Prehnit
engl. Prenite
Nach dem holländischen Oberst Hendrik von Prehn (1733–1785)
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
Ca2Al(Si3Al)O10(OH)2
Silicate
farblos, weiß, grün, gelblich, rötlich
weiß
Glasglanz, Perlmutterglanz
durchsichtig bis undurchsichtig
6 – 6,5
2,8 – 3,0 g/cm³
gut
uneben

orthorhombisch
orthorhombisch-pyramidal
PrehnitLupe
Eigenschaften
Pseudomorphosen
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Prehnit
Lupe
Analcim auf „Hahnenkamm“-Prehnit aus Imilichil in Marokko
M
Lupe
Prismatisch-tafeliger Prehnit aus dem Val Nalps im Schweizerischen Graubünden
M
Lupe
Hahnenkamm-Prehnit mit Epidot und Adular aus Arvigo in GraubŁnden
M
Lupe
Prehnit aus dem Steinbruch Trautvetter bei Steinperf in Hessen
Eigenschaften

Der Prehnit ist ein relativ häufig vorkommendes Mineral, das zu den Kettensilicaten gezählt wird. Die Kristalle sind farblos, weiß, grün, gelblich oder hellbraun. Auf der Oberfläche zeigen sie Glasglanz, auf den Bruchflächen glänzen sie perlmutterartig. Einige Prehnite fluoreszieren unter kurzwelligem UV-Licht bläulich oder rosarot und unter langwelligem UV-Licht gelb. Das Mineral schmilzt vor dem Lötrohr unter Aufblättern. Es löst sich in Salzsäure nur langsam auf. Erst beim Erhitzen auf hohe Temperaturen wird im Reagenzglas (aus Quarzglas) Wasser abgegeben. Bei den Zeolithen erfolgt die Wasserabgabe im Gegensatz dazu schon bei niedrigen Temperaturen.


Pseudomorphosen

Es sind Pseudomorphosen nach Analcim, Anydrit, Calcit, Glauberit, Laumontit oder nach Natrolith bekannt.


Kristallformen und Wachstum

Der Prehnit kristallisiert nach dem orthorhombischen System. Man findet tafelig-prismatische Kristalle, die meistens verzerrt oder gekrümmt sind. Aufgeblätterte Kristalle sehen oft wie ein „Hahnenkamm“ aus. Es kommen auch schalige, kugelige, nierige oder körnige Aggregate vor. Typische Begleitminerale sind Anhydrit, Apophyllit, Axinit, Calcit, Epidot, Glauberit und Zeolithe wie Analcim oder Natrolith.


Geschichte

Die Namensgebung erfolgte 1789 durch den deutschen Mineralogen Abraham Gottlieb Werner (1749–1817). Er benannte es nach dem holländischen Oberst Hendrik von Prehn (1733–1785), der das Mineral erstmals am Kap der Guten Hoffnung fand.


Vorkommen

Der Steinbruch „Cantera Oficarsa“ liegt beim Ort Carchelejo etwa 30 Kilometer südlich von Jaen in Andalusien. Von dort kommen die grünen, kugeligen Prehnite, die in vielen Sammlungen vertreten sind. Der Prehnit aus Imilichil in Marokko ist häufig mit Epidot oder Analcim kombiniert. Prehnit wird auch in den alpinen Zerrklüften gefunden, zum Beispiel auf der Val Nalps oder bei Arvigo im Calancatal im Schweizerischen Kanton Graubünden. Der Prehnit aus Arvigo zeigt die typische Hahnenkamm-Struktur, er ist mit büschligem Epidot und Adular vergesellschaftet. In Österreich kommt er beispielsweise im Habachtal vor. Der schönste Prehnit aus Deutschland stammt aus dem Steinbruch Trautvetter bei Steinperf in Hessen. Weltweit ist der Prehnit an vielen Fundorten zu finden.


Verwendung

Farbiges, transparentes Material wird gelegentlich zu Schmucksteinen verschliffen. Grüne, kugelige Aggregate sind bei Mineraliensammlern begehrt.
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