Lasurit
engl. Lazurite
Nach dem persischen Wort lazward („Himmelblau“)
Formel  
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
Na3Ca(Si3Al3)O12S
Silicate
blau, grünlich, violett
hellblau
Glasglanz
durchscheinend bis undurchsichtig
5 – 6
2,4 g/cm³
unvollkommen
muschelig

kubisch
kubisch-hexakistetraedrisch
Lasurit aus Sar-e-SangLupe
Eigenschaften
Lapislazuli
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung
Eigenschaften

Lasurit ist ein relativ hartes Mineral mit blauer Farbe. Auch blauviolette oder blaugrüne Farbvarianten kommen vor. Sehr reine Kristalle oder Splitter können durchscheinend sein. Der Lasurit zersetzt sich in Säuren unter Entwicklung von Schwefelwasserstoff. Er schmilzt vor dem Lötrohr zu einem weißen Glas.

Lapislazuli
Lupe
Lapislazuli mit Pyrit aus Sar-e-Sang in Afghanistan
Lapislazuli
Lupe
Lapislazuli-Herz mit Pyrit, teilweise geschliffen
Fra Angelico Blau
Lupe
Fra Angelico Blau, hergestellt aus Lapislazuli
Lapislazuli

Lapislazuli ist ein blaues Mineralgemisch, das durch den darin enthaltenen Lasurit blau gefärbt ist. Aber auch Calcit, Diopsid, Sodalith oder andere Minerale können im Lapislazuli enthalten sein. Stücke mit golden glänzenden Pyrit-Adern sind bei Sammlern sehr begehrt. Die blaue Farbe des Lapislazulis kann mit Wasser oder mit Fett intensiviert werden. Beim Kauf der Rohstücke ist das zu beachten.


Kristallformen und Wachstum

Lasuritkristalle kommen nur sehr selten vor. Am häufigsten treten Rhombendodekaeder auf, die auch verzwillingt sein können. Gelegentlich findet man Würfel. Die Aggregate sind derb, feinkörnig oder dicht.


Geschichte

Der Lapislazuli ist nach dem lateinischen Wort lapis („Stein“) und dem persischen Wort lazward („Himmelblau“) benannt. Den blauen Stein benutzten bereits die Ägypter und Sumerer. Er findet sich zum Beispiel in den Beigaben der Pharaonengräber. Der Lasurit wurde relativ spät als eigenständiges Mineral beschrieben. Die Benennung erfolgte 1890 durch die beiden norwegischen Mineralogen und Geologen Waldemar Christofer Brøgger und Helge Mattias Bäckström.


Vorkommen

Lasurit in relativ reiner Form kommt weltweit nur sehr selten vor. Am bekanntesten ist die Fundstelle bei Sar-e-Sang in der afghanischen Provinz Badachschan, wo auch die weltbeste Qualität des Lapislazulis gefunden wird. Die gut ausgebildeten Lasuritkristalle sitzen im weißen Marmor. Eine andere Fundstelle befindet sich bei der sibirischen Stadt Sljudjanka am Baikalsee. Im Steinbruch San Vito am Monte Somma beim Vesuv findet man kleine, durchscheinende Lasurit-Kristalle. Auch auf Teneriffa und Madagaskar kommt der Lasurit vor.


Verwendung

Lapislazuli dient noch heute zur Gewinnung des wertvollen Pigments Fra Angelico Blau, das zum Restaurieren alter Kunstwerke benötigt wird. Der geschliffene Lapislazuli ist ein begehrter Schmuckstein. Lasuritkristalle werden von Mineralienliebhabern gesammelt.
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