Schwefel
engl. sulfur
Nach sanskrit sweb oder sweblan („schlafen“ oder „erschlagen“)
Formel  
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
S
Elemente
gelb, bräunlich, grünlich
weiß bis hellgelb
Harzglanz
durchsichtig bis undurchsichtig
1,5 – 2
2,07 g/cm³
keine
muschelig

orthorhombisch
orthorhombisch-dipyramidal
Schwefel vom Lemberg, UkraineLupe
Eigenschaften
Varietäten
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Schwefel aus Mexiko
Lupe
Schwefel aus San Felipe in Mexiko
Selenschwefel
Lupe
Selenschwefel, Le Cetine di Cotorniano Mine bei Chiusdino, Toscana, Italien
Goldflitter als Seifengold
Lupe
Orthorhombische Kristalle, San Felipe, Mexiko
Goldnugget
Lupe
Schwefel und Aragonit aus Agrigento in Sizilien
Gold oktaedrisch
Lupe
Coelestin und Schwefel aus Agrigento
Eigenschaften


Schwefel ist ein weiches, sprödes Mineral, man kann es mit einem Messer ritzen und auch gut zerteilen. Schwefel ist in Wasser und nicht-oxidierenden Säuren nicht löslich, von Salpetersäure wird er angegriffen, in Schwefelkohlenstoff ist er löslich. Natürliche Schwefelkristalle sind anfällig gegen Licht und Hitze, sie müssen an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort aufbewahrt werden. Schwefel schmilzt aufgrund seines niedrigen Schmelzpunktes von 112 °C leicht vor dem Lötrohr. Er verbrennt ab 250 °C mit blauer Flamme zu Schwefeldioxid, das toxisch ist und die Atemwege stark reizt.


Varietäten und Pseudomorphosen

Selenschwefel ist eine rötliche Schwefel-Varietät, die bis zu fünf Prozent Selen enthalten kann. Man findet ihn am Vulkan Kilauea in Hawaii, in der Toscana oder auf den Liparischen Inseln. Bei den Stufen aus Agrigento in Sizilien kann der Aragonit durch Schwefel ersetzt sein. Dann liegt eine Pseudomorphose von Schwefel nach Aragonit vor.


Kristallformen und Wachstum

Das Mineral ist sehr formenreich. Schwefelkristalle zeigen die typischen Formen des orthorhombischen Systems wie Pinakoide, Prismen oder Dipyramiden. Klare, unversehrte, gut ausgebildete Kristalle in Tonnenform oder dicke Tafeln sind bei Sammlern sehr begehrt und entsprechend teuer. Es kommen auch derbe, nierige, erdige, pulvrige, stalaktitische oder krustige Aggregate vor.


Geschichte

Das Wort Schwefel ist wahrscheinlich aus den Begriffen sweb oder sweblan („schlafen“ oder „erschlagen“) im Sanskrit entstanden. Das bezieht sich vermutlich auf die Toxizität des Gases Schwefeldioxid, das beim Verbrennen des Schwefels entsteht. Die Geschichte des Schwefels ist beim Element Schwefel beschrieben.


Vorkommen

In der Natur tritt Schwefel beim Austritt vulkanischer Gase, bei heißen Quellen oder Solfataren aus und lagert sich dann am Boden und auf Gesteinen ab. Schwefel entsteht auch beim Abbau von Schwefelverbindungen durch anaerobe Bakterien unter Ausschluss von Sauerstoff.

Lagerstätten findet man in Sizilien, Polen, Irak, Louisiana, Texas und Mexiko. Natürliche Stufen mit gut ausgebildeten Kristallen kommen zum Beispiel aus San Felipe in Mexiko, vom Lwiw (Lemberg) in der Ukraine oder aus Agrigento in Sizilien. Achtung: Viele Stufen mit Schwefelkristallen aus „Bolivien“ sind künstlich hergestellt.


Verwendung

Schwefel ist ein wichtiger Rohstoff in der chemischen Industrie. Der größte Anteil dient zur Herstellung von Schwefelsäure und damit auch zur Herstellung von Düngemitteln. Weitere Verwendungen sind beim Element Schwefel aufgezählt.


Schwefel aus Racalmuto in Sizilien
© Thomas Seilnacht / Benutzerhandbuch / Lizenzbestimmungen / Impressum / Datenschutz / Literaturquellen