohole
durch ein Schwefel-Atom ersetzt ist. Die SH-Gruppe nennt man Mercapto-
oder Thiol-Gruppe. Die Alkanthiole sind giftig für das Zentralnervensystem
und zeichnen sich durch einen besonders widerwärtigen Geruch aus.
Sie kommen als Aromastoffe in Milch, Käse, Zwiebeln und Knoblauch
vor. Sie werden bei Abbau- und Fäulnisprozessen von organischem Material
frei. Das Düsensekret des Stinktiers enthält ebenfalls Alkanthiole,
z.B. But-2-en-1-thiol.
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Methanthiol
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Ethanthiol
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Propanthiol
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Sdp. 6°C
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Sdp. 35°C
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Sdp. 68°C
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Methanthiol
(Methylmercaptan) ist ein sehr übelriechendes, giftiges und brennbares
Gas, das die Augen und die Atemwege reizt. Der faulige und stechende Geruch
ist selbst in geringsten Konzentrationen wahrnehmbar, daher treten Vergiftungen
relativ selten auf. Es entsteht bei der bakteriellen Zersetzung von Eiweiß
und verursacht den Geruch von gekochtem Kohl. In Wasser ist es nicht löslich,
dafür in Ethanol und Diethylether. Es dient als Ausgangsstoff zur
Herstellung von Aminosäuren, Pflanzenschutzmitteln und Kunststoffen.
Die technische Herstellung des Methylmercaptans erfolgt aus Methanol
und Schwefelwasserstoff bei ca. 400°C
und einem wolframaktiven Aluminiumoxid-Katalysator:
CH3OH + H2S
-----Al2O3/K2WO4----->
CH3SH + H2O
Methanol + Schwefelwasserstoff ---> Methanthiol
+ Wasser
Ethanthiol
(Ethylmercaptan) ist eine übelriechende, giftige Flüssigkeit,
die ebenfalls in geringsten Konzentrationen noch wahrnehmbar ist (1mg/t).
Es kommt im Steinkohleteer und im Erdöl
vor. Wie Methanthiol ist es ein wichtiges Zwischenprodukt für organische
Synthesen. Es dient zusammen mit Propanthiol als Warngas im Erdgas zum
Aufspüren von Lecks und Rohrbrüchen.
Die Siedetemperaturen der Alkanthiole
sind niedriger als die der Alkohole, da sich
im Molekül keine Wasserstoffbrücken ausbilden können. Ihre
Säurestärke ist im Vergleich zu den Alkoholen höher, daher
bilden sie z.B. mit Natriumhydroxid
gerne Salze, die als Thiolate bezeichnet werden:
CH3SH + NaOH
-----> CH3S-Na+
+ H2O
Methanthiol + Natriumhydroxid ---> Natriummethanthiolat
+ Wasser
Bei der Oxidation mit Oxidationsmitteln
wie Wasserstoffperoxid erhält man Disulfide, z.B. Dimethyldisulfid
(CH3-S-S-CH3), mit starken Oxidationsmitteln wie
Salpetersäure oder Kaliumpermanganat entstehen Sulfonsäuren,
z.B. CH3SO3H (Methansulfonsäure). Letztere dient
als Ausgangsstoff zur Herstellung künstlicher Waschmittel.