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  Kaliumbromid  KBr
 Flasche   
  
 


  
Weißes, kristallines  
Pulver
Molmasse  119,002 g/mol   
  


AGW   keine Angaben  
Dichte  2,74 g/cm3   
Schmelzpunkt  +734°C  
Wasserlöslichkeit 
100g H2O lösen bei 20 °C 65,85 g
Piktogramme  

GHS 07
GHS 08

Gefahr

Gefahrenklassen + Kategorie  
Augenreizung 2
Reproduktionstoxizität (FD) 1B
Wirk. auf oder über die Laktation
Spez. Zielorgantoxizität e. 1 (Schläfrigkeit und Benommenheit)
Spez. Zielorgantoxizität w. 1 (ZNS)

HP-Sätze (siehe Hinweis)

H 319, 336, 360FD, 362, 372
  P 201, 260, 263, 280.1-3+7, 305+351+338,
308+313

Entsorgung
  G 4
  Deutscher Name Englischer Name
CAS 7758-02-3 Kaliumbromid Potassium bromide


Bemerkung für Schulen: Kaliumbromid ist ein reprotoxischer Stoff der Kategorie 1B, er kann auch Säuglinge über die Muttermilch schädigen und wirkt toxisch auf das Zentralnervensystem. Werdende und stillende Mütter, sowie Schülerinnen und Schüler dürfen mit diesem Stoff nicht arbeiten. Es wird empfohlen, diesen Stoff an Schulen nicht aufzubewahren.


Eigenschaften
 
  
Kaliumbromid ist im Handel als weißes, kristallines Pulver erhältlich. Das Kaliumsalz der Bromwasserstoffsäure bildet farblose, würfelförmige Kristalle nach dem kubischen System. Die Wasserlöslichkeit des Kaliumbromids ist höher als die des Kaliumchlorids, jedoch nicht ganz so gut wie beim Kaliumiodid. In Ethanol ist Kaliumbromid ebenfalls löslich.

Gibt man Kaliumbromid in eine Silbernitrat-Lösung, fällt hellgelbes Silberbromid aus. Dieses  Salz ist lichtempfindlich und färbt sich am Licht schwarz.
Es wurde früher ausgiebig für die Fotografie mit lichtempfindlichen Filmen benötigt. Leitet man Chlor durch eine Kaliumbromid-Lösung, entsteht in einer Redoxreaktion Kaliumchlorid und elementares Brom, das an der rotbraunen Farbe zu erkennen ist:
 
2 KBr  +  Cl2 
reagiert zu   2 KCl  +  Br2   
   

Chlorgas durch Kaliumbromidlösung leiten

LupeBeim Einleiten von Chlorgas durch eine Kaliumbromid-Lösung entsteht Brom.

   
  
Herstellung 
  
Man könnte das Kaliumbromid direkt durch die Reaktion von Kalium mit Brom erhalten. Diese Reaktion ist aber extrem heftig, und die Ausgangsstoffe sind sehr aufwändig zum Herstellen. Zur industriellen Produktion wird daher Kaliumcarbonat mit Eisen(II,III)-bromid Fe3Br8 umgesetzt. Dieses lässt sich aus billigem Eisenschrott und Brom darstellen.

4 K2CO3  +  Fe3Br8 
reagiert zu  8 KBr  +  Fe3O4  +  4 CO2
 
Benötigt man sehr reines Kaliumbromid, setzt man das Kaliumcarbonat mit Brom und Ammoniak um. Es entsteht Kaliumbromid, Stickstoff, Kohlenstoffdioxid und Wasser:
 
3 K2CO3  +  3 Br2  +  2 NH3reagiert zu  6 KBr  +  N2  +  3 CO2  +  3 H2O

In einer ähnlichen Reaktion lässt sich das Kaliumbromid im Labor auch mit Kalilauge und Brom in einer ammoniakalischen Lösung herstellen. Hier entsteht Kaliumbromid, Stickstoff und Wasser:

6 KOH  +  3 Br2  +  2 NH3reagiert zu  6 KBr  +  N2  +  6 H2O
 
   
  
Verwendung 
  
Die Bedeutung zur Herstellung lichtempfindlicher Schichten für Filme ist aufgrund der digitalen Fotografie stark zurückgegangen. Einkristalle eignen sich zur Herstellung optischer Linsen und Fenster, da sie bestimmte Wellenlängen gut durchlassen. In der Medizin diente Kaliumbromid früher als krampflösendes Mittel bei bestimmten Formen der Epilepsie, im 19. Jahrhundert verwendete man es sogar als Schlafmittel. Heute kommt es nur noch in der Tiermedizin bei Hunden zum Einsatz. Als Beruhigungsmittel wird es nicht mehr verwendet, da es die Gesundheit massiv schädigt und Nebenwirkungen auftreten, eine Überdosierung führt zu einer chronischen Bromvergiftung.
  

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