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Achate
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der CD-ROM können Sie alle Fotos bildschirmfüllend
betrachten und zoomen (Beispiel)
Bei einem Achat
und einem Jaspis sind die Kristalle nicht mit dem Auge sichtbar. Der Jaspis
zeigt die Kristallform erst im Dünnschliff unter dem Mikroskop, der
Achat sogar erst im Rasterelektronenmikroskop. Der Jaspis gehört zu
den mikrokristallinen, der Achat zu den kryptokristallinen Quarzen. Daher
werden Achat und Jaspis dem Chalcedon zugeordnet.
Das Achatsammeln
besitzt in mehrfacher Hinsicht eine Faszination: Die Vielfältigkeit
der Farben, die vielen möglichen Variationen der typischen Bänderungen
und die möglichen Einschlüsse, die den Betrachter an ein Motiv
erinnern lassen, machen den Reiz des Achatsammelns aus. Die Achate auf
Bild 1 und 2 gehören zu den Achattypen mit normaler Bänderung.
Man bezeichnet sie auch als Festungsachate. Die Achate bildeten sich als
Sekundärmineral in Gesteinshohlräumen aus. Dabei füllte
eine gelartige Substanz aus Kieselsäuregel die Hohlräume und
kristallisierte allmählich aus, wobei rhythmische Reaktionen zu den
Bänderungen führten. Störungen erzeugten die Farben- und
Formenvielfalt. Der Achat auf Bild 1 aus Baker Ranch/Mexiko hat im unteren
Teil einen nicht ganz auskristallisierten Hohlraum gebildet. Risse ermöglichten
das Eindringen von Pigmenten wie Eisenoxid, die die kräftigen Rot-
und Gelbfärbungen bei Achaten erzeugen, so auch bei dem Achat auf
Bild 2 aus San Rafael/Argentinien.
Der Achat auf Bild
3 stammt aus dem Conejeros Claim in Chihuahua/Mexiko. Die "orange Sonne"
wird durch ein Fremdmineral in der Achatmandel verursacht. Die Botswana-Achate
(Bild 4) fallen zwar nicht durch Farben auf, dafür umso mehr durch
wunderschöne Kontrastspiele.
Bei den Achaten
lassen sich einige Strukturen mit chemischen Vorgänge, die aus den
Experimentierbüchern bekannt sind, vergleichen. Beugungs- und Streueffekte
des Lichts erzeugen die für den Chalcedon typische Blaufärbung
(Bild 5, Achat aus Freisen, Windmühle). Eine Brechung der Lichtstrahlen
ist vom sogenannten Tyndall-Effekt bekannt. Dort werden die Lichtstrahlen
in kolloiden Lösungen gebrochen, so dass das Licht zur Seite gestreut
wird (Bild 6: Ein Lichtstrahl wird in einer Mehl-Wasser-Suspension gebrochen).
Bei Moosachaten
bildet sich im Kieselsäuregel eine mit Silicat-Sol gefüllte Blase.
An der Kontaktstelle zwischen Sol und Lösung bildet sich eine Membran.
Durch den osmotischen Druck zerreißt die Membran und kurz darauf
bildet sich sofort wieder eine neue. Dadurch entstehen bäumchenartige
Strukturen (Bild 7), die manchmal auch an Moos erinnern. Der Vorgang entspricht
den Vorgängen beim Experiment "Chemischer Garten", bei dem Salze (z.B.
Eisen-, Kupfer- oder Cobaltchlorid in eine Natronwasserglas-Wasser-Mischung
geworfen werden (Bild 8).
Im Jahre 1896 beschrieb
Raphael Eduard Liesegang (1869-1947) das periodische und rhythmische Auftreten
von Strukturen bei chemischen Reaktionen. Die periodischen Fällungsreaktionen
erzeugen die typischen Ringe. Achate, die die durch Fällungsreaktionen
erzeugten Ringe zeigen (Pfeil), sind bei Sammlern sehr begehrt (Bild 9,
Achat aus Baumholder, Sammlung Hoffmann-Rothe). Bild 10 zeigt Liesegangsche
Ringe aus Silberchromat, die durch eine periodische Fällungsreaktion
entstanden sind (>Versuchsanleitung).
Wolkenachate sind
nach ihrer Zeichnung benannt. Die Bänderung verläuft hier nicht
parallel, sondern divergierend, d.h. räumlich in auseinandergesetzter
Richtung. Die Bilder zeigen einen schönen Wolkenachat aus dem Edelsteindorado
in Freisen. Typisch ist auch die Kombination mit grobkristallinem Quarz
im oberen Teil der Mandel.
Manche Achate erhalten
durch Verwitterungserscheinungen und Entfärbungsprozesse eine hellweißliche,
pastellartige Farbtönung. Diese Porzellanachate kommen in Freisen/Saarland
in vielen Variationen vor (Bild 13 und 14 vom Autobahnbau in Freisen).
Bild 14 zeigt zusätzlich reizvolle Moos-Achat-Strukturen.
Versuchsanleitung:
Liesegangsche Ringe in einem Gel
In
einem 250ml-Becherglas werden 0,4g Kaliumdichromat, 12g Gelatinepulver
in 100ml Wasser gegeben und auf dem Dreifuß oder einem heizbaren
Magnetrührer unter ständigem Rühren solange erhitzt, bis
die Gelatine mit dem Wasser ein klares Gel bildet. Die heiße, gelbe
Flüssigkeit wird in mehrere Petrischalen und Reagenzgläser verteilt.
Das Gel in den Petrischalen bildet eine dünne Schicht, während
die Reagenzgläser zur Hälfte gefüllt werden. Direkt nach
dem Erstarren des Gels wird in die Mitte der Petrischale ein dicker Tropfen
1molare Silbernitratlösung gegeben (ca. 17g Silbernitrat auf 100ml
Lösung). Nach dem Abdecken der Schale stellt man diese an einen ruhigen
Ort und wartet mehrere Stunden ab. Die erstarrte Gelschicht in den Reagenzgläsern
wird 1-2mm hoch mit der Silbernitratlösung überschichtet und
an einen ruhigen Ort gestellt.