Spangolith
engl. Spangolite
Nach dem Mineraliensammler Norman Spang (1842–1922)
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
Cu6Al(SO4)(OH)12Cl • 3 H2O
Sulfate
dunkelgrün, türkisblau, smaragdgrün
hellgrün
Glasglanz
durchscheinend bis durchsichtig
2 – 3
3,1 g/cm³
vollkommen
uneben

trigonal
ditrigonal-pyramidal
Spangolith aus Mansfeld-SüdharzLupe

Beschreibung

Spangolith mit Connellit
Lupe
Connellit mit Spangolith, Insel Serifos
Connellit mit spangolith
Lupe
Connellit mit Spangolith und Chrysokoll aus Laurion
Spangolith ist ein relativ weiches, smaragdgrünes Mineral, das nur kleine Kristalle ausbildet. Der Habitus ist dicktafelig oder kurzpyramidal. Im Vergleich zu ähnlichen Mineralen ist die Form der winzigen Kristalle mit ausgeprägtem Glasglanz absolut typisch. Der Spangolith bildet gerne auch krustige Überzüge. Begleitminerale sind zum Beispiel Aurichalcit, Brochantit, Chalkophyllit, Chrysokoll, Connellit, Cuprit, Cyanotrichit oder Malachit. Ein Spangolith besitzt pyroelektrische Eigenschaften, er wird beim Erwärmen elektrisch aufgeladen. Von Säuren wird er aufgelöst.

Der Mineraloge Samuel Lewis Penfield (1856–1906) beschrieb im Jahr 1890 das Mineral als erster und benannte es nach dem US-amerikanischen Mineraliensammler Norman Spang (1842–1922). Dieser hatte zuvor seine 6000 Stücke umfassende Mineraliensammlung an das American Museum of Natural History für nur 10000 US-Dollar verkauft. Norman Spang war als erster im Besitz des neuen Minerals, das er von einem Sammler aus der Umgebung von Tombstone im US-Bundesstaat Arizona erhalten hatte. Die Typlokalität der Erstfundstelle kann heute daher nicht mehr zurückverfolgt werden.

Der Spangolith bildet sich sekundär in der Oxidationszone von Kupfererz-Lagerstätten oder auf alten Schlackenhalden. Er hat keine technische Bedeutung. In den Sammlungen der Micromountsammler finden sich zum Beispiel Stücke aus dem Mansfelder Revier in Sachsen-Anhalt, aus der Schlackenhalde Avissalos auf der griechischen Insel Serifos oder aus Laurion. Bei den griechischen Fundstellen ist der Spangolith häufig mit dem Connellit vergesellschaftet.
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