Autunit, Kalkuranglimmer radioaktiv toxisch
engl. Autunite
Nach der französischen Stadt Autun
Formel  
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
Ca(UO2)2(PO4)2 • 11 H2O
Uranylphosphate
gelbgrün, zitronengelb
schwefelgelb
Glasglanz, Fettglanz
durchscheinend bis durchsichtig
2 – 2,5
2,1 – 2,2 g/cm³
vollkommen
blättrig

tetragonal
ditetragonal-dipyramidal
AutunitLupe
Eigenschaften
Besonderheiten
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Eigenschaften


Der gelbgrüne Autunit ist ein stark radioaktives und toxisches Mineral. Es ist sehr weich und nur geringfügig härter als Gips. Es zählt wie der Uranocircit oder der Torbernit zu den Uranglimmern. Diese Minerale erscheinen blättrig und haben eine leuchtende Farbe. Der Autunit zeigt Glasglanz bis Fettglanz, auf Spaltflächen auch Perlmutterglanz. Unter UV-Licht fluoresziert er gelbgrün. Er löst sich in Salzsäure unter Bildung einer grünen Lösung. Beim Erhitzen im Reagenzglas entweicht das Kristallwasser. Beim Erhitzen vor dem Lötrohr schmilzt der Autunit unter Aufblähen zu einem schwarzen Kügelchen.


Besonderheiten

Beim Erwärmen oder auch bei der Lagerung erfolgt relativ schnell eine Dehydratisierung, und es entsteht der Metaautunit, der einen geringeren Kristallwasseranteil besitzt: Ca(UO2)2(PO4)2 • 6 H2O.


Autunit
Lupe
Autunit aus Hagendorf-Süd in Bayern
Kristallformen und Wachstum

Der Autinit kristallisiert nach dem tetragonalen System. Die Kristalle werden aus Prismen und Dipyramiden gebildet. Der bevorzugte Habitus ist dünntafelig oder glimmerartig. Die tafeligen Kristalle bilden oft viele Schichten übereinander. Es kommen blättrige, kugelige, krustige, schuppige oder dichte Aggregate vor. Der Autunit findet sich gerne auf Quarz in Hohlräumen. Er ist fast immer mit Torbernit und auch häufig mit anderen Uranglimmern vergesellschaftet.


Geschichte

Das Mineral wurde im Jahr 1852 erstmals in Saint-Symphorien-de-Marmagne nahe bei der französischen Stadt Autun gefunden. Die englischen Mineralogen Henry James Brooke (1771–1857) und William Hallowes Miller (1801–1880) untersuchten das Mineral und benannten es nach der französischen Stadt Autun.


Vorkommen

Der Autunit ist ein typisches Mineral aus der Oxidationszone der Uranlagerstätten. Auch in Klüften von Pegmatiten tritt er auf. Neben der Typlokalität bei Autun im französischen Burgund findet man Autunit zum Beispiel in der Assuncao Mine in Portugal. In Deutschland kommt er unter anderem bei Neuensalz im Vogtland, in Hagendorf-Süd in Bayern oder im Granitsteinbruch Henneberg in Thüringen vor.


Verwendung

Der Autunit dient als Erz zur Gewinnung von Uran. Mineralienstufen müssen aufgrund der hohen Radioaktivität in einem geschlossenen Behältnis außerhalb der Wohnung unter Verschluss aufbewahrt werden.
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