Asbecasit
engl. Asbecasite
Nach den Elementen Arsen (As), Beryllium (Be), Calcium (Ca) und Silicium (Si) (Graeser 1966)
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
Ca3TiAs6Be2Si2O20
Arsenite, Silicate
gelb, orange
hellgelb
Glasglanz, Harzglanz
durchscheinend bis durchsichtig
6,5 – 7
3,7 g/cm³
vollkommen
muschelig, spröde

trigonal
trigonal-skalenoedrisch
Asbecasit vom WannigletscherLupe

Beschreibung

Asbecasit ist ein sehr seltenes, relativ hartes und sprödes Mineral, das im frischen Zustand zitronengelb bis orangegelb erscheint. Die komplizierte Zusammensetzung aus einem Calcium-Titan-Berylliumarsenit mit einem Silicat-Anteil ist sehr ungewöhnlich. Asbecasit bildet gerne tafelige Kristalle, die häufig sechseckig sind und abgeschrägte Rhomboederflächen aufweisen. Manchmal sind sie fächerförmig angeordnet. Auch derbe oder pulvrige Aggregate, sowie krustige Überzüge kommen vor. Typische Begleitminerale sind unter anderem Adular, Cafarsit, Cervandonit, Klinochlor, Magnetit, Quarz, Synchisit oder Tilasit. Ein Asbecasit kann im Lauf der Zeit an der Luft verwittern, wobei sich die anfangs klaren Kristalle weißlich bis grünlichgelb verfärben und allmählich trüb werden. Ein Asbecasit löst sich in Salzsäure nur ganz langsam auf.

Asbecasit
Lupe
Leicht verwitterter Asbecasit vom Wannigletscher als krustiger Überzug
Das Mineral wurde erstmals durch den Schweizer Mineralogen Stefan Graeser (geb. 1935) im Jahr 1963 im Gebiet des Wannigletschers in der Region Binntal gefunden. Die Untersuchungen am Typmaterial ergab die chemische Zusammensetzung, die den Namen prägte. Graeser benannte das Mineral 1966 nach den Elementen Arsen (As), Beryllium (Be), Calcium (Ca) und Silicium (Si). Graeser suchte den Ursprung der arsenhaltigen Lösungen, die bei der Entstehung der Arsenminerale in der Grube Lengenbach von Bedeutung waren.

Neben der Typlokalität Wannigletscher-Cherbadung wird der Asbecasit im Binntal auch im Gebiet Lärchultini gefunden. Es gibt außerhalb des Binntals weltweit nur sehr wenige bekannte Fundstellen: Tennvatn in Norwegen und Vetralla am Lago di Vico in Italien zählen dazu. Der Asbecasit hat keine praktische Bedeutung, er ist aber ein begehrtes und entsprechend teures Sammlermineral.
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