Massenmessung, Wägen
 
Zur Herstellung von Stoffgemischen und Lösungen benötigt man Mengenangaben über die verwendeten Stoffe. Bei chemischen Reaktionen reagieren die beteiligten Stoffe immer in bestimmten Mengenverhältnissen.
 
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Alte Apothekerwaage mit Gewichten
 
Die Masse wird nach dem SI-Einheiten-System in der Basisgröße mit dem Größensymbol m und der Basiseinheit Kilogramm (kg) angegeben. Je nach Größenordnung werden Teilmengen des Kilogramms verwendet:
 
1000 Tonnen = 1 Kilotonne (kt)
1000 Kilogramm = 1 Tonne (t)
1000 Gramm = 1 Kilogramm (kg)
1000 Milligramm = 1 Gramm (g)
1000 Mikrogramm (µg) = 1 Milligramm (mg)
 
Hat der Chemiker eine abgemessene, bestimmte Portion einer sehr reinen Laborchemikalie vor sich liegen, dann spricht er auch von einer Stoffportion. Diese kann als Masse, als Volumen oder auch als Stoffmenge angegeben werden.
 
Damit Massen verglichen werden können, stellte man im Jahre 1872 einen Kilogramm-Prototyp aus Platin und Iridium her. Dieser wird in Paris aufbewahrt und besteht aus einem Zylinder von 39mm Durchmesser und 39mm Höhe. Im gewerblichen Handel ist für die Masse auch noch die Bezeichnung Gewicht üblich. Nach DIN 1305 (Mai 1977) definiert man die Masse als „die Eigenschaft eines Körpers, die sich sowohl in Trägheitswirkung gegenüber einer Änderung seines Bewegungszustandes als auch in der Anziehung auf andere Körper äußert. Die Masse ist ortsunabhängig". Die ortsabhängige Gewichtskraft dagegen ist das Produkt der Masse eines Körpers und seiner Fallbeschleunigung:
 
FG = m · g
 
Die Einheit der Gewichtskraft ist das Newton (N). Die Gewichtskraft eines Körpers ist an verschiedenen Stellen der Erde unterschiedlich, da die Fallbeschleunigung nicht überall gleich ist. An den Polen beträgt die Fallbeschleunigung 9,83 m/s², während sie am Äquator nur 9,78 m/s² ausmacht (jeweils auf Meereshöhe). Damit ergeben sich folgende Gewichtskräfte für Körper mit der Masse von einem Kilogramm:
 
Pole: FG = 1kg · 9,83 m/s² = 9,83 N
Äquator: FG = 1kg · 9,78 m/s² = 9,78 N
 
Die Gewichtskraft eines Astronauten auf dem Mond beträgt nur etwa ein Siebtel wie auf der Erdoberfläche und im Weltall ist sie so gering, dass er in der "Schwerelosigkeit" schwebt. Seine Masse dagegen bleibt immer gleich.
 
 
Messung der Masse im chemischen Labor
 
Im alchemistischen Labor wurde bereits die einfache Balkenwaage verwendet. Sie besteht aus zwei gleicharmigen Hebeln die auf einem möglichst reibungsfreien Keil aufsitzen. Man unterscheidet Präzisionswaagen mit einer Empfindlichkeit von bis zu 5mg und Analysenwaagen mit einer Empfindlichkeit von bis zu 0,1mg. Für Wägungen benötigt man einen Gewichtssatz mit unterschiedlichen Gewichten, die auf die eine Seite der Waagschale gelegt werden.
 
 
Präzisionsbalkenwaage
 
Manche Waagen besitzen eine Sperrvorrichtung (Arretierung), die kurz vor dem Wägen gelöst werden kann. Dadurch ist die Waage vor mechanischen Erschütterungen beim Transport geschützt. Die Einschalen-Laufgewichtswaage besitzt zwei ungleiche Hebel mit Lastarm-Kraftarm-Verhältnissen von 1:3, 1:10 oder 1:100. Diese Waagen wurden früher häufig bei Schülerübungen eingesetzt. Der Vorteil liegt darin, dass kein Gewichtssatz benötigt wird und der Nullpunkt leicht einstellbar ist.
 
 
 
Einschalen-Laufgewichtswaage
 
Vorwiegend im Physikunterricht sind auch Federwaagen im Einsatz, die die Gewichtskraft von Körpern in Newton anzeigen:
 
 
Federwaage
 
Heute werden diese Waagen fast vollständig durch die elektronischen Waagen ersetzt. Diese zeichnen sich durch Robustheit, schnelle Ablesung und durch ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, z.B. in Verbindung mit einem PC, aus. Elektronische Analysenwaagen sind oft mit einem Gehäuse als Schutz vor Luftbewegungen umgeben und besitzen spezielle Dämpfungen zur Verhinderung von Erschütterungen. Sie sind in der Regel mit einer Empfindlichkeit von bis zu 0,1mg erhältlich, wobei es auch noch genauere Waagen gibt.
 
 
 
elektronische Waage mit 0,01g Ablesbarkeit
 
Bei Wägungen sind folgende Grundregeln zu beachten: Eine Wägung auf einer elektronischen Waage läuft folgendermaßen ab:  
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