Cinnabarit, Zinnober
engl. Cinnabar
Nach dem griechischen Wort kinnabari (blutrot gefärbtes Harz des Drachenblutbaumes)
Formel
Stoffgruppe
Farbe

Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
HgS
Sulfide
zinnoberrot, bräunlich, ziegelrot, durch Verunreinigungen auch schwarz
zinnoberrot, braunrot
Diamantglanz, Metallglanz
durchscheinend bis undurchsichtig
2 – 2,5
8,1 g/cm³
vollkommen
uneben, splittrig

trigonal
trigonal-trapezoedrisch
Zinnober aus AlmadénLupe
Eigenschaften
Modifikationen
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung
Eigenschaften

Cinnabarit ist der offzielle Mineralname, im deutschen Sprachraum ist auch Zinnober gebräuchlich. Das rote Mineral ist weich und lässt sich leicht zerbrechen. Die Dichte ist sehr hoch, kompakte Stücke fühlen sich daher sehr schwer an. Der ebenfalls rote Realgar ist dagegen deutlich leichter. Bei Zimmertemperatur ist der Zinnober beständig, erst beim Erhitzen bilden sich Quecksilberdämpfe. Zinnober ist nur in Königswasser löslich und verflüchtigt sich vor dem Lötrohr ohne Rückstand. Dabei entstehen die toxischen Quecksilber-Dämpfe! Beim Erhitzen im Reagenzglas erhält man einen Quecksilberbeschlag.


ZinnoberLupeZinnober aus Almadén in Spanien
QuecksilberLupeQuecksilber auf Zinnober aus Almadén
ZinnoberLupeZinnober im Kalk vom Buchholzgraben in Kärnten
Calcit mit ZinnoberLupeCalcit mit Zinnober aus Tsumeb in Namibia
Almadén
Lupe
Besucher-Bergwerk in Almadén im Jahr 2017
Modifikationen

Vom Quecksilbersulfid HgS kommen drei Modifikationen vor: Der Cinnabarit kristallisiert nach dem trigonalen System, während der Metacinnabarit nach dem kubischen System kristallisiert und der Hypercinnabarit nach dem hexagonalen System. Die beiden letzten Modifikationen erscheinen nicht rot sondern schwarz.


Kristallformen und Wachstum

Der Cinnabarit kristallisiert nach dem trigonalen System, die Kristalle werden aus Basispinakoid, Prismen, Rhomboeder, Dipyramiden und Trapezoeder gebildet, auch Zwillinge sind bekannt. Neben den meist einzeln auftretenden Kristallen bilden sich derbe, körnige oder massige Aggregate. Das Mineral ist oft mit anderen Mineralien wie Gediegen Quecksilber, Calcit, Dolomit, Realgar, Pyrit, Markasit oder Antimonit vergesellschaftet. Beim Zinnober aus Almadén können zum Beispiel winzig kleine und flüssige Quecksilber-Kügelchen auf dem roten Zinnober sitzen.


Geschichte

Der Name leitet sich vom griechischen Wort kinnábari für „Drachenblut“ ab. Damit wird auch das blutrot gefärbte Harz des Drachenblutbaumes bezeichnet. Zinnober wurde in Mesopotamien und im alten Ägypten wahrscheinlich nicht verwendet. In Europa tauchte der Zinnober zum ersten Mal im 6. Jahrhundert vor Christus bei den Griechen auf. Die Römer bauten das rote Erz in Almadén in Spanien in großen Mengen ab. Andere alte Fundstellen befinden sich heute noch in China und in Usbekistan. Das aus Zinnober gewonnene Pigment Cinnabrium war bei den Römern sehr beliebt, aber auch damals schon sehr teuer. In China ist das Mineral Zhusha („rotes Mineral“) schon seit 3000 bis 4000 Jahren bekannt. In der chinesischen Kunstgeschichte spielte das Pigment eine wichtige Rolle, zum Beispiel bei Chao Yung (1289–1360). Obwohl Zinnober den Alchemisten bekannt war, wurde es als Pigment erst ab dem 15. Jahrhundert von den europäischen Malern verbreitet eingesetzt. Weitere Infos zur Geschichte können beim Pigment Zinnoberrot nachgelesen werden.


Vorkommen

Das berühmeste historische Vorkommen findet sich in Almadén in Spanien. Auch am Monte Amiata in der Toskana kommt Zinnober reichhaltig vor. Bei den Sammlern ist der Zinnober aus dem Buchholzgraben in Stockenboi-Weißensee in Kärnten bekannt. Gut ausgebildete Kristalle aus China stammen aus der Tongren Mine in der Provinz Guizhou oder aus der Chatian Mine in der Provinz Hunan. In der Tsumeb Mine in Namibia tritt der Zinnober zusammen mit anderen Mineralien wie Calcit auf. Insgesamt trifft man das Mineral weltweit sehr häufig an.


Verwendung

Zinnober ist heute noch ein bedeutendes Erz zur Gewinnung von Quecksilber und dessen Verbindungen. Gut ausgebildete Kristalle sind bei Mineraliensammlern begehrt. Es wird empfohlen, die Stufen nicht im Wohnraum und auf jeden Fall in einer geschlossenen Box aufzubewahren. Dies gilt insbesondere für derbe Aggregate aus Almadén. Manche dieser Stufen können mit Quecksilber vergesellschaftet sein. Früher wurde Zinnoberrot als Pigment verwendet.

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