Eigenschaften
Gold als Mineral wird im Gegensatz zum Element Gold oft auch als Gediegen Gold bezeichnet. Gold lässt sich plastisch gut verbiegen und verformen, es hat eine hohe Duktilität. Es ist so weich, dass man es zu hauchdünnem Blattgold schlagen kann. Auf einer Schieferplatte erzeugt es einen goldgelben Strich. Das Metall hat eine sehr hohe Dichte, ein Würfel mit zehn Zentimeter Kantenlänge wiegt 19,3 Kilogramm! An der Luft und gegen fast alle Säuren ist es beständig. Gold löst sich langsam in Quecksilber und bildet dabei ein Amalgam. Gold ist nur in Königswasser löslich, es schmilzt beim Erhitzen vor dem Lötrohr.
Varietäten und Begleitminerale
Varietäten im eigentlichen Sinne treten nicht auf. Gold aus Flüssen bezeichnet man als Seifengold. Das Berggold wird dagegen bergmännisch abgebaut. Bestimmte Gesteine oder Minerale wie der Chalkopyrit können Gold enthalten. Natürliches Gold ist häufig mit Silber legiert. Elektrum ist eine Goldlegierung, die 15 bis 30 % Silber enthält.
Kristallformen und Wachstum
Gold kristallisiert nach dem kubischen System, daher kommen in der Natur Würfel (Hexaeder), Rhombendodekaeder, Oktaeder, Tetrakishexaeder oder Hexakisoktaeder vor. Die Kristalle können bis zu zwei Zentimeter groß werden. Flache Platten zeigen manchmal dreieckige Flächen des Oktaeders. Gold tritt auch als Kristallskelette, als dendritische Zwillinge, blech- oder drahtartig, fadenartig, fischgrätig, körnig oder moosartig auf. In den Flüssen findet man abgeschliffene Stücke als Seifengold, die je nach Größe als Goldflitter oder Nuggets bezeichnet werden. Da Gold schwer ist, setzen sich die ursprünglich aus dem Gestein herausgewaschenen Stücke an besonderen Stellen im Flussbett ab.
Geschichte
Das deutsche (und englische) Wort für Gold ist wahrscheinlich von dem indogermanischen Wort ghel („glänzend, gelb schimmernd, blank“) abgeleitet. Gold ist eines der zehn Elemente des Altertums. Die ältesten Funde stammen aus dem 7. Jahrtausend vor Christus. Bei den ägyptischen Pharaonen galt Gold als göttliches Metall.
Das römische Weltreich wurde teilweise auf der Basis von geraubtem Gold und Silber errichtet. Innerhalb von dreihundert Jahren gelang es den Römern, alle bekannten Minen und Schätze der damals bekannten Welt unter ihre Kontrolle zu bringen. Gold und Silber galten als feste Währung, und überall zeugten goldene Verzierungen und Statuen vom Reichtum des römischen Lebens. Die Römer kannten bereits ein Reinigungsverfahren durch Ausschmelzen mit Blei, Kochsalz oder Kreide.
Gold war auch eine der Triebfedern für Christoph Kolumbus' Suche nach einem neuen Seeweg nach Indien. Im 16. Jahrhundert landete der spanische Eroberer Hernández Cortés in der Nähe des heutigen Vera Cruz und unterwarf das Volk der Azteken. Das gesamte Gold der Azteken wurde mit Schiffen nach Spanien abtransportiert.
Einen neuen Aufschwung erlebte die Goldsuche in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als ab 1848 neue Goldlagerstätten in der Sierra-Nevada-Region in Kalifornien entdeckt wurden. Viele Goldsucher kamen im Goldrausch nach Amerika, um ihr Glück zu suchen. Der Goldrausch im südafrikanischen Witwatersrand begann im Jahr 1886 mit der Entdeckung des Goldes bei Johannesburg. Die südafrikanische Währung Rand ist nach diesem Höhenzug benannt. Die bekannte Goldmünze Krügerrand (eigentlich Krugerrand) erhielt ihren Namen aus der Währung und dem Präsidenten der ehemaligen Transvaal-Republik Paul Kruger (1825–1904), der 1898 den Kruger-Nationalpark gründete.
Vorkommen
Gold wird als „Seifengold“ im Rhein oder in den Strömen in Sibirien und Kalifornien gefunden. Als „Berggold“ wird ein goldhaltiges Gestein bezeichnet, das pro Tonne bis zu 25 Gramm Gold enthalten kann. Das Meerwasser enthält Gold in einer sehr geringen Konzentration, diese beträgt maximal 0,01 Milligramm pro Kubikmeter. Auch Meteoriten und Sternenstaub können Gold enthalten. Vermutlich ist der schwere Erdkern, der hauptsächlich aus Eisen und Nickel besteht, mit Gold angereichert. Durch Vulkanismus gelangte das Metall nach oben in die Erdkruste.
Im Schweizer Wallis bei Gondo wurde früher das begehrte Edelmetall aus goldhaltigem Chalkopyrit gewonnen, was aber nicht besonders ergiebig war. Auch am Mont Chemin bei Martigny kommt Gold vor. Bekannt ist vor allem die Schweizer Region Emmental, wo das Gold als Seifengold in winzigen Flittern in den Flüssen um den Napf herum auftritt, zum Beispiel in der Emme, in der Ilfis oder in der Grossen Fontanne. Nuggets werden in der Lukmanierschlucht bei Disentis im Kanton Graubünden gefunden.
In Österreich ist das ehemalige Goldbergwerk Hainzenberg im Zillertal zu einem Besucherbergwerk umgebaut. Es liegt oberhalb von Zell am Ziller. Das kristallisierte Gold von dort ist eine Rarität. Eine weitere bekannte Fundstelle für Gold in Österreich ist das Knappenhausgebiet am Goldberg in Rauris. Das Bergwerk Brusson und die Chamousira Mine in Brusson im italienischen Aostatal brachten vor allem im 20. Jahrhundert hervorragende Sammlerstufen hervor.
Neben Seifengold aus Flusssedimenten wurden in Kalifornien ab Mitte des 19. Jahrhunderts zahlreiche Goldadern im Quarz im sogenannten Mother-Lode-Gürtel bergbaulich erschlossen. Bekannte Fundstellen sind zum Beispiel Jamestown im Tuolumne County, die Mockingbird Mine im Mariposa County, die Eagle's Nest Mine im Placer County und Grass Valley im Nevada County. Das Gold wurde ursprünglich in heißen, mineralreichen Lösungen transportiert, die durch Risse im Gestein der Sierra Nevada zirkulierten. Diese Lösungen enthielten gelöstes Gold in sehr kleinen Mengen. Da Gold ein sehr duktiles Metall ist, wächst es beim Ausscheiden aus der Lösung meist blechartig. Nur selten bilden sich kompakte Kristalle nach dem kubischen System. Neben Kalifornien ist auch der US-Bundesstaat Colorado für seine Goldfunde bekannt. Die Dixie Mine im Clear Creek County liefert gut kristallisiertes Gold, das auch dendritische, bäumchenartige Formen bildet.
Gold findet man zum Beispiel auch in Alaska, in Kanada, in Norwegen und Lappland oder im Ural. Die reichsten Goldvorkommen liegen aber in Südafrika. Ergiebige Lagerstätten gibt es in der Provinz Transvaal und vor allem auch im 200 Kilometer langen Höhenzug Witwatersrand, der die größte Goldseifenlagerstätte der Erde darstellt.
Verwendung
Gold ist ein bedeutendes Edelmetall für Schmuck, Münzen und Anlagezwecke. Aufgrund seiner geringen Härte wird es zur Erhöhung der Härte im Schmuck mit anderen Metallen legiert, zum Beispiel mit Kupfer oder mit Platinmetallen. Aber auch in der Elektronik, zum Vergolden von Gegenständen und bei der Restauration von Kunstgegenständen wird es benötigt. Goldlegierungen dienen als Dentalgold für Zahnkronen oder Zahnbrücken. Reflektoren in Satelliten sind mit Gold beschichtet. Cassiusscher Goldpurpur ist kolloidales Gold. Es wird zum Rotfärben von Glas und Porzellan verwendet.








