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  Styrol   C8H8 
 Flasche
 
Teflonverschluss

 Strukturformel Styrol   
  
Klare Flüssigkeit 
  
Vorkommen  Steinkohleteer, Erdöl,
Aromastoff in Weintrauben und Kiwis,
auch im Baumharz Styrax
Molmasse  104,150 g/mol   
  

AGW   20 ml/m3 (TRGS 900) 
Dichte  0,9016 g/cm3   
Schmelzpunkt  −30,65 °C   
Siedepunkt  +145 °C   
Wasserlöslichkeit 
Konz. bei 25 °C 0,321 g/l

Brechungsindex (20°C)  1,5458
Explosionsgrz.  0,97 bis 7,7 Vol.-% (Luft) 
Flammpunkt  +32 °C 
Zündpunkt  +490 °C
Piktogramme
  
GHS 02
GHS 07

GHS 08

Gefahr

Gefahrenklassen + Kategorie
Entzündbare Flüssigkeiten 3
Ätz-/Reizwirkung auf die Haut 2
Schwere Augenschäd./-reizung 2
Akute Toxizität inhalativ 4
Reproduktionstoxizität 2
Spez. Zielorgan-Toxizität w. Hörorgane 1
HP-Sätze (siehe auch Hinweis)
  
H 226, 315, 319, 332, 361D, 372 (Hörorgane)
P 210, 260, 280.1-3,7, 302+352, 305+351+338, 308+313, 403+233
  
Entsorgung   G 1
Etikett drucken Dt. Bezeichnung
(Synonyme)
Engl. Bezeichnung
(Synonyme) 
CAS  100-42-5 Styrol
Styren, Vinylbenzol
Styrene
Vinylbenzene
      
Bemerkung für Schulen: Styrol reizt Augen, Atemwege, Haut und Schleimhäute. Es kann auch Störungen im Zentralnervensystem verursachen. Styrol steht im Verdacht, das Kind im Mutterleib zu schädigen. Eine krebserzeugende Wirkung ist eventuell möglich, aber noch nicht eindeutig belegt. Bei wiederholter Exposition können Schäden am Hör- und Gleichgewichtsorgan auftreten. Das Einatmen der Dämpfe ist zu vermeiden, daher sollte mit Schutzbrille und Schutzhandschuhe, sowie im Abzug gearbeitet werden. Wie für alle Aromaten wird ein besonders dichter Verschluss mit Tefloneinlage empfohlen. Schülerversuche mit Styrol sind problematisch.

  
Eigenschaften 
  
Styrol ist eine klare, ölige Flüssigkeit, die süßlich oder "kunststoffartig" riecht. Sie ist in Wasser nur ganz wenig löslich, in organischen Lösungsmitteln wie Aceton, Ether oder Ethanol ist sie sehr gut löslich. Unter Licht- und Wärmeeinwirkung polymerisiert Styrol zu dem Kunststoff Polystyrol. Dabei wird die Flüssigkeit zäh und härtet allmählich aus. Die Zugabe eines Initiators wie Dibenzoylperoxid beschleunigt den Prozess erheblich. Das im Handel erhältliche Styrol ist mit Hydrochinon stabilisiert. Styrol ist mit einem Brechungsindex von 1,5458 stark lichtbrechend und übertrifft dabei sogar das Benzol (n=1,5011).
  
  
Polymerisiertes Styrol

Dieses Styrol ist leicht polymerisiert, zu erkennen ist die hohe Lichtbrechung.

   
  
Herstellung 
  
Um das Jahr 1830 entdeckte ein Berliner Apotheker, dass sich das Öl aus dem Styrax-Harz einer südamerikanischen Baumart in eine zähe Masse verwandelte. Das Harz wurde namensgebend. Im Jahr 1920 erkannte Hermann Staudinger den makromolekularen Aufbau des Polystyrols. Die industrielle Produktion begann zehn Jahr später durch die IG Farben in Ludwigshafen, nachdem man Styrol durch die Dehydrierung von Ethylbenzol in großen Mengen künstlich produzieren konnte. Das Ethylbenzol kann relativ einfach mit Hilfe eines Aluminiumchlorid-Katalysators direkt aus Benzol und Ethylen hergestellt werden.
    
   
Verwendung

Polystyrol war einer der ersten durch Polymerisation hergestellten Kunststoffe. Aufgeschäumtes Polystyrol ist unter dem Namen Styropor bekannt. Styrol dient zur Herstellung weiterer Kunststoffe. Es wird auch als Lösungsmittel eingesetzt.
   
  
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