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Die von Levi-Strauß im Jahre 1850
erfundenen Jeans erfreuen sich noch heute großer Beliebtheit und
sind zu einem unverzichtbaren Markenprodukt geworden. Heute werden sie
meist mit künstlich hergestelltem Indigo
gefärbt. Pflanzenfärber wie Ernst Bollhalder
färben jedoch immer noch mit dem natürlichen Indigo, der einen
etwas helleren Farbton ergibt. Im 12. Jahrhundert gewann man den blauen
Farbstoff zuerst aus Färberwaid,
einer einheimischen Indigopflanze. Waid-Anbaugebiete befanden sich im heutigen
Thüringen.
Ernst Bollhalder
färbt mit natürlichem Indigo
Da der indische Indigo jedoch besser färbte,
entwickelte sich nach und nach ein Handelskrieg. Zeitweilig drohte den
Färbern sogar die Todesstrafe, wenn sie das indische Produkt einführten.
Trotzdem setzte sich der indische Indigo durch. Dieser wurde ab 1897 durch
den synthetischen Indigo abgelöst (Näheres zur Geschichte und
zur Gewinnung des Farbstoffes aus der Pflanze siehe auch Begriff Indigo
und Arbeitsblatt).
Das Färben mit Küpenfarbstoffen
(siehe auch Film):
Die Indigopflanze
enthält weder in ihren Wurzeln noch in den Blättern oder
Blüten einen blauen Farbstoff. In ihr findet
sich lediglich die gelbe Zuckerverbindung Indican, eine Vorstufe des Farbstoffes.
Der Mensch erhält den blauen Farbstoff erst durch eine Vergärung
und eine nachträgliche Oxidation. Die so hergestellten Indigoblöcke
sind nicht wasserlöslich und können daher nicht auf eine Stofffaser
aufgezogen werden. Mit Hilfe von Natriumdithionit und Natronlauge
wird der Indigo in das wasserlösliche Salz Indigoweiß umgewandelt
(Verküpung). Die mit dieser Salzlösung
(Küpe) getränkten Stoffe erscheinen an der Luft zuerst gelb (Bild
links unten), bevor sie durch eine Oxidation des
Indigoweiß zum blauen Indigo ihre blaue Farbe erhalten. Dabei
kann der Übergang von gelb über grün nach blau besonders
schön beobachtet werden.
Der Färbevorgang
Das Rezept zur Durchführung des Schülerversuchs
kann downgeloadet werden.
Die Seidentücher können vor der Färbung mit Schnüren
abgebunden werden (siehe Färben mit Beizenfarbstoffen).
Die Schüler und Schülerinnen sollten alte Kleidung und Handschuhe
tragen, da die Farbstoffküpe auf Stoffmaterialien dauerhaft färbt.
Schülerinnen
mit gefärbten Seidentüchern
Arbeitsaufgaben:
1.) Informiere dich über Indigo
und erstelle im Ordner ein Portrait über den Farbstoff!
2.) Erläutere den Vorgang einer Küpenfärbung.
3.) Warum kann man mit den blauen Indigoblöcken
nicht direkt Stoffe färben?