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  Phosphorwasserstoff   PH3 
GHS 02 GHS 04 GHS 06 GHS 09
GHS 05
  
  
  




Farbloses, geruchloses Gas;   
Knoblauch- oder Fischgeruch
aufgrund von Verunreinigungen
  
Molmasse  33,998 g/mol   
 
AGW  0,1 ml/m3 (TRGS 900)  
Dichte  1,390 g/l  (Gas, 0 °C, 1013 hPa) 
(PH3 zu Luft = 1,08) 
Schmelzpunkt  −133,8 °C   
Siedepunkt  −87,75 °C   
Wasserlöslichkeit 
nur ganz wenig löslich
Explosionsgrz.  1,6 bis 100 Vol.-% (Luft) 
Zündpunkt  +100 °C
Piktogramme 
GHS 02  
GHS 04  
GHS 05
GHS 06
GHS 09 
Gefahr 
Gefahrenklassen + Kategorie 
  
Entzündbare Gase 1 
Gase unter Druck, verdicht. Gas 
Akute Toxizität inhalativ 1
Ätz/Reizwirkung auf die Haut 1B  
Gewässergefährdend akut 1
HP-Sätze (siehe Hinweis)
H 220, 280, 330, 314, 400
 
P 210, 260, 273, 280.1-4+6+7, 377, 381, 303+361+353, 304+340, 305+351+338, 315, 403, 405 
Entsorgung  bei Freisetzung sofort schweren Atemschutz tragen und Raum verlassen, entlüften; Adsorption an Aktivkohle
  Deutscher Name Englischer Name
CAS  7803-51-2 Phosphorwasserstoff
Phosphin
Monophosphan
Hydrogen phosphide
Phosphine
Monophosphane
  
Bemerkung für Schulen: Phosphorwasserstoff ist ein extrem toxisches Gas. Es darf an Schulen nicht aufbewahrt werden. Es wird dringend empfohlen, Versuche, bei denen Phosphorwasserstoff entstehen kann, an Schulen auf gar keinen Fall durchzuführen.
  
 
Wirkung auf den menschlichen Körper   
  
Phosphorwasserstoff ist toxischer als Blausäure. Bei Vergiftungen sinkt der Blutdruck, Schwindel tritt auf und man muss erbrechen. Es kann ein toxisches Lungenödem entstehen. Herzschäden sind ebenfalls möglich. Als gefährlich gelten Konzentrationen ab 50ppm. Vergiftungserscheinungen können aber schon ab 0,5ppm auftreten, wenn man das Gas längere Zeit einatmet.
   
  
Eigenschaften   
  
Phosphorwasserstoff ist ein farbloses, brennbares Gas, das wenig schwerer als Luft ist und meist aufgrund von Verunreinigungen mit verschiedenen Phosphanen knoblauch- oder fischartig riecht. Es ist in Wasser nur ganz wenig löslich. Mischungen mit Luft explodieren in einem sehr großen Grenzbereich. Phosphorwasserstoff kann sich an der Luft von selbst entzünden, wenn er mit Spuren von Diphosphan P2H4 verunreinigt ist. Beim Verbrennen entsteht Phosphorsäure:

PH3  +  2 O2 reagiert zu   H3PO4

Beim Erhitzen mit Schwefel entstehen Schwefelwasserstoff und mehrere Phosphorsulfide. Wie Arsenwasserstoff wirkt Phosphorwasserstoff reduzierend auf Silbernitrat in wässriger Lösung, wobei metallisches Silber entsteht.
   
Herstellung  
  
Phosphorwasserstoff entsteht zusammen mit Phosphinsäure H3PO4 beim Erwärmen von weißem Phosphor in alkalischer Umgebung. Er ist auch aus den Elementen darstellbar. Darüber hinaus sind noch weitere Möglichkeiten zur Herstellung von Phosphorwasserstoff bekannt. 

Bei der Reaktion der Calciumphosphide mit Wasser entsteht neben Phosphorwasserstoff PH3 auch Diphosphan P2H4. Das entstende Gasgemisch entzündet sich an der Luft von selbst.

Ca3P2  +  6 H2Oreagiert zu   3 Ca(OH)2  +  2 PH3
2 CaP  +  4 H2Oreagiert zu   2 Ca(OH)2  +  P2H4

Diese Reaktionen finden auch bei der Reaktion von Calciumcarbid mit Wasser statt, da das Carbid stets mit Calciumphosphiden verunreinigt ist.
   
  
Verwendung   
  
Phosphorwasserstoff dient zur Bekämpfung von Schädlingen wie Mäusen oder Insekten. Dazu wird das Gas selbst eingesetzt, oder man verwendet Calcium- oder Zinkphosphid, die beide mit Wasser die toxischen Phosphane entwickeln. Phosphorwasserstoff ist auch ein bedeutendes Gas zur Dotierung von Halbleitern. Als Grundstoff zur Herstellung organischer Verbindungen wird er ebenfalls benötigt.
   
 
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