Eigenschaften
Azurit ist ein blaues Kupfermineral, das mit einem Messer leicht ritzbar ist und auf der Strichtafel einen blauen oder hellblauen Strich erzeugt. An der Luft kann sich der Azurit unter Abgabe von Kohlenstoffdioxid und Wasser zu Malachit umwandeln. Dies erklärt auch, warum die meisten Azurit-Aggregate mit Malachit vergesellschaftet sind.
Azurit löst sich in Salzsäure unter Aufbrausen und Bildung von Kohlenstoffdioxid. Er schmilzt vor dem Lötrohr, in der Oxidationszone der Flamme bildet sich ein Kupferkorn. Mit Salzsäure befeuchteter, gepulverter Azurit erzeugt eine blaue Flammenfarbe.
Varietäten und Pseudomorphosen
Azurit ist immer blau, Farb-Varietäten sind nicht bekannt. Die zahlreichen bisher verwendeten Namen wie „Bergblau“, „Blue Verditer“ oder „Kupferlasur“ sind nur Synonyme. „Kupferblau“ ist eine erdige, relativ unreine Azurit-Varietät. Azurit kann sich in den Lagerstätten nach Malachit umwandeln, dann entsteht eine Pseudomorphose von Malachit nach Azurit. Auch Pseudomorphosen von Atacamit, Chrysokoll oder Kupfer nach Azurit sind gelegentlich zu finden.
Kristallformen und Wachstum
Im Gegensatz zum Malachit kommen beim Azurit häufiger auch gut ausgebildete Kristalle oder Kristallgruppen nach dem monoklinen System vor. Die beste Qualität ist durchsichtig und tiefblau. Es kommen auch radialstrahlige, kugelige, traubige, nierige oder derbe Aggregate vor. Der Azurit ist häufig mit dem Malachit vergesellschaftet. Es können aber auch Paragenesen mit anderen Mineralen auftreten, zum Beispiel mit Aurichalcit, Brochantit, Calcit, Chrysokoll, Cuprit, Dolomit, Klinoklas, Konichalcit, Quarz oder Smithsonit.
Geschichte
Der Azurit wurde schon im Mittelalter zur Herstellung eines blauen Pigments verwendet. Aber auch die alten Ägypter kannten den Stein, der Name geht auf das persische Wort lazhward („Blau“) zurück. Die erste ausführliche Beschreibung des Minerals und die Benennung nach der blauen Farbe erfolgte durch den französischen Mineralogen François Sulpice Beudant (1787–1850) im Jahr 1824.
Vorkommen
Azurit entsteht wie Malachit als Sekundärmineral in der Oxidationszone der Kupfer-Lagerstätten. Die Tsumeb Mine in Namibia, die Mashamba West Mine in der Demokratischen Republik Kongo oder Laurion in Griechenland sind typische Beispiele dafür.
Ein historisches Vorkommen in Deutschland ist das Blei-Zink-Bergwerk Mechernich im Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen. Eine der besten Fundstellen für Azurit in Deutschland ist der Steinbruch Schmitt im hessischen Altenmittlau. Am Borstein oder am Hohenstein bei Reichenbach im Odenwald wurde früher ebenfalls schöner Azurit gefunden. Im Schwarzwald findet man ihn in der Grube Clara, in Neubulach oder bei Endenburg. Weitere Azurit-Fundstellen in Deutschland sind zum Beispiel der Maubacher Bleiberg in der nördlichen Eifel oder die Kupfergrube Stedtfeld bei Eisenach in Thüringen.
In der Schweiz ist der Azurit eher selten vertreten. Der Wannigletscher in der Region Binntal ist ein Beispiel dafür. In Österreich findet man ihn im Bergbaugebiet Brixlegg in Tirol oder im Bergbaugebiet Schwarzleo bei Leogang im Bundesland Salzburg.
Material für Sammler kommt aus Arizona in den USA, aus Chessy-Les-Mines bei Lyon in Frankreich, aus Marokko, aus dem Ural, aus China oder aus Australien. Azurit ist nicht nur in Mitteleuropa, sondern auch weltweit häufig
verbreitet, daher stellen die genannten Fundstellen nur eine sehr begrenzte Auswahl dar.
Verwendung
Azurit dient in beschränktem Umfang als Erz zur Gewinnung von Kupfer. Beimischungen des gepulverten Minerals im Feuerwerk erzeugen eine blaue Flammenfarbe. Das Pigment Azurit wird noch zur Restauration historischer Kunstwerke benötigt.
