Kaliumhexacyanoferrat(III) K3[Fe(CN)6]
Eigenschaften
Kaliumhexacyanoferrat(III)
bildet rubinrote, monokline Kristalle, die im Wasser löslich sind.
Die wässrigen Lösungen erscheinen gelblich, sie zersetzen sich
unter Lichteinwirkung allmählich, wobei sich Eisen(III)-hydroxid Fe(OH)3
bildet. Auch Säuren und Hitzeeinwirkung beschleunigen die Zersetzung.
Die beiden Blutlaugensalze
im Vergleich
Kaliumhexacyanoferrat(III)
war früher unter dem Namen "rotes Blutlaugensalz" bekannt. Beim Glühen
von eingetrocknetem Blut, Hornspänen und stickstoffhaltigen, tierischen
Substanzen in Gegenwart von Eisenspänen und Pottasche entstand ein
Produkt, das mit Wasser ausgelaugt wurde. Daraus kristallisierte ein Salz
aus. Je nach Reaktionsbedingung (Luftzufuhr, Wärme) erhielt man ein
rotes oder gelbes Salz (vgl. Gelbes Blutlaugensalz).
Beide Salze können beim Zerfall Kaliumcyanid freisetzen, sie sind
sich in ihren chemischen Eigenschaften ähnlich. Im Gegensatz zum Gelben
Blutlaugensalz reagiert das rote Salz nicht mit Eisen(III)-Ionen, sondern
mit Eisen(II)-Ionen zu Berlinerblau.
Bei der Zugabe einer
Kaliumhexacyanoferrat(III)-lösung zu einer Eisen(II)-sulfatlösung
entsteht Berlinerblau.
Genaugenommen handelt
es sich beim roten Blutlaugensalz um eine Komplexverbindung, die einen
Hexacyanidoferrat(III)-Komplex enthält (>Komplexverbindungen).
Auch das Berlinerblau stellt eine
Komplexverbindung dar. |
Herstellung
Kaliumhexacyanoferrat(III)
lässt sich leicht durch Oxidation von Kaliumhexacyanoferrat(II) mit
Wasserstoffperoxid oder anderen oxidativ wirkenden
Stoffen wie Chlor- oder Bromwasser herstellen. Es kann auch auf elektrochemischem
Weg synthetisiert werden. |
| Verwendung
Die chemische Industrie
benötigt rotes Blutlaugensalz als schwaches Oxidationsmittel bei organischen
Synthesen. Es dient zur Herstellung von Berlinerblau
und wird bei der Küpenfärbung benötigt. In der analogen
Fotografie wird es beim Entwickeln als Abschwächer eingesetzt. Ist
ein Bild zu stark belichtet, kann das ausgeschiedene Silber mit dem roten
Blutlaugensalz wieder zurück oxidiert werden.
Früher setzte man
es bei der Cyanotypie zusammen mit Ammoniumeisencitrat (oder Ammoniumeisenoxalat)
ein. Bei diesem fotografischen Blaudruckverfahren entsteht bei der Vermischung
von Lösungen der beiden Stoffe eine lichtempfindliche Schicht. Beim
Auftreffen von Licht bildet sich Berlinerblau.
Die Entwicklung des Bildes erfolgt durch Spülen mit Wasser. Die löslichen
Eisen(II)-Salze werden ausgewaschen, die unlöslichen Eisen(III)-Salze
verbleiben im Papier und verleihen der Cyanotypie die charakteristische
Färbung. |
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