Phenakit
engl. Phenakite
Nach dem altgriechischen Wort phénax („Lügner“)
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
Be2(SiO4)
Silicate
farblos, weiß, gelblich, rosa
weiß
Glasglanz
durchscheinend bis durchsichtig
8
3,0 g/cm³
gut
muschelig

trigonal
trigonal-rhomboedrisch
PhenakitLupe

Beschreibung

Phenakit
Lupe
Phenakit vom Jos Plateau in Nigeria
Phenakit ist ein sehr hartes Mineral, das aus Berylliumsilicat aufgebaut ist. Es ist härter als ein Quarz, die Härte entspricht in etwa der des Berylls. Der Quarz weist auf den Prismenflächen fast immer Querstreifungen auf, die beim Phenakit fehlen. Quarz besitzt eine geringere Dichte. Der reine Phenakit ist farblos. Durch Gitterbaufehler oder Fremdbeimengungen können auch gelbliche oder rötliche Färbungen vorkommen. Die Kristallaggregate sind oft sehr flächenreich. Der Phenakit bildet gerne ineinander verwachsene Durchdringungs-Zwillinge. Wenn die verzwillingten Kristalle um 60° gegeneinander gedreht sind, entsteht die Form eines „Fräskopfes". Es kommen auch derbe und dichte Aggregate vor, häufig findet man das Mineral abgerollt im Geröll der Flussseifen. Belgeitminerale sind unter anderem Beryll, Chrysoberyll oder Apatit. Ein Phenakit ist chemisch gegen die meisten Säuren beständig, nur Flusssäure kann ihn angreifen.

Als Typlokalität gilt die Smaragd- und Alexandrit-Mine beim russischen Malyschewa. Dort wurde der Phenakit 1833 im Glimmerschiefer erstmals gefunden. Der norwegische Mineraloge Nils Gustav Nordenskjöld (1792–1866) benannte das Mineral nach dem altgriechischen Wort phénax („Lügner“), weil ein Phenakit gerne einen Quarz vortäuscht. In Deutschland findet man den Phenakit zum Beispiel bei Zufurt im Fichtelgebirge. In Österreich kommt er bei Rauris im Bundesland Salzburg vor. Die schönsten und besten Phenakite der Welt stammen wahscheinlich aus der Saliston Mine am Jos-Plateau in Nigeria. Dort kommen klare Kristalle vor, die gerne auch treppenstufigartig verwachsen sind. Die Seltenheit eines klaren, verschliffenen Phenakits wird oft unterschätzt, es ist ein wertvoller Edelstein.
© Thomas Seilnacht / Benutzerhandbuch / Lizenzbestimmungen / Impressum / Datenschutz / Literaturquellen