Pektolith
engl. Pectolite
Nach dem griechischen Wort pektos („gut zusammengesetzt“), da er schlecht pulverisierbar ist
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
NaCa2Si3O8(OH)
Silicate
weiß, farblos, blau (Larimar)
weiß
Glasglanz, Seidenglanz
durchscheinend bis undurchsichtig
4,5 – 5
2,8 – 2,9 g/cm³
Kristalle vollkommen
uneben, Aggregate faserig

triklin
triklin-pinakoidal
Pektolith aus dem Steinbruch KuhlenbergLupe

Beschreibung

Pektolith ist ein relativ selten vorkommendes Mineral, das zu den Ketten- und Bandsilicaten gezählt wird. Reiner Pektolith ist farblos oder weiß. Die hellblaue bis weiße Varietät mit Wolkenstrukturen ist unter dem Namen Larimar bekannt. Die blaue Farbe wird durch Fremdbeimengungen mit Cobalt-Ionen erzeugt. Der Pektolith kristallisiert nach dem triklinen System. Klare Kristalle mit prismatischem Habitus sind eher selten. Häufiger kommen faserig-radialstrahlige Aggregate vor, deren Struktur man bei aufgebrochenen Stücken gut erkennen kann. Der Pektolith ähnelt dem Wollastonit, dieser kommt aber in anderen Paragenesen vor. Begleitminerale des Pektoliths sind unter anderem Datolith, Prehnit, Tobermorit oder verschiedene Zeolithe wie Thomsonit. Ein Pektolith wird von Säuren angegriffen und aufgelöst.

Larimar
Lupe
Larimar aus der Filipinas Larimar Mine in der Dominikanischen Republik
Der deutsche Mineraloge Franz von Kobell (1803–1882) fand das Mineral im Jahr 1828 erstmals bei Sano in den Ausläufern des Monte Baldo in der italienischen Region Trient. Er benannte es nach dem griechischen Wort pektos („gut zusammengesetzt“), da man einen Pektolith schlecht zu einem Pulver zermahlen kann.

Die schönsten Pektolithe aus Deutschland kommen aus dem Steinbruch Kuhlenberg bei Silbach im Sauerland-Rothaargebirge. Weitere Fundmöglichkeiten gibt es bei Steinperf in Hessen oder im Kaiserstuhl. Der hellblaue Larimar kommt weltweit nur an zwei Fundstellen vor: Die bekannte Filipinas Larimar Mine liegt in der Sierra de Baoruco in der dominikanischen Provinz Barahona. Die zweite Fundstelle befindet sich in Italien bei Fittà in der Region Venetien. Während der weiße Pektolith keine technische Bedeutung hat, wird der Larimar gerne zu Schmucksteinen verschliffen.
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