| Protactinium ist ein silbergrau glänzendes Schwermetall. Es ist stark radioaktiv - ähnlich wie das Actinium. Protactinium ist unedel, es oxidiert an der Luft rasch und reagiert mit Wasser unter Wasserstoffbildung. Im Uranerz kommen die Isotope Pa-231 und Pa-234 in Spuren vor. Wie das in der Natur vorkommende Uranisotop-235 könnte das natürliche Protactiniumisotop-231 in einen überkritischen Zustand gebracht werden. Für die Auslösung einer Kettenreaktion in einer Atombombe wären allerdings 750kg Pa-231 notwendig, das entspricht einer Kugel mit einem Durchmesser von etwa 46cm. |
| Wie alle anderen radioaktiven Elemente wirkt das Protactinium im Körper stark toxisch und erzeugt Strahlenschäden. |
Das
Metall gehört zu den ganz seltenen Elementen, es steht in der Elementhäufigkeit
nach dem Radium an 85. Stelle. Es kommt in der
Natur in den Uranerzen nur in geringsten Spuren vor. Sie enthalten einen
Pa-Anteil von 0,1-0,3 ppm. Dort entsteht es gemäß der Uran-Actinium-Zerfallsreihe.
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| Das kurzlebige Isotop Pa-234 (Halbwertszeit: 6,7 Stunden) wurde im Jahre 1913 von mehreren Forschern unabhängig voneinander entdeckt. Kasimir Fajans (1887-1975) und O.H. Göhring in Karlsruhe erhielten es bei der Untersuchung des radioaktiven Zerfalls am Uranisotop-238. Nach Ende des Ersten Weltkriegs fanden Otto Hahn (1879-1968) und Lise Meitner (1878-1968) im Jahr 1918 in einem besonders schwer aufschließbaren Rückstand der Pechblende das langlebige Isotop Pa-231 (Halbwertszeit: 32500 Jahre). Sie verliehen der "Muttersubstanz des Actiniums" den Namen Protactinium. |
| Das Element wird nur im Milligrammbereich aus Rückständen bei der Uranverarbeitung hergestellt. Die Isolierung ist extrem aufwändig. In England wurden 1960 einmal 125g hergestellt. Noch heute bedient man sich hauptsächlich an diesem Vorrat. |
| Protactinium hat keine praktische Verwendung, es wird nur zu Forschungszwecken benötigt. |
| Lise Meitner und Otto Hahn |
| Copyright: Thomas Seilnacht |