Chalkanthit
engl.Chalcantite
Nach den griechischen Wörtern chalkos („Kupfer“) und anthos („Blume“, „Blüte“)
Formel  
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
CuSO4 • 5 H2O
Sulfate
blau, blaugrün
weiß

Glasglanz
durchscheinend bis durchsichtig
2 – 2,5
2,2 – 2,3 g/cm³
unvollkommen
muschelig

triklin
triklin-pinakoidal
ChalkanthitLupe
Eigenschaften
Kunstprodukt
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Eigenschaften


Der Chalkanthit stellt das natürliche Vorkommen des Kupfersulfat-Pentahydrats dar. Das Mineral ist sehr weich, man kann es noch mit einem Fingernagel ritzen, und es ist gut wasserlöslich. Es gibt an trockene Luft Wasser ab, dabei bilden sich helle Krusten von wasserfreiem Kupfersulfat. Auch beim Erhitzen im Reagenzglas wird Wasser abgegeben, dabei bildet sich weißes, wasserfreies Kupfersulfat. Das Mineral sollte nur in luftdichten Dosen aufbewahrt werden.


Künstlicher „Chalkanthit“

Die auf dem Markt angebotenen „Chalkanthite aus Polen“ sind gezüchtete Kristalle. Dafür wird im Wasser das Kupfersulfat bis zur Sättigung gelöst. Die blaue Lösung wird filtriert und in eine Schale gegossen. Nach einer Weile bilden sich die triklinen Kristalle. Man kann einen einzelnen Kristall auch züchten, wenn man einen Impfkristall an einem Wollfaden in die Lösung hängt. Die Kristalle lassen sich auch auf einer künstlichen „Matrix“ züchten.


Chalkanthit aus Laurion
Lupe
Chalkanthit aus der Hilarion Mine in Laurion
Chalkanthit aus Kamsdorf
Lupe
Chalkanthit, Haus Sachsen, Kamsdorf, Thüringen
Chalkanthit aus Kamsdorf
Lupe
Chalkanthit, Haus Sachsen, Kamsdorf, Thüringen
Kristallformen

Der Chalkanthit kristallisiert nach dem triklinen System. Gut ausgebildete Kristalle sind selten, sie sind meist klein und zeigen einen prismatisch-tafeligem Habitus. Häufiger findet man faserige Aggregate. Es kommen auch lockenartige Ausblühungen, sowie stalaktitische oder nierige Aggregate vor. Begleitminerale sind zum Beispiel Aragonit, Azurit, Brochantit oder Gips.


Geschichte

Bei den Alchimisten im Mittelalter war das Mineral unter der Bezeichnung „Kupfervitriol“ bekannt. Der deutsche Mineraloge Ritter Franz von Kobell (1803–1882) beschrieb das Mineral im Jahr 1853 als erster auf wissenschaftlicher Basis und benannte es nach den griechischen Wörtern chalkos („Kupfer“) und anthos („Blume“, „Blüte“).


Vorkommen

Der Chalkanthit findet sich in der Oxidationszone von Kupfererz-Lagerstätten. Er kommt auch als Sekundärprodukt des Bergbaus vor. Als Typlokalität gilt die Chuquimenta Mine in Chile. Bekannte Fundstellen für Sammlerstufen sind zum Beispiel Laurion in Griechenland oder die Planet Mine in Arizona.


Verwendung

Aus dem Chalkanthit könnte man ohne größeren Aufwand reines Kupfersulfat gewinnen, das Mineral kommt aber dafür zu selten vor. Die chemische Industrie stellt das Kupfersulfat aus Kupferabfällen und Schwefelsäure her. Kupfersulfat ist eine häufig benötigte Chemikalie zur Konservierung von Holz, zum Verkupfern in galvanischen Bädern oder zur Herstellung der blauen Flammenfarbe im Feuerwerk.
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