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Mit
der Eroberung Mexikos durch Cortez im Jahr 1522 kam auch das Blauholz wie
die amerikanische Cochenillelaus nach Europa.
Das Holz wuchs ursprünglich auf der Halbinsel Yucatán und wurde
von dem mexikanischen Hafen Campeche nach Spanien verschifft. Es galt früher
als sehr kostbar. Seeräuber griffen die Transportschiffe an, so dass
die spanische Marine den Schiffen einen militärischen Geleitschutz
mitgab. Im 17. und 18. Jahrhundert war der Farbstoff in Europa sehr beliebt,
England importierte bis zu 13000 Tonnen Blauholz pro Jahr.
Früher wurde Blauholz oft zum Färben von Baumwolle und Leinen verwendet. Es eignet sich auch zum Färben aller natürlicher und synthetischer Materialien wie Wolle, Seide oder Leder. Als Lebensmittelfarbstoff ist Hämatoxylin nicht zugelassen. In der Mikroskopie verwendet man Hämatoxylin zur Anfärbung von Zellkernen. |
Der
Farbstoff wird heute meist als geraspeltes Holz gehandelt. Etwas teuerer
ist der Blauholzextrakt, ein rotes Pulver, das durch das Auskochen
des Holzes mit Wasser gewonnen werden kann. Besonders farbintensiv färbt
Holz, wenn es nach dem Raspeln 6-8 Wochen lang befeuchtet und an der Luft
gelagert wird. Dabei oxidiert das Hämatoxylin schon vor der eigentlichen
Färbung zu Hämatein, das in reiner Form braunrote, metallisch
glänzende Kristalle bildet.
Zum Färben von Textilien kocht man die Holzspäne mit Wasser auf und filtriert den Farbstoffextrakt durch ein Leinentuch. Danach können die vorgebeizten Textilstoffe im heißen Wasser gefärbt werden. Das Beizen mit Alaun erzeugt eine violette Farbe auf der Textilfaser, das Vorbeizen mit Weinstein oder Eisensalzen führt eher zu blaugrauen Farben. |
| Farbenprojekt
Das Färben mit Blauholz
Arbeitsblatt Färben von Seide |
| Copyright: T. Seilnacht |