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In der deutschen Sprache ist der Begriff
der Farbe nicht eindeutig festgelegt. Es ist zu unterscheiden zwischen
der Farbe, die man sieht und der Farbe, mit der man Gegenstände anstreichen
kann. In anderen Sprachen ist dieses Problem eindeutiger gelöst:
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Farbe existiert in der Natur eigentlich gar nicht, sie wird erst durch unsere Sinnesorgane oder genauer durch das Gehirn als Farbeindruck erzeugt. Das Licht wird auf der Netzhaut des Auges als Farbreiz wahrgenommen und im Gehirn zu einer Farbempfindung (bzw. Farbeindruck) verarbeitet. Über ein Linsensystem mit Blendenregelung (Regenbogenhaut) fällt das Licht in das Auge und gelangt auf eine Schicht von Sinneszellen, die sich auf der Netzhaut befinden (Bau des Auges). Das Zentrum des schärfsten Sehens heißt Gelber Fleck. Es existieren zwei verschiedene Sorten von Sinneszellen. Die Stäbchen sind für das Hell-dunkel-Sehen zuständig, die Zapfen für das Farben-Sehen. Von den Zapfen gibt es drei Sorten, die jeweils auf eine bestimmte Wellenlänge des Lichts ansprechen:
1. rotempfindliche, langwellig empfindliche
(L-Zapfen)
2. grünempfindliche, mittelwellig
empfindliche (M-Zapfen)
3. blauempfindliche, kurzwellig empfindliche
(K-Zapfen)
Bei Personen, die eine Farbfehlsichtigkeit
haben, fällt z. B. eine Zapfensorte aus. Das linke Bild zeigt die
Farbwahrnehmung einer voll farbtüchtigen Person, das rechte die Wahrnehmung
einer Person mit Ausfall der L-Zapfen (Rot-Grün-Blindheit):
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Werden alle drei Zapfensorten auf der Netzhaut
gleichzeitig gereizt, entsteht im Gehirn der Farbeindruck Weiß. Dieses
Phänomen kann experimentell beobachtet werden, wenn drei farbige Lichter
(rot, blau, grün) auf einer weißen Fläche übereinander
projiziert werden. Diese sogenannte additive Farbmischung
kann als umgekehrter Vorgang der Dispersion
gesehen werden, aus drei farbigen Lichtern wird die Farbe Weiß erzeugt.
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a) Durch Mischung von verschieden farbigen
Lichtern (s.o.),
b) durch einen Farbkreisel,
c) durch dicht zusammenliegende Farbpunkte
(Farbfernsehgerät, Computerbildschirm).
Bei einem Farbkreisel werden farbige Flächen
so schnell gedreht, dass das Auge die einzelnen Farben nicht mehr unterscheiden
kann und die Farben zum Farbeindruck Weiß addiert. Das Prinzip der
dicht beieinander liegenden Farbpunkte können Sie am Computermonitor
selbst beobachten. Betrachten Sie einfach eine weiße Fläche
mit einer starken Lupe und Sie werden erkennen, dass der weiße Farbeindruck
des Monitors bei starker Vergrößerung aus drei dicht nebeneinander
liegenden Farbpunkten zusammengesetzt ist.
Eine subtraktive
Farbmischung tritt auf, wenn Licht drei
farbige und durchscheinende, hintereinandergestellte Glasplatten durchdringt
(z.B. rot, blau, gelb). Jede Platte schluckt in einer Absorption
einen Wellenanteil des weißen
Lichtes: Die rote Platte lässt z.B. nur das langwellige, rote
Licht durch, sie lässt kein kurzwelliges Licht durch, das wir als
Violettblau empfinden. Das Ergebnis ist, dass bei den drei hintereinander
geschalteten Glasplatten kein Licht mehr durchdringen kann und uns die
Farbe Schwarz erscheint. Eine subtraktive
Farbmischung entsteht auch bei der Vermischung von Malfarben, bzw. von
Pigmenten:
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Fixieren Sie eine Minute lang die orange-rote
Fläche im linken Kasten und blicken Sie danach sofort auf die weiße
Fläche des rechten Kastens. Welche Farbe nehmen Sie wahr?
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Ergibt ein farbiges Licht zusammen mit
einem anderen farbigen Licht den Farbeindruck Weiß, spricht man von
Farbe und Komplementärfarbe. Der folgende Farbkreis (nach Goethe)
stellt Farbe und Komplementärfarbe gegenüber. Es ist zu sehen,
dass dem Gelbrot (Orange) als Komplementärfarbe der oben gesehene
Farbeindruck gegenübersteht:

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Ansatz einer modernen Farbentheorie
Veraltete Drei-Farbentheorien gingen davon aus, dass aus drei farbigen Lichtern alle anderen Farben durch additive Farbmischung erzeugt werden könnten. Dies stellte sich jedoch als Trugschluss heraus. Um den Ansatz einer modernen Farbentheorie genauer zu verstehen, sollen zuerst einmal alle dafür notwendigen Begriffe erläutert werden.
Ein normalsichtiger Mensch kann über
5000 verschiedene Farbarten unterscheiden. Eine Farbart
ergibt sich aus ihrem Farbton und ihrem
Sättigungsgrad. Unter Sättigungsgrad
versteht man die Buntheit eines Farbtones. Bei farbigen Lichtern nimmt
der Sättigungsgrad mit einem zunehmenden Weißanteil ab, bei
Pigmenten erfolgt eine Abnahme der Farbsättigung
durch Mischung mit weißen, grauen oder schwarzen Pigmenten. Bei der
Farbeinstellung von Bildschirmdarstellungen am Computer wählen sie
(bei der erweiterten Farbpalette) zuerst den Farbton und dann können
sie (mit der rechten Leiste) die Sättigung variieren. Sie erhalten
eine bestimmte Farbart. Diese ergibt sich immer aus einem Farbton und dessen
Sättigungsgrad:
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