Linarit
engl. Linarite
Nach der ersten bekannten Fundstelle bei Linares in Andalusien
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
CuPb(SO4)(OH)2
Sulfate
blau
hellblau
Glasglanz
durchscheinend bis durchsichtig
2,5
5,3 – 5,5 g/cm³
vollkommen
muschelig

monoklin
monoklin-prismatisch
LinaritLupe
Eigenschaften
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung


Lupe
Linarit aus Kautenbach bei Traben-Trarbach in Rheinland-Pfalz
M
Lupe
Linarit auf Quarz aus der Grube Clara im Schwarzwald
M
Lupe
Linarit vom Telfer Weißen in Südtirol
Linarit Grube Friedrichssegen
Lupe
Linarit mit Devillin, Grube Friedrichssegen, Rheinland-Pfalz
Eigenschaften

Der Linarit ist ein relativ selten vorkommendes Mineral, dessen Kristalle intensiv blau gefärbt sind. Aufgrund seiner Blei-Ionen ist das Kupfer-Blei-Sulfat deutlich schwerer als der Chalkanthit. Bei der Zugabe von Salzsäure scheidet sich weißes Bleichlorid ab, was an einer Weißfärbung des Minerals zu erkennen ist. Dadurch kann der Linarit chemisch vom Azurit unterschieden werden.


Kristallformen und Wachstum

Der Linarit kristallisiert nach dem monoklinen System. Die häufig flächenreich ausgebildeten Kristalle zeigen einen prismatischen oder tafeligen Habitus. Es kommen auch faserige, strahlige oder erdige Aggregate vor, nicht selten auch als krustige Überzüge. Typische Begleitminerale sind Kupfer- oder Bleiminerale wie Anglesit, Brochantit, Cerussit, Chalkopyrit, Devillin, Galenit, Hemimorphit, Malachit oder Quarz. Mit dem grünen Namuwit bilden sich gerne Mischkristalle.


Geschichte

Als Typlokalität gilt die La Cruz Bleischmelze bei Linares in der Provinz Jaén im spanischen Andalusien. Dort wurde der Linarit als Sekundärmineral auf alten Bleischlacken entdeckt. Der englische Mineraloge Henry James Brooke (1771–1857) benannte 1822 den Linarit nach dieser Fundstelle.


Vorkommen

Linarit ist ein typisches Mineral in der Oxidationszone der Kuper-Blei-Lagerstätten. Er bildet sich sekundär aus Kupfer- und Bleisulfiden. Die schönsten Linarit-Kristalle aus Deutschland stammen wohl aus der Grube Friedrichssegen bei Bad Ems in Rheinland-Pfalz. Die Grube Kautenbach liegt bei Traben-Trarbach an der Mosel, auch dort wird Linarit gefunden. Die Linaritkristalle aus der Grube Clara oder aus dem Wildschapbachtal im Schwarzwald sind nur winzig klein. Linarit findet sich auf den Schlackenhalden, die aus der Bleierzverarbeitung angefallen sind. Ein Beispiel dafür ist Laurion. Bei Sammlern sind auch die Linarite vom Telfer Weißen im Eisacktal in Südtirol bekannt. Weitere bekannte Fundstellen in Italien liegen am Monte Trisa in Venetien oder im Canina-Tal in der Toscana.


Verwendung

Der Linarit ist eher selten, die Kristalle sind oft nur winzig klein. Das sekundär ausgebildete Mineral hat daher als Kupfer- oder Bleierz keine Bedeutung. Bei Micromountsammlern sind die blau leuchtenden Kristalle begehrt, wenn sie klar und gut ausgeprägt sind oder schöne Anordnungen bilden.

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