DL-Milchsäure C3H6O3
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D(-)-Milchsäure
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L(+)-Milchsäure
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Farblose, sirupartige Flüssigkeit
Vorkommen
Milch, Früchte, tierische
Organe |
Molmasse
90,078 g/mol
AGW
keine Angaben
Dichte 1,2060
g/cm3
Schmelzpunkt +16,8
°C
Siedepunkt
+122 °C
Wasserlöslichkeit
vollst. mischbar
Flammpunkt
+110 °C |
Piktogramme
GHS 05
Gefahr |
Gefahrenklassen
+ Kategorie
Ätz-/Reizwirkung auf
die Haut 2
Schwere Augenschäd./-reizung
1 |
HP-Sätze
(siehe auch Hinweis)
H 315,
318 P
280.3, 302+352,
305+351+338, 310
Entsorgung
G 3 |
| Etikett
drucken |
Dt. Bezeichnung
Synonyme (deutsch) |
Engl. Bezeichnung
Synonyme (engl.) |
| CAS
598-82-3 |
DL-Milchsäure
2-Hydroxypropansäure |
DL-Lactic acid
2-Hydroxypropanoic acid |
Eigenschaften
Die in saurer Milch weit
verbreitete DL-Milchsäure enthält zwei Isomere
mit Spiegelbild-Isomerie (s.o.). Die saure Milch enthält daher ein
Racemat, d.h. ein Gemisch zweier Isomere. Bei der DL-Milchsäure handelt
sich um eine klare, sirupartige, geruchlose und angenehm sauer schmeckende
Flüssigkeit, die in Wasser, Ethylalkohol und Aceton gut löslich
ist. Auf Haut und Augen wirkt sie ätzend.
DL-Milchsäure aus
einer alten Chemikaliensammlung mit alter Beschriftung
Während die linksdrehende
D(-)-Milchsäure vorwiegend beim mikrobiologischen Abbau von Traubenzucker
entsteht, kommt die rechtsdrehende L(+)-Milchsäure im Blut, in der
Muskulatur und in den Organen der Tiere und Menschen vor. Die Schmelztemperaturen
von links- und rechtsdrehender Milchsäure liegen bei 25°C, die
des Racemats bei 17°C. Unterhalb der Schmelztemperatur bilden sich
farblose, leicht zerfließliche Kristalle. Die Salze der Milchsäure
heißen Lactate.
Beim längeren Stehen
von Milch findet eine rasche Vermehrung der Milchsäurebakterien statt.
Die optimale Temperatur dafür liegt bei 37°C. Die Bakterien zerlegen
den Milchzucker in Milchsäure. Der pH-Wert
sinkt auf Werte unter 5. Die entstehende Säure
lässt das Milcheiweiß Casein
gerinnen, das dann aus der Milch ausflockt. Außerdem hemmt die Säure
das Wachstum von anaeroben Bakterien. Auf diese Weise können Lebensmittel
haltbar gemacht werden (z.B. Sauerkraut und milchsauer vergorene Gurken
und Bohnen). |
Herstellung
Die Herstellung erfolgt
nach dem Prinzip der milchsauren
Vergärung. In der Technik werden Kohlenhydrate (meist Kartoffel-
oder Getreidestärke) mit Hilfe des Enzyms Diastase zu Maltose
umgewandelt. Durch die Zugabe von Milchsäure-Bakterienkulturen, z.B.
Lactobazillus delbrueckii vergärt die Maltose bei 37°C
über Glucose als Zwischenprodukt in vielen,
komplizierten Schritten zur DL-Milchsäure. Da die Milchsäurebakterien
im sauren Medium ihre Tätigkeit einstellen, wird die entstehende Milchsäure
durch die kontinuierliche Zugabe von Calciumcarbonat
als Calciumlactat ausgefällt. Mit Schwefelsäure
lässt sich dann wieder Milchsäure gewinnen. Der Gärungsvorgang
entspricht in weiten Teilen der Glycolyse, dem Zuckerabbau im menschlichen
Stoffwechsel. Verwendet man spezielle Bakterienkulturen, lassen sich auch
reine Formen von links- oder rechtsdrehender Milchsäure gewinnen. |
Verwendung
Die Lebensmittelindustrie
benötigt Milchsäure zur milchsauren Vergärung, als Konservierungsstoff
und als Säuerungsmittel (E 270), als Zusatz für alkoholfreie
Getränke und zur Fabrikation von Sirup und Brauselimonaden. In der
Medizin wird sie als verdauungsförderndes Mittel bei Kleinkindern
eingesetzt. Die Gerberei verwendet die Milchsäure zum Entkalken von
Fellen. In der chemischen Industrie dient sie zur Herstellung von Lactaten.
Bei der milchsauren
Vergärung werden Gurken in Kochsalzlösung gelegt;
durch einen Gärprozess
entsteht Milchsäure und wenig Essigsäure.
Dabei werden Milchsäurebakterien
als Starterkulturen hinzugefügt.
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