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  Quecksilber(II)-sulfid   HgS
Flasche
   
 

Zinnoberrotes, kristallines oder
schwarzes
 Pulver

Vorkommen
Mineralien Metacinnabarit (schwarz)
und Cinnabarit (rot),
sowie Hypercinnabarit (mikrokristallin)

Molmasse  232,66 g/mol   
  

AGW  0,02 mg/m3 E (TRGS 900) 
Umwandlung  +344°C
Schmelztemperatur
  +850 °C
  
Dichte (HgS rot) 8,17 g/cm3 
Dichte (HgS schwarz) 7,70 g/cm3 
Wasserlöslichkeit 
unlöslich
Piktogramm  
GHS 07
  
Achtung
Gefahrenklassen + Kategorie  

Hautsensibilisierung 1

HP-Sätze (siehe Hinweis)      
H 317, EUH031   P 280.1-3, 302+352
Entsorgung   G 4   
Etikett drucken Deutscher Name Englischer Name
CAS 1344-48-5 Quecksilber(II)-sulfid
Mercury(II) sulfide

Bemerkungen für Schulen: Quecksilber(II)-sulfid ist im Vergleich zu anderen Quecksilberverbindungen deutlich weniger toxisch. Nur beim Erhitzen kann Quecksilber freigesetzt werden. Natürlicher Zinnober kann mit Quecksilber verunreinigt sein. Dieser sollte nicht eingesetzt werden. Es ist zu beachten, dass in bestimmten Bundesländern ein Totalverbot für Quecksilberverbindungen an Schulen gilt.


Eigenschaften

Quecksilber(II)-sulfid ist im Chemikalienhandel in zwei Modifikationen erhältlich. Die rote Modifikation wandelt sich beim Erhitzen auf 344°C in die schwarze um. In der Natur existiert noch eine dritte, mikrokristalline Modifikation, die im Mineral Hypercinnabarit vorkommt. Queckilber(II)-sulfid besitzt eine sehr hohe Dichte, wobei die rote Modifikation schwerer als die schwarze ist. Die schwarze Modifikation kann beim Erhitzen oder bei höheren Temperaturen Quecksilber freisetzen, sie ist reaktionsfähiger. Die rote, kristalline Modifikation ist bei Raumtemperatur sehr stabil. Sie ist in Wasser unlöslich. Auch Säuren und Laugen vermögen das Quecksilbersalz nicht zu zersetzen, lediglich Königswasser greift es an.

 
Quecksilbersulfid

Quecksilber(II)-sulfid rot, hochreines Produkt des Chemikalienhandels.


Herstellung

Die Alchimisten stellten Quecksilbersulfid durch die Reaktion von Quecksilber mit Schwefel her. Dieses Verfahren ist aber aufgrund der hohen Toxizität des Quecksilbers mit großen Risiken verbunden. Rotes Quecksilber(II)-sulfid kann aus dem natürlich vorkommenden Zinnober durch Reinigung gewonnen werden. Die schwarze Modifikation wird durch Erhitzen von Zinnober hergestellt oder sie kann aus dem Mineral Metacinnabarit isoliert werden. Sie entsteht aber auch beim Einleiten von Schwefelwasserstoff und Ammoniak in eine Quecksilber(II)-chlorid-Lösung:

H2S  +  HgCl2  +  2 NH3 reagiert zu   HgS  +  2 NH4Cl

Die rote Modifikation kann man durch das Einleiten von Schwefelwasserstoff in eine essigsaure Lösung von Quecksilberacetat herstellen.


Verwendung

Das aus dem natürlichen Zinnober gewonnene Pigment war lange Zeit ein bedeutender Rohstoff für rote Farben in Freskos oder in der Buchmalerei. Später setzte man aufgrund der höheren Reinheit synthetisch gewonnenes Quecksilber(II)-sulfid ein. Heute wird es nur noch für Renovationszwecke benötigt. Durch Rösten im Luftstrom kann man Quecksilber herstellen.


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