Mimetesit toxisch
engl. Mimetite
Nach dem griechischen Wort mimesis („Nachahmer“) des Pyromorphits
Formel  
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
Pb5(AsO4)3Cl 
Arsenate
gelb, orange, braun, grün, farblos
weiß
Diamantglanz, Fettglanz
durchsichtig bis durchscheinend
3,5 – 4
7,1 – 7,3 g/cm³
keine
muschelig uneben

hexagonal
hexagonal-dipyramidal
Mimetesit aus MexikoLupe
Eigenschaften
Varietäten
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Eigenschaften


Der Mimetesit ist ein toxisches Blei-Arsen-Mineral, das gerne kugelig oder büschelig auftritt. Es kann dem Pyromorphit sehr ähneln. Meistens erscheint der Mimetesit aber honiggelb, während beim Pyromorphit die grüne Farbe überwiegt. Einige Mimetesite fluoreszieren unter UV-Licht rot oder orange. Der Mimetesit löst sich wie der Pyromorphit in Salpetersäure. Er schmilzt vor dem Lötrohr zu einem Kügelchen, auf der Kohle verbleibt ein gelber Niederschlag aus Bleioxid. Die Marsh-Probe auf Arsen verläuft positiv.


Mimetesit
Lupe
Mimetesit aus Santa Eulalia in Mexiko
Mimetesit
Lupe
Säuliger Mimetesit aus Chihuahua in Mexiko
Mimetesit
Lupe
Tonnenförmiger Mimetesit aus der Les Farges Mine in Frankreich
Mimetesit
Lupe
Mimetesit auf Wulfenit aus der Red Cloud Mine in Arizona USA
Varietäten und Pseudomorphosen

Der Kampylit stellt eine orangerote, phosphorhaltige Varietät dar. Faserige oder haarige Varietäten werden als Prixit bezeichnet. Bellit ist ein Gestein, das aus Mimetesit, Krokoit und Quarz aufgebaut ist. Der Mimetesit kann pseudomorph nach Anglesit, nach Cerussit, nach Vanadinit und nach Wulfenit auftreten. Er kann aber auch durch eine Pseudomorphose zu Willemit umgewandelt werden.


Kristallformen und Wachstum

Mimetesit kristallisiert nach dem hexagonalen System, die Kristalle werden aus Prismen und Dipyramiden gebildet. Sie sind oft aufgewachsen, nadelig, tafelig, kurz- und langsäulig, tonnenartig oder spitzpyramidal. Die Aggregate treten nierig, kugelig, traubig oder krustig auf.


Geschichte

Der französische Mineraloge François Sulpice Beudant (1787–1850) beschrieb das Mineral erstmals im Jahr 1832 und benannte es aufgrund der Ähnlichkeit zum Pyromorphit Mimetèse nach dem griechischen Wort mimesis („Nachahmer“). 1841 übersetzte der deutsche Mineraloge August Breithaupt das französische Wort zu Mimetesit. Der österreichische Mineraloge Wilhelm Karl Ritter von Haidinger (1795–1871) verwendete 1845 den Namen Mimetit, der sich aber nur im englischen Sprachraum durchsetzte. Bei den Bergleuten wurden auch die Bezeichnungen Arsenikbleispath oder Flockenerz verwendet.


Vorkommen

Eine bei Mineraliensammlern bekannte Fundstelle in Deutschland liegt am Quarzriff in Badenweiler im Schwarzwald. Von dort stammen gelbe, kugelige Mimetesite von bester Qualität. Nach jahrelanger Sammlertätigkeit wurde der Abbau von der Gemeinde verboten, weil ein übereifriger Sammler Dynamit verwendete. Auch in der Grube Clara findet man das Mineral. Dort tritt der Mimetesit als Mischmineral zusammen mit dem Pyromorphit auf. Die Grube „Treue Freundschaft“ im sächsischen Erzgebirge gilt als Typlokalität für den Mimetesit.

Weltweit kommt der Mimetesit häufig vor, zum Beispiel in Laurion in Griechenland, in Tsumeb in Namibia, in verschiedenen Minen im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua oder in der Demokratischen Republik Kongo. Auch in den USA gibt es zahlreiche Fundstellen. Aus der Red Cloud Mine in Arizona sind zum Beispiel Mineralienstufen bekannt, bei denen der Mimetesit in kleinen, nadeligen Kristallen auf tafeligem Wulfenit sitzt.


Verwendung

Das Mineral hat nur eine geringe Bedeutung als Erz zur Gewinnung von Blei, da es eher selten vorkommt. Es wird aufgrund der knallgelben Farbe gerne gesammelt. Die Stufen müssen in geschlossenen Dosen aufbewahrt werden, da das Arsen-Mineral toxisch ist.


Mimetesit
Lupe
Mimetesit aus der Hilarion Mine in Laurion, Griechenland
Mimetesit
Lupe
Mimetesit aus der Grube Clara im Schwarzwald
Mimetesit
Lupe
Mischmineral Mimetesit und Pyromorphit, Grube Clara
Mimetesit
Lupe
Mimetesit aus der Tsumeb Mine in Namibia


Wulfenit mit mimetesit, Ojuela Mine, Mexiko

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