Datolith
engl. Datolite
Nach dem griechischen Wort detéomai („zerteilen“)
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
CaB(SiO4)(OH)
Silicate
farblos, weiß, grünlich, gelblich, rosa
weiß
Glasglanz, Bruch: Fettglanz
durchscheinend bis durchsichtig
5 – 5,5
2,9 – 3,0 g/cm³
keine
muschelig

monoklin
monoklin-prismatisch
Datholit vom Steinbruch TrautvetterLupe
Eigenschaften
Varietäten
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Eigenschaften

Das Mineral Datolith ist aus einem Calcium-Bor-Silicat aufgebaut. Es ist mit einer Mohshärte von 5 bis 5,5 etwas härter als ein Apatit. Die Kristalle zeigen auf der Oberfläche Glasglanz, an den Bruchflächen Fettglanz. Ein Datolith ist viel härter als ein Calcit, er zeigt im Vergleich zu diesem keine Spaltbarkeit. Der Datolith schmilzt beim Erhitzen zu einem transparenten Glas, bei der Zugabe von Salzsäure wird er zu einer gelatineartigen Masse zersetzt. Bei der Flammprobe färbt sich die Flamme wie bei allen Bormineralen grün.


Varietäten und Pseudomorphosen

Ein Botryolith ist ein traubiger bis nieriger Datolith. Der Name wurde von Friedrich Ludwig Hausmann 1808 aufgrund seiner Form vergeben. Ein Datolith kann sich zu Quarz umwandeln. Solche Pseudomorphosen werden als Haytorit bezeichnet. Der Name bezieht sich auf die Haytor Mine bei Ilsington in England.


Datolith aus Dalnegorsk
Lupe
Datolith aus Dalnegorsk, Russland
Kristallformen und Wachstum

Ein Datolith kristallisiert nach dem monoklinen System. Reine Kristalle sind farblos, durch Gitterbaufehler oder Fremdbeimengungen können sie grünlich, gelblich oder rötlich erscheinen. Der bevorzugte Habitus ist kurzprismatisch bis dicktafelig. Manche Kristalle erscheinen sehr breitflächig. Auch faserige, traubige, nierige, kugelige, körnige oder derbe Aggregate kommen vor. Begleitminerale sind unter anderem Axinit, Calcit, Colemanit, Danburit, Prehnit oder verschiedene Zeolithe.


Geschichte

Das Mineral wurde in der Nodebro Grube bei Arendal in Norwegen erstmals gefunden. Der dänische Geologe Jens Esmark (1763–1839) benannte es 1805 wegen der guten Teilbarkeit unter Bezugnahme auf das griechische Wort detéomai („zerteilen“) .


Vorkommen

Weltweit gesehen ist das Mineral nicht so häufig. Es gibt aber Gebiete, in denen das Bormineral in abbauwürdigen Mengen vorkommt, zum Beispiel im russischen Bergbaugebiet Dalnegorsk. Schön ausgebildete Kristalle für Sammler stammen aus mehreren Tälern in Südtirol, zum Beispiel aus dem Fassa-Tal. In Deutschland gibt es zahlreiche Fundstellen, eine davon ist der Steinbruch Trautvetter bei Steinperf in Hessen.


Verwendung

Der Datolith wird lokal als Erz zur Gewinnung von Bor abgebaut.
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