Tetraedrit-Gruppe
engl. Tetrahedrite
Nach der tetraedrischen Form der Kristalle
Formel

Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
Cu6(Cu4X2)Sb4S13
X = Fe, Hg oder Zn
Sulfide
stahlgrau
grauschwarz
Metallglanz, matt
undurchsichtig
3,5 – 4,5
5,0 g/cm³
keine
muschelig uneben

kubisch
kubisch-hexakistetraedrisch
TetraedritLupe
Eigenschaften
Minerale
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Eigenschaften

Die Minerale der Tetraedrit-Gruppe (auch Antimon-Fahlerze) sind nach der tetraedrischen Form der Kristalle benannt, die bei den Fahlerzen typisch ist. Die Minerale der Tennantit-Gruppe (auch Arsen-Fahlerze) sind sehr ähnlich, sie haben jedoch eine etwas dunklere Bruchfläche. Man findet auch eingesprengte, dichte oder körnige Aggregate. Ein Tetraedrit löst sich in Salpetersäure unter Abscheidung von Schwefel und Antimon(III)-oxid. Vor dem Lötrohr auf Kohle schmilzt er zu einem grauen Korn unter Freisetzung von Antimondämpfen. Bei einem Tennantit werden Arsendämpfe frei, die knoblauchartig riechen. Beim Tetraedrit-(Hg) entstehen auch Quecksilberdämpfe.


Minerale

Die chemische Formel für den Aufbau wird mit Cu6(Cu4X2)Sb4S13 angegeben. Für X kann Fe, Hg oder Zn eingesetzt werden. So erhält man die Antimon-Fahlerze Tetraedrit-(Fe), Tetraedrit-(Zn) und Tetraedrit-(Hg), der auch als Schwazit bezeichnet wird.


Schwazit
Lupe
Schwazit oder Tetraedrit-(Hg) aus Brixlegg in Tirol, Österreich
Tetraedrit
Lupe
Tetraedrit mit aufgewachsenem Chalkopyrit aus der Grube Clara im Schwarzwald
Kristallformen und Wachstum

Die Tetraedrite kristallisieren nach dem kubischen System. Sie verwenden zur Kristallbildung zahlreiche Kristallformen des kubischen Systems. Der bevorzugte Habitus ist tetraedrisch, auch Durchkreuzungszwillinge kommen häufig vor. Begleitminerale sind unter anderem Arsenopyrit, Azurit, Chalkopyrit, Galenit, Malachit, Proustit, Pyrit, Quarz, Sphalerit oder die Minerale der Tennantit-Gruppe.


Geschichte

Der österreichische Mineraloge Wilhelm Karl Ritter von Haidinger (1795–1871) vergab den Namen Tetraedrit im Jahr 1845. Er orientierte sich an der tetraedrischen Form der Kristalle.


Vorkommen

In Deutschland findet man Tetraedrite zum Beispiel in Clausthal im Harz oder in der Grube Clara im Schwarzwald. In Rumänien kommen sie in Cavnic vor, in Tschechien in Pribram. Am bekanntesten sind jedoch die gut ausgebildeten, tetraedrischen Kristalle aus Huanzala in Peru, die eine Flächenstreifung zeigen. Der Schwazit ist nach Schwaz benannt, das nordöstlich von Innsbruck in Österreich liegt. Dort kommt er in der Umgebung an verschiedenen Stellen vor, zum Beispiel auch in Brixlegg.


Verwendung

Die Tetraedrite werden als Erz zur Gewinnung von Kupfer und Antimon verwendet. Bei Mineraliensammlern sind die tetraedrischen Kristallformen begehrt.
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