Uranophan-α, Uranophan-β radioaktiv toxisch
engl. Uranophane
Nach dem Element Uran und dem griechischen Wort phainesthai („erscheinen“)
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse

Ca(UO2)2(SiO3OH)2 • 5 H2O
Uranylsilicate
hellgelb, grünlich, orange
hellgelb
Glasglanz, Fettglanz, Seidenglanz, matt
durchscheinend
2 – 3
3,8 – 3,9 g/cm³
vollkommen
spröde

monoklin
monoklin-sphenoidisch (α)
monoklin-prismatisch (β)
Uranophan aus dem ErzgebirgeLupe

Eigenschaften
Modifikationen
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Eigenschaften

Die beiden Minerale Uranophan-α und Uranophan-β (auch Uranophan-Alpha und Uranophan-Beta) sind Uranminerale aus der Stoffgruppe der Uranylsilicate. Sie sind stark radioaktiv, toxisch, relativ weich und zeigen eine hellgelbe Strichfarbe. Der Glanz der Uranophan-Beta-Kristalle ist etwas mehr seidenartig. Im Gegensatz zum Uranocircit oder zum Autunit zeigen die Uranophane keine oder nur eine sehr schwache Fluoreszenz. Säuren lösen die Uranophane unter Bildung einer gelbgrünen Lösung auf.


M
Lupe
Uranophan, Grube Clara, Schwarzwald
M
Lupe
Uranophan mit grünem Torbernit, Menzenschwand, Schwarzwald
Uranophan-Beta
Lupe
Uranophan-Beta, Grube Katharina 1, Imsbach, Rheinland-Pfalz
Modifikationen

Uranophan-Alpha und Uranophan-Beta sind chemisch gleich aufgebaut, stellen aber zwei verschiedene Modifikationen dar. Sie unterscheiden sich im Habitus der Kristalle, die im monoklinen System in unterschiedlichen Raumgruppen kristallisieren.


Kristallformen und Wachstum

Uranophan-Alpha bildet hellgelbe Nadeln, die häufig radialstrahlig in „Sonnen“ angeordnet sind. Uranophan-Beta bildet zwar auch Nadeln, aber auch kompaktere, blockigere Kristalle. Uranophan-Beta kommt auch dentritisch in Form von feinkristallinen Überzügen mit gelber bis oranger Farbe vor.


Geschichte

Als Typlokalität gilt das einstige Kupferberg im polnischen Oberschlesien. Heute ist die Ortschaft unter ihrer polnischen Bezeichnung Miedziana bekannt. Der deutsche Bergmann Martin Websky (1824–1886) beschrieb ein Uranophan im Jahr 1853 und benannte es nach dem Element Uran und dem griechischen Wort phainesthai („erscheinen“). Die Modifikation Uranophan-β wurde 1935 in St. Joachimsthal im tschechischen Teil des Erzgebirges entdeckt. Beide Uranophane gelten heute als eigenständige Minerale.


Vorkommen

Die beiden Uranophane bilden sich sekundär in fast allen Uranerz-Lagerstätten. Beispiele dafür sind das Krunkelbachtal bei Menzenschwand und die Grube Clara im Schwarzwald, sowie die Grube Alter St. Johannes bei Schlettau im sächsischen Erzgebirge. Die Uranerzmine La Creusaz bei Salvan im Wallis ist eine bekannte Schweizer Fundstelle. Uranophan-Beta wurde in Form von orangefarbenen Krusten in der Grube Katharina 1 bei Imsbach am Donnersberg in Rheinland-Pfalz gefunden.


Verwendung

Die Uranophane werden als Erze zur Gewinnung von Uran abgebaut. Dieses wird in Kernkraftwerken zur Energieerzeugung oder zum Bau von Atomwaffen benötigt.
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