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  L(+)-Weinsäure   C4H6O6 
    
  
Weißes, kristallines Pulver 
  
Vorkommen   
Pflanzen, Früchte, Trauben
Molmasse  150,087 g/mol   
  
  
AGW  keine Angaben 
Dichte  1,7598 g/cm3   
Schmelzpunkt   ca. +170 °C   
Wasserlöslichkeit 
Konz. bei 20 °C 1390 g/l (sauer) 
Flammpunkt  +210 °C 
Zündpunkt  +425 °C
Piktogramme  
GHS 07  
Achtung
Gefahrenklassen + Kategorie  
  
Schwere Augenschäd./-reizung 2 
HP-Sätze (siehe auch Hinweis)   
H 319  P 280.3, 305+351+338, 337+313 Entsorgung  G 3
Etikett drucken Dt. Bezeichnung  
Synonyme (deutsch)
Engl. Bezeichnung 
Synonyme (engl.)
CAS  87-69-4 L(+)-Weinsäure 
2,3-Dihydroxybutandisäure 
2,3-Dihydroxybernsteinsäure 
Threarsäure
L-Tartaric acid 
2,3-Dihydroxybutanedioic acid 
2,3-Dihydroxysuccinic acid 
Racemic acid 
   
  
Eigenschaften 
  
L(+)-Weinsäure bildet farblose Kristalle, die stark sauer schmecken. Die Kristalle sind in Wasser und in vielen Alkoholen gut löslich. Weinsäure ist eine relativ starke organische Säure. In der Natur kommt überwiegend die L(+)-Weinsäure vor. Es existieren drei Enantiomere mit Spiegelbild-Isomerie  
   
  
   
  
Das Gemisch aus L(+)-Weinsäure und D(-)-Weinsäure wird als Traubensäure bezeichnet und ist ein Racemat. Es kommt wie die Mesoweinsäure in der Natur nicht vor, kann aber künstlich hergestellt werden.   
  
  
 
Traubensäure aus einem alten Chemikalienbestand
   
  
Beim vorsichtigen Erhitzen von L(+)-Weinsäure bilden sich Anhydride. Bei weiterem Erhitzen tritt unter Karamelgeruch Verkohlung ein. Die Salze der Weinsäure heißen Tartrate. Ist nur ein Wasserstoff-Atom einer Carboxy-Gruppe durch ein Metall-Atom ersetzt, handelt es sich um Hydrogentartrate. Kaliumnatriumtartrat (Seignettesalz) wird als Zusatzstoff in Lebensmitteln eingesetzt und ist Bestandteil der Fehlingschen Lösung. Kaliumhydrogentartat (Weinstein) findet sich im Backpulver.  
   
  
 
Weinstein ist ein Gemisch aus Kaliumhydrogentartrat und Calciumtartrat.
   
  
Herstellung 
  
Zur Gewinnung von Weinsäure wird Kaliumhydrogentartrat (Weinstein) mit Calciumhydroxid zu Calciumtartrat umgewandelt. Bei der Zugabe von Schwefelsäure erhält man dann die Weinsäure. Ein ähnliches Verfahren wandte der schwedische Chemiker Carl Wilhelm Scheele (1742-1786) bei seiner Entdeckung der Weinsäure schon im Jahr 1770 an. Weinstein kann aus dem Saft von Weintrauben gewonnen werden. Er scheidet sich an den Wänden von Weinfässern ab.
   
  
Verwendung 
  
Als Komplexbildner, Säuerungsmittel und Säureregulator in Lebensmitteln (E 334); zur Zubereitung von Speiseeis, Backpulver, Brausepulver, Kunsthonig, Limonaden, zur Säuerung von Wein; in der Textilindustrie als Säure und Reduktionsmittel beim Färben und Drucken.   
    
  
 
Komponenten eines Brausepulvers
   
  
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