Rhodochrosit
engl. Rhodochrosite
Nach den griechischen Wörtern rhodon („Rose“) und chrosis („Färbung“)
Formel  
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
MnCO3
Carbonate
hell- und dunkelrot, bräunlich, rosa
weiß
Glasglanz
durchsichtig bis undurchsichtig
3,5 – 4
3,3 – 3,6 g/cm³
vollkommen nach dem Rhomboeder
uneben

trigonal
ditrigonal-skalenoedrisch
Rhodochrosit aus PeruLupe
Eigenschaften
Pseudomorphosen
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung
Eigenschaften

Das Mineral Rhodochrosit wird auch Manganspat oder Himbeerspat genannt. Die Kristalle werden ähnlich wie beim Calcit als Skalenoeder oder Rhomboeder ausgebildet. Der Rhodochrosit unterscheidet sich von diesem vor allem durch die himbeerrote Farbe. Rhodochrosit lässt sich mit dem Messer ritzen, der ähnliche und wesentlich härtere Rhodonit dagegen nicht. Das Carbonat löst sich unter Aufbrausen und Kohlenstoffdioxidentwicklung in Salzsäure auf. Es schmilzt vor dem Lötrohr nicht, wird aber rissig und färbt sich grünlichgrau. Bei der Probe mit der Boraxperle bildet sich in der oxidierenden Zone der Brennerflamme eine violette, in der reduzierend wirkenden Flamme eine farblose Perle. Manche Rhodochrosite fluoreszieren unter dem UV-Licht rosa oder violett. Einige Rhodochrosite verwittern an der Luft zu Manganoxiden und verlieren dabei ihre Farbe.

Pseudomorphosen

Rhodochrosit aus Peru
Lupe
Rhomboedrischer Rhodochrosit aus der Morococha Mine in Peru
Rhodochrosit kommt pseudomorph nach Calcit oder nach Serandit vor.


Kristallformen und Wachstum

Es treten die Kristalle des trigonalen Systems auf: Basispinakoid, Prismen, Rhomboeder und Skalenoeder. Dreieckige Platten oder pseudokubische Kristalle sind ebenfalls bekannt. Das Mineral bildet auch dichte, körnige, derbe, traubige, spätige oder krustige Aggregate. Eher selten sind Kontaktzwillinge oder Durchdringungszwillinge.


Geschichte

Der Rhodochrosit war schon im Altertum als roter Schmuckstein bekannt. Der deutsche Mineraloge Friedrich Hausmann (1782–1859) vergab den Namen im Jahr 1813. Er leitet sich von den griechischen Wörtern rhodon („Rose“) und chrosis („Färbung“) ab. Der Name Himbeerspat stammt von August Breithaupt (1791–1873).


Vorkommen

Rhodochrosit entsteht hydrothermal, wo er häufig zusammen mit anderen Carbonat-Mineralen wie Baryt, Calcit oder Dolomit gefunden wird. Die besten Rhodochrosite der Welt kommen aus der Sweet Home Mine in Colorado, USA. Eine Historische Fundstelle befindet sich in der Grube Restauradora bei Catamarca in Argentinien. In Sammlungen sind auch Rhodochrosite aus Peru oder aus Cavnic in Rumänien vertreten.


Verwendung

Rhodochrosit ist ein bedeutendes Erz zur Gewinnung von Mangan. Klare Kristalle sind bei Sammlern begehrt und sehr teuer. Aber auch undurchsichtige Stücke werden aufgrund ihrer Farbe gerne zu Schmucksteinen verschliffen.
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