Chlorargyrit
engl. Chlorargyrite
Nach dem griechischen Wort chlorós („gelbgrün“) und dem lateinischen Wort argentum („Silber“)
Formel
Stoffgruppe
Farbe

Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
AgCl
Halogenide
farblos, weiß, olivgrün, gelblich, grau, bräunlich, schwarz
weiß
Diamantglanz
durchscheinend bis durchsichtig
1,5
5,5 g/cm³
keine
muschelig

kubisch
kubisch-hexakisoktaedrisch
Chlorargyrit aus BakerLupe
Eigenschaften
Varietäten
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Eigenschaften

Der Chlorargyrit ist ein weiches, im reinen Zustand farbloses Silbermineral. Fremdbeimengungen mit Iodid-Ionen färben den Chlorargyrit gelblich oder bräunlich, Bromid-Ionen grünlich. Er verdunkelt durch Lichteinfluss und kann sich dabei ganz schwarz färben. In Wasser und in Säuren ist er nicht löslich. Beim Erhitzen vor dem Lötrohr auf Kohle entsteht zunächst eine Schmelze, die nach dem Sieden eine dunkle Perle bildet. In Ammoniaklösung bildet sich ein löslicher Komplex.


Chlorargyrit
Lupe
Varietät Embolit aus der Empire Mine in Arizona
Varietäten und Pseudomorphosen

Der Chlorargyrit ist aus Silberchlorid aufgebaut, während der ähnliche Iodargyrit aus Silberiodid besteht. Der olivgrüne bis bräunliche Embolit ist eine Chlorargyrit-Varietät, die noch in geringen Anteilen Bromid-Ionen enthält. Der Bromargyrit ist wiederum ein eigenständiges Mineral, er besteht überwiegend aus Silberbromid. Meist sind die Übergänge zwischen diesen Mineralen und Varietäten fließend. Es sind auch Pseudomorphosen von Chlorargyrit nach Silber gediegen bekannt.


Kristallformen und Wachstum

Der Chlorargyrit findet sich gerne als Krusten auf Gestein. Selten sind kleine, farblose Kristalle, die nach dem kubischen System ausgebildet sind. Am häufigsten treten Würfel auf, seltener Okaeder oder Rhombendodekaeder. Unter Lichteinfluss färben sich die Kristalle dunkel, da hierbei elementares Silber gebildet wird. Es kommen auch stalaktitische, faserige, säulenartige oder massige Aggregate vor. Der Chlorargyrit sucht unter anderem die Gesellschaft von Akanthit, Bromargyrit, Cerussit, Iodargyrit, Malachit oder Silber gediegen.


Geschichte

Schon Georgius Agricola (1494–1555) erwähnte in seinem Werk De Natura fossilium ein „leberfarbenes Silbererz“, mit dem höchstwahrscheinlich der Chlorargyrit gemeint war. Eine eindeutige Beschreibung erfolgte 1565 im Lehrbuch De Omni Rerum Fossilium Genere des Schweizer Naturforschers Conrad Gesner (1516–1565). Aufgrund seiner Farbe wurde das Mineral in späteren Lehrbüchern auch als „Hornerz“ oder „Hornsilber“ bezeichnet. Den heute gültigen Namen erhielt der Chlorargyrit 1875 durch den deutschen Mineralogen Albin Weisbach (1833–1901) in Freiberg, der es nach den Elementen Chlor und Silber (lateinisch argentum) benannte.


Vorkommen

Der Chlorargyrit findet sich in der Oxidationszone von Silbererz-Lagerstätten. Bekannte Fundstellen in Deutschland liegen zum Beispiel bei St. Andreasberg im Harz, sowie bei Schneeberg und Marienberg im Erzgebirge. Man findet das Silbererz auch im griechischen Laurion oder in den Minen in der Umgebung des australischen Ortes Broken Hill. Olivgrüner Embolit wird in der Empire Mine bei Tombstone im US-Bundesstaat Arizona gefunden.


Verwendung

Der Chlorargyrit wird als Erz zur Gewinnung von Silber verwendet. Die Stufen in Sammlungen sollten in einer geschlossenen Dose unter Lichtabschluss aufbewahrt werden.
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