Skutterudit
engl. Skutterudite
Nach den Gruben von Skutterud bei Snarum in Norwegen
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
CoAs3
Arsenide
zinnweiß, stahlgrau
grauschwarz
Metallglanz
undurchsichtig
5,5 – 6
6,4 – 6,9 g/cm³
deutlich
muschelig, uneben

kubisch
kubisch-disdodekaedrisch
SkutteruditLupe
Eigenschaften
Nickelskutterudit
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Eigenschaften

Skutterudit ist ein hartes, relativ schweres, grau glänzendes Mineral. Der reine Skutterudit ist nickelfrei und aus einem Cobaltarsenid aufgebaut. Er ist aber meistens mit dem sehr ähnlichen Nickelskutterudit (Ni,Co,Fe)As3 vergesellschaftet. Dieser glänzt deutlich stärker. Man findet praktisch nie die Reinform von einem der beiden Minerale. Der Skutterudit kann beim Anschlagen und vor allem beim Erhitzen toxische Arsen-Verbindungen freisetzen. Er erzeugt beim Anschlagen Knoblauchgeruch. Vor dem Lötrohr schmilzt er ebenfalls unter Knoblauchgeruch zu einer grauschwarzen, ferromagnetischen Kugel. Das Mineral löst sich in Salpetersäure bei einem hohen Cobalt-Gehalt mit rötlicher Farbe und bei einem hohen Nickel-Gehalt mit grünlicher Farbe.


Nickelskutterudit aus Schlema im Erzgebirge
Lupe
Nickelskutterudit aus Schlema im Erzgebirge
Erythrin
Lupe
Erythrin auf Skutterudit aus Bou Azzer in Marokko
Weißnickelkies, Nickelskutterudit und Varietäten, Safflorit

Die alte bergmännische Bezeichnung „Weißnickelkies“ verwendete 1845 der deutsche Mineraloge August Breithaupt (1791–1873) für Erzproben vom Schneeberg in Sachsen. Er meinte damit den Nickelskutterudit, dessen chemische Formel heute mit (Ni,Co,Fe)As3 angegeben wird. Dieser wurde früher zwar auch als „Chloantit“ bezeichnet. Heute bezeichnet man mit Chloanthit NiAs2-2,5 aber die arsenarme Varietät des Nickelskutterudits. Der Safflorit ist aus CoAs2 aufgebaut, er stellt ein ähnliches, aber eigenständiges Mineral dar, das einen etwas geringeren Arsengehalt als der Skutterudit aufweist.


Kristallformen und Wachstum

Der Skutterudit kristallisiert nach dem kubischen System. Es kommen Hexaeder (Würfel), Rhombendodekaeder, Oktaeder, Pentagondodekaeder und Ikositetraeder vor. Das Erz tritt auch in körnigen und derben Aggregaten auf. Der Skutterudit ist fast immer mit dem Nickelskutterudit vergesellschaftet. Aber auch andere Mineralien wie Arsenopyrit, Cobaltit, Nickelin, Pyrrhotin, Quarz oder Silber suchen die Gesellschaft.


Geschichte

Die Bergleute kannten den Skutterudit im Mittelalter unter den bergmännischen Bezeichnungen „Speiskobalt“ oder „Smaltin“, da er damals zur Herstellung des blauen Pigments Smalte benötigt wurde. 1845 benannte der österreichische Mineraloge Wilhelm Ritter von Haidinger (1795–1871) den Skutterudit nach der Typlokalität, den Kobaltgruben von Skutterud bei Snarum in Norwegen.


Vorkommen

Neben seiner Typlokalität beim norwegischen Skutterud kommt der Skutterudit auch am Schneeberg und am Annaberg im sächsischen Erzgebirge oder im bayerischen Wölsendorf vor. Bekannt bei den Sammlern sind auch die Mineralienstufen aus Bou Azzer in Marokko. Lagerstätten für den Erzabbau liegen in Kanada, Kuba, Marokko, Russland, Australien und den USA.


Verwendung

Aufgrund der engen Vergesellschaftung des Skutterudits mit dem Nickelskutterudit eignen sich beide als Erze zur Gewinnung von Nickel und Cobalt. Der Skutterudit wird auch von Mineraliensammlern gesammelt. Da es sich um ein Arsenmineral handelt, müssen Erzproben in einem geschlossenen Behälter aufbewahrt werden.
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