Uranophan-α, Uranophan-β radioaktiv toxisch
engl. Uranophane
Nach dem Element Uran und dem griechischen Wort phainesthai („erscheinen“)
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
Ca(UO2)2(SiO3OH)2 • 5 H2O
Uranylsilicate
hellgelb, grünlich
hellgelb
Glasglanz, Fettglanz, matt
durchscheinend
2 – 3
3,8 – 3,9 g/cm³
vollkommen
spröde

monoklin
monoklin-sphenoidisch
Uranophan aus dem ErzgebirgeLupe

Beschreibung

M
Lupe
Uranophan, Grube Clara, Schwarzwald
M
Lupe
Uranophan mit grünem Torbernit, Menzenschwand
Uranophan ist ein Uranmineral aus der Stoffgruppe der Uranylsilicate. Das stark radioaktive und toxische Mineral ist relativ weich und zeigt eine hellgelbe Strichfarbe. Es bildet hellgelbe Nadeln, die häufig radialstrahlig in „Sonnen“ angeordnet sind. Auch körnige oder erdige Aggregate kommen vor. Das Mineral tritt in zwei Modifikationen auf: Uranophan-α und Uranophan-β unterscheiden sich im Habitus der Kristalle, die in unterschiedlichen Raumgruppen kristallisieren. Im Gegensatz zum Uranocircit oder zum Autunit zeigt Uranophan keine oder nur eine sehr schwache Fluoreszenz. Säuren lösen das Mineral unter Bildung einer gelbgrünen Lösung auf.

Als Typlokalität gilt das einstige Kupferberg im polnischen Oberschlesien. Heute ist die Ortschaft unter ihrer polnischen Bezeichnung Miedziana bekannt. Der deutsche Bergmann Martin Websky (1824–1886) beschrieb das Mineral im Jahr 1853 und benannte es nach dem Element Uran und dem griechischen Wort phainesthai („erscheinen“). Die Modifikation Uranophan-β wurde 1935 in St. Joachimsthal im tschechischen Teil des Erzgebirges entdeckt.

Uranophan bildet sich sekundär in fast allen Uranerz-Lagerstätten. Beispiele dafür sind das Krunkelbachtal bei Menzenschwand im Schwarzwald oder die Grube Alter St. Johannes bei Schlettau im sächsischen Erzgebirge. Auch in der Grube Clara im Schwarzwald kommt Uranophan vor. In der Schweiz findet man das Uramineral in der Uranerzmine La Creusaz bei Salvan im Kanton Wallis. Uranophan wird als Erz zur Gewinnung von Uran abgebaut.
© Thomas Seilnacht / Benutzerhandbuch / Lizenzbestimmungen / Impressum / Datenschutz / Literaturquellen