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"Sobald die Erzklumpen
getrocknet sind, werden sie mit eisernen Mörsern zerquetscht, mehrfach
gewaschen und solange erhitzt, bis die Verunreinigungen beseitigt sind
und die Farbe hervorkommt..." Er beschrieb auch die Verwendung von
Zinnober für Innenanstriche, wo es stabil bleibt und sich nicht durch
Sonneneinwirkung dunkel verfärbt.
b) Künstliche Herstellung nach
dem Trockenprozessverfahren
Die künstliche Herstellung von Zinnober
wurde von den Chinesen erfunden. Über die Araber kam die Erfindung
wahrscheinlich nach Europa. Die frühsten Quellen in Europa beziehen
sich auf arabische Alchemisten und stammen aus dem 8. und 9. Jahrhundert.
Sie bezeugen die Herstellung von Zinnober aus Quecksilber und Schwefel
(siehe auch die Farbe Rot in der Alchemie).
In Venedig wurde es im 16. Jahrhundert hergestellt. Im 17. Jahrhundert
lag das Zentrum der europäischen Zinnoberproduktion in Amsterdam.
In einem alten holländischen Rezept wurden 100 Gewichtsteile Quecksilber
in einer eisernen Pfanne mit 20 Gewichtsteilen geschmolzenem Schwefel vermischt,
um schwarzes, amorphes Zinnober zu erhalten. Dieses bezeichnete man als
Aethiops mineralis oder als Quecksilbermohr. Die schwarze
Masse wurde pulverisiert und vorsichtig in töpferne Sublimiergefäße
gegeben. Bei etwa 580°C sublimierte das Produkt. Während diesem
Prozess wandelte sich die schwarze Zinnobermodifikation in die rote, kristalline
Modifikation um. Zur Beseitigung von Restschwefel gab man noch eine starke
Lauge hinzu und wusch danach mit Wasser, so dass sich das schwere Zinnober
am Boden absetzte.

Quecksilber ist ein wichtiges Produkt zur
Herstellung von Batterien und bei der Chloralkalielektrolyse.
Außerdem wird es für Amalgame in der Zahnmedizin und zur Herstellung
von Thermometern verwendet.
Hinweis
zur Giftigkeit von Zinnober: Hierbei muss zwischen der reinen Chemikalie
Quecksilber(II)-sulfid und verschiedenen Mineralformen unterschieden werden.
Der oben abgebildete Stein und die kristallinen
Formen des Zinnobers sind bei Zimmertemperatur beständig, von
ihnen dürfte nur eine sehr geringe oder gar keine Quecksilberausdünstung
ausgehen. Allerdings sollte man keine Form des Zinnobers erwärmen
oder erhitzen, da hierbei Quecksilberdämpfe frei werden. Auch beim
Verschlucken kann durch biochemische Prozesse im Verdauungstrakt Quecksilber
freigesetzt werden. Problematischer sind Zinnobererze, die mit dem Mineral
Quecksilber gediegen vergesellschaftet sind. Dort findet man auf dem Zinnobererz
oft deutlich kleine Quecksilberkugeln. Bei einem solchen Mischmineral wird
dann das schon vorhandene Quecksilber durch die Raumwärme ausgeschwitzt.
Die Ansicht, dass dieses Quecksilber aus dem Zinnobererz nachträglich
durch eine chemische Reaktion entstanden sein soll - wie mancherorts behauptet
- konnte vom Autor nicht nachgewiesen werden und ist vermutlich auf Unkenntnis
zurückzuführen. Wie gefährlich Zinnober wirkt, ist aber
noch nicht eindeutig geklärt. Die Unsicherheit zeigt sich auch darin,
dass die Bestimmungen für Zinnober in den Ländern voneinander
stark abweichen. Nach Ansicht des Autors ist der reine, kristalline Zinnober
lange nicht so gefährlich wie andere Quecksilberverbindungen.
Man darf ihn aber nicht erhitzen, essen oder in großen Mengen offen
aufbewahren. Die im Farbenhandel erhältlichen Pigmentsorten erwiesen
sich unter Normalbedingungen ebenfalls als sehr beständig. Trotzdem
wird nicht empfohlen, den Schülerinnen und Schülern Zinnober
zum Malen in die Hand zu geben.
Hochgiftig sind jedenfalls
alle löslichen und nicht so säurebeständigen beständigen
Quecksilberverbindungen wie das Quecksilber(II)-chlorid oder das Quecksilber(II)-oxid.
Besonders wirksame Nervengifte stellen die organischen Quecksilberverbindungen
dar. Bei der Einleitung von Quecksilber(II)-salzen in Gewässer werden
die Salze zu Methylquecksilber biologisch umgebaut. Mitte der 1950er-Jahre
kam es in der Minimatabucht in Japan zur sogenannten Minimata-Krankheit,
nachdem die Bevölkerung mit organischem Quecksilber verseuchten Fisch
gegessen hatte. Obwohl der reine Zinnober ebenfalls zu den Quecksilber(II)-salzen
gezählt wird, scheint er in Gewässern wesentlich beständiger
zu sein. Es existieren einige Beschränkungen. Nach der Chemikalienverbotsverordnung
dürfen beispielsweise Anstriche, die im Wasser ganz oder teilweise
untergetaucht sind, keinen Zinnober enthalten, auch die Verwendung als
Holzschutzfarbe oder zur Imprägnierung von Textilien ist nicht gestattet.
Gemälde im Internet
mit Zinnober
Masaccio:
Kreuzigung (1426)
Giovanni
Bellini und Titian: Fest der Götter (1514 und 1529)
Andere Internetseiten
Zinnober
bei Juraj Lipscher
Zinnober
in der Mineraliendatenbank
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