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DL-Milchsäure (2-Hydroxypropansäure)                    C3H6O3
 
    
farblose,  
sirupartige  
Flüssigkeit
Xi   reizend  
    
D(-)-Milchsäure
L(+)-Milchsäure
   
Vorkommen:    
in Milch und Früchten,  
in tierischen Organen
RS-Sätze: R 36/38, 41  S 26, 36 
Entsorgung: G 1  
  
MG: 90,078 g/mol  
Dichte: 1,2060 g/cm3  
Schmelztemperatur: 16,8 °C  
Siedetemperatur: 122 °C  
Wasserlöslichkeit (sauer):  
in jedem Verhältnis mischbar  
andere Löslichkeiten:  
Ethanol, Aceton
 
Eigenschaften:  
Die in saurer Milch weit verbreitete DL-Milchsäure enthält zwei Isomere mit Spiegelbild-Isomerie (s.o.). Die saure Milch enthält daher ein Racemat, d.h. ein Gemisch zweier Isomere. Bei der DL-Milchsäure handelt sich um eine klare, sirupartige, geruchlose und angenehm sauer schmeckende Flüssigkeit, die in Wasser gut löslich ist. Auf Haut und Augen wirkt sie ätzend.  
   
 
DL-Milchsäure aus einer alten Chemikaliensammlung mit alter Beschriftung
   
Während die linksdrehende D(-)-Milchsäure vorwiegend beim mikrobiologischen Abbau von Traubenzucker entsteht, kommt die rechtsdrehende L(+)-Milchsäure im Blut, in der Muskulatur und in den Organen der Tiere und Menschen vor. Die Schmelztemperaturen von links- und rechtsdrehender Milchsäure liegen bei 25°C, die des Racemats bei 17°C. Unterhalb der Schmelztemperatur bilden sich farblose, leicht zerfließliche Kristalle. Die Salze der Milchsäure heißen Lactate.  
  
Beim längeren Stehen von Milch findet eine rasche Vermehrung der Milchsäurebakterien statt. Die optimale Temperatur dafür liegt bei 37°C. Die Bakterien zerlegen den Milchzucker in Milchsäure. Der pH-Wert sinkt auf Werte unter 5. Die entstehende Säure lässt das Milcheiweiß Casein gerinnen, das dann aus der Milch ausflockt. Außerdem hemmt die Säure das Wachstum von anaeroben Bakterien. Auf diese Weise können Lebensmittel haltbar gemacht werden (z.B. Sauerkraut und milchsauer vergorene Gurken und Bohnen). 
 
Herstellung:  
Die Herstellung erfolgt nach dem Prinzip der milchsauren Vergärung. In der Technik werden Kohlenhydrate (meist Kartoffel- oder Getreidestärke) mit Hilfe des Enzyms Diastase zu Maltose umgewandelt. Durch die Zugabe von Milchsäure-Bakterienkulturen, z.B. Lactobazillus delbrueckii vergärt die Maltose bei 37°C über Glucose als Zwischenprodukt in vielen, komplizierten Schritten zur DL-Milchsäure. Da die Milchsäurebakterien im sauren Medium ihre Tätigkeit einstellen, wird die entstehende Milchsäure durch die kontinuierliche Zugabe von Calciumcarbonat als Calciumlactat ausgefällt. Mit Schwefelsäure lässt sich dann wieder Milchsäure gewinnen. Der Gärungsvorgang entspricht in weiten Teilen der Glycolyse, dem Zuckerabbau im menschlichen Stoffwechsel. Verwendet man spezielle Bakterienkulturen, lassen sich auch reine Formen von links- oder rechtsdrehender Milchsäure gewinnen.
 
Verwendung:  
In der Lebensmittelindustrie zur milchsauren Vergärung, als Konservierungsstoff und als Säuerungsmittel (E 270), als Zusatz für alkoholfreie Getränke, zur Fabrikation von Sirup und Brauselimonaden; in der Medizin als verdauungsförderndes Mittel bei Kleinkindern; zum Entkalken von Fellen in der Gerberei; als Hilfsmittel in der Druck- und Färbetechnik; zur Herstellung von Lactaten. 
  
 
Bei der milchsauren Vergärung werden Gurken in Kochsalzlösung gelegt,
wobei durch einen Gärprozess Milchsäure und geringe Mengen an Essigsäure entstehen.
Dabei werden Milchsäurebakterien als Starterkulturen hinzugefügt
 
 
Synonyme (deutsch)
Bezeichnung nach IUPAC
Synonyme (engl.)
engl. Bez. nach IUPAC
CAS-
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DL-Milchsäure
2-Hydroxypropansäure
DL-Lactic acid
2-Hydroxypropanoic acid
598-82-3
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