Talk
engl. Talc
Nach dem arabischen Wort talq
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem

Kristallklasse


Mg3Si4O10(OH)2
Silicate
weiß, grünlich, grau, gelblich, bräunlich
weiß
Fettglanz, Perlmuttglanz
durchscheinend bis undurchsichtig
1
2,7 – 2,8 g/cm³
vollkommen
uneben

triklin (Talk-1A)
monoklin
(Talk-2M)
triklin-pinakoidal oder
monoklin-prismatisch
TalkLupe
Eigenschaften
Varietšten
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Eigenschaften


Talk ist ein sehr weiches Mineral, dem in der Härteskala nach Mohs der Wert 1 zugeordnet ist. Es fühlt sich fettig an und ist so weich, dass man es mit dem Fingernagel abschaben kann. Typisch ist auch der speckige Fettglanz der schuppigen oder blättrigen Aggregate. Talk lässt sich sehr gut spalten, auf den Spaltflächen erscheint Perlmuttglanz. Reiner Talk ist weiß, durch Verunreinigungen mit Fe2+-Ionen entsteht eine grünliche Färbung. Talk ist in Säuren kaum löslich, vor dem Lötrohr schmilzt er nicht, blättert aber auf. Beim Erhitzen auf über 800 °C erfolgt unter Wasserabspaltung eine Zersetzung zu den Mineralien Cristobalit und Enstatit. Die Leitfähigkeit für Wärme und elektrischem Strom ist schlecht.


Talk
Lupe
Talk nach Quarz, Johanneszeche, Bayern
Talk
Lupe
Talk nach Dolomit, Johanneszeche, Bayern
Talk
Lupe
Kugeliger Talk, Pietranera, Ligurien, Italien
Talk
Lupe
Talk aus Trimouns in Frankreich
Varietäten und Pseudomorphosen

Talk kann je nach Modifikation in zwei verschiedenen Kristallsystemen kristallisieren: Talk-1A kristallisiert im triklinen System, Talk-2M dagegen im monoklinen System. Kerolith ist eine grünliche Varietät, die Nickel-Ionen enthält. Mit dem Begriff Speckstein bezeichnet man Gesteine, die aus Mischmineralen mit dem Hauptbestandteil Talk bestehen. Ein massiver Speckstein, der sich fettig anfühlt und gut bearbeiten lässt, wird als Steatit bezeichnet.

Talk kommt pseudomorph nach Anthophyllit, nach Dolomit, nach Pektolith, nach Quarz oder nach Spodumen vor. Talk selbst kann pseudomorph zu Quarz umgewandelt werden.


Kristallformen und Wachstum

Talk zählt zur Gruppe der Schichtsilicate. Er kommt selten in erkennbaren Kristallen vor. Häufiger sind blättrige, schuppige, kugelige, nierige oder dichte Aggregate. Typische Begleitmineralien des Talks sind Aktinolith, Calcit, Dolomit, Quarz, Serpentin oder Tremolit.


Geschichte

Talk und Speckstein wurden bereits im Altertum verwendet. Fast alle Völker des Altertums wie die Hethiter oder die alten Ägypter nutzten das Material zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen. Die geringe Härte ermöglichte eine gute Bearbeitung des Specksteins. Man fertigte daraus Skulpturen, Siegel oder Geschirr. Die Wikinger stellten daraus Gefäße, Handspindeln zum Verspinnen von Fasern, Gewichte oder Schwungräder her. Das Mineral ist nach dem arabischen Wort talq benannt. Der Name Steatit leitet sich vom griechischen Wort stéar („Fett“) ab.


Vorkommen

Talk bildet sich sekundär aus anderen Mineralien oder tertiär aus magnesiumhaltigen Gesteinen. Er findet sich in Serpentingesteinen der alpinen Klüfte. Fundstellen in Österreich gibt es zum Beispiel am Talggenkopf bei Zemmgrund im Zillertal oder in der Magnesit-Talk-Lagerstätte Oberdorf-Niederdorf an der Laming in der Steiermark. Dort findet man neben Talk und Magnesit auch Pyrit, der in den Talk eingebettet ist. Die bekannteste Fundstelle für Sammlerstufen in Deutschland ist die Johanneszeche bei Wunsiedel im bayerischen Fichtelgebirge. Von dort stammen kugelige Aggregate, unter anderem auf Quarz oder Amethyst. In der Johanneszeche tritt Talk auch pseudomorph nach Quarz oder nach Dolomit auf. Die Specksteingrube zum kommerziellen Abbau des Steatits wurde nach der Schließung ab 2002 zurückgebaut.

Talk ist weltweit verbreitet und ist ein vielfach eingesetzter Rohstoff. Die größte Lagerstätte in Mitteleuropa für den kommerziellen Abbau liegt bei Rabenwald in der österreichischen Steiermark. Die Talkfabrik Talc de Luzenac zählt zu den größten Talk-Produzenten der Erde. Der dazu gehörende Talksteinbruch von Trimouns befindet sich oberhalb des südfranzösischen Ortes Luzenac am Rand der Pyrenäen. Über eine Seilbahn wird das Rohmaterial in die Fabrik transportiert. Die Firma vermarktet das Talkpulver in Säcken.


Verwendung

Asbestfreier Talk stellt für die Bauindustrie ein bedeutender Rohstoff für feuerfeste Materialien dar, zum Beispiel im Ofenbau oder für elektrische Isolatoren. In der Papierindustrie verwendet man ihn als Füllstoff. In der Pharmazie dient er als Pudergrundlage und in Lebensmitteln ist er als Trennmittel mit der Nummer E 553b zugelassen. Talkstäube werden als Talkum bezeichnet. Sie dürfen nicht eingeatmet werden, da Entzündungen in den Atemwegsorganen auftreten können. Talkhaltiger Babypuder und Produkte für den Intimbereich gelten als problematisch. Das heute angebotene „Talkum asbestfrei“ darf nur noch einen sehr geringen Anteil der Asbestfasern im Rahmen der Grenzwerte enthalten. Früher gab es Produkte, die mit Asbestmineralien wie Aktinolith vermischt waren.
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