Minium toxisch
engl. Minium
Nach dem lateinischen Wort minium („Mennige“)
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
Pb2+2Pb4+O4
Oxide
rot, orangerot, bräunlich
gelborange
Fettglanz, matt
durchscheinend bis undurchsichtig
2,5
8,9 – 9,0 g/cm³
vollkommen
muschelig, uneben

tetragonal
ditetragonal-dipyramidal
MiniumLupe

Beschreibung

Minium ist ein relativ weiches, leuchtend orangerotes Bleimineral mit hoher Dichte. Es ist aus Blei(II,IV)-oxid aufgebaut. Es kommt nur mikrokristallin vor, meistens findet man derbe oder erdige Aggregate. Beim Lösen in konzentrierter Salpetersäure bilden sich Blei(II)-nitrat und Blei(IV)-oxid. Mit Salzsäure entsteht Chlor. Beim Erhitzen zerfällt es zu Blei(II)-oxid und Sauerstoff. Das Sammeln des Minerals ist problematisch. Es ist umweltgefährlich und reprotoxisch, es kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und das Kind im Mutterleib schädigen. Außerdem steht es im Verdacht, krebserzeugend zu wirken. Man darf es nur mit Schutzhandschuhen anfassen, und es muss in einer geschlossenen Dose aufbewahrt werden.


Lupe
Minium mit Wulfenit aus Anarak im Iran
Minium war schon den Römern bekannt. Sie stellten Blei(II,IV)-oxid künstlich durch Erhitzen von Bleiweiß dar und gewannen so das Pigment Bleimennige. Die Römer konservierten mit Mennige ihren Wein, die Frauen verwendeten das Pigment in Schminke. Bei Gladiatorenspielen vermischten sie es mit dem Sand, um Blutspuren unsichtbar zu machen. Bleimennige wurde in der Malerei und in Rostschutzanstrichen bis ins 20. Jahrhundert eingesetzt. Beim Anrühren mit Leinöl enstand eine beständige Ölfarbe. Heute darf das Pigment nur noch zum Restaurieren alter Gemälde werden.

Der englische Mineraloge und Chemiker James Lewis Smithson (1765–1829) untersuchte das Mineral 1806 als erster auf wissenschaftlicher Basis. Fundstellen für Mineralienstufen sind zum Beispiel Broken Hill in Australien oder Anarak in der Provinz Isfahan im Iran.
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