Romanèchit
engl. Romanèchite
Nach dem Ort Romanèche im französischen Département Saône et Loire
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
(Ba,H2O)2(Mn4+,Mn3+)5O10 
Oxide
schwarz, grauschwarz, bräunlich
schwarz-bräunlich
Metallglanz, matt
undurchsichtig
5 – 5,5
4,3 – 5,5 g/cm³
keine
muschelig-uneben, Glaskopf: schalig

monoklin
monoklin-prismatisch
Lupe

Beschreibung

Der Romanèchit ist Hauptbestandteil der Minerale aus der Psilomelan-Gruppe. Dieser Name leitet sich von den griechischen Wörtern psilos („kahl“) und melas („schwarz“) ab. Ein Psilomelan stellt ein Erzgemisch dar, das aus verschiedenen Manganoxiden aufgebaut ist.


Lupe
Romanèchit pseudomorph nach Gips aus der Hilarion Mine in Laurion
Nadelige Kristalle des Romanèchits sind selten, meist tritt er in derben oder dichten Aggregaten auf. Ein traubiges, knolliges Aggregat wird „Schwarzer Glaskopf“ genannt. Ein Romanèchit ist vor dem Lötrohr nicht schmelzbar, in Salzsäure ist er löslich. Beim Erhitzen im Reagenzglas wird Wasser abgegeben, dabei wandelt er sich in Hollandit um. Eine Unterscheidung zu anderen Manganerzen ist schwierig.

Der Romanèchit ist nach der französischen Gemeinde Romanèche-Thorins benannt. Die dortige Manganerz-Lagerstätte gilt als Typlokalität. In Deutschland findet man ihn zum Beispiel in der Grube Adam Heber bei Schneeberg in Sachsen oder in der Grube Clara im Nordschwarzwald. Weitere Fundstellen sind die Mina Haiti im spanischen Bergbaugebiet La Union oder Laurion in Griechenland. Alle Psilomelane eignen sich als Erze zur Gewinnung von Mangan.
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