Tincalconit und Borax
engl. Tincalconite, Borax
Nach dem persischen Wort tincal („persisches Salz“) und dem arabischen Wort bauraq („Borax“)
Formel Tincalconit
Formel Borax
Stoffgruppe
Farbe Tincalconit
Borax
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
und Kristallklasse
Na2B4O5(OH)4 • 3 H2O
Na2B4O5(OH)4 • 8 H2O
Borate
weiß
farblos, weiß, gelblich, grau
weiß
Glasglanz, Harzglanz, matt
undurchsichtig bis durchsichtig
2 – 2,5 (Borax)
1,7 – 1,9 g/cm³
vollkommen (Borax)
muschelig

Borax: monoklin-prismatisch
Tincalconit: trigonal-trapezoedrisch
Tincalconit auf BoraxLupe

Beschreibung

Tincalconit entsteht bei Verwitterung und Wasserabgabe aus dem Mineral Borax. Die meisten Boraxkristalle haben aus diesem Grund einen weißen Überzug aus Tincalconit, wenn sie an der Luft liegen bleiben. Ist der gesamte Anteil in Tincalconit umgewandelt, dann besteht das Stück zwar aus dem Mineral Tincalconit, die monokline Kristallstruktur des ursprünglichen Minerals Borax ist aber erhalten geblieben. Borax bildet Kristalle mit prismatisch-tafeligem Habitus. Es kommen auch knollige, derbe, körnige oder erdige Aggregate vor. Borax schäumt vor dem Lötrohr und schmilzt leicht. Es ist in Wasser gut löslich. Beim starken Erhitzen geben die beiden Minerale ihre Kristallwasseranteile ab und wandeln sich zu Natriumtetraborat um. Da Borax ein fruchtschädigender Stoff ist und gerne verwittert, muss es in einer geschlossenen Dose mit hoher Luftfeuchtigkeit aufbewahrt werden. Nach einer Berührung sind die Hände gut zu waschen.

Borax und Tincalconit findet man im Ufersediment von ausgetrockneten Borax- oder Salzseen. Fundstellen sind zum Beispiel Ladakh in Indien, der Chabyêr Caka Salzsee im Tibet oder der Borax Lake bei Boron in Kalifornien. Die Borminerale sind bedeutende Rohstoffe zur Gewinnung von Bor und Borverbindungen wie Natriumtetraborat.
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