Gadolinit-Gruppe
engl. Cerite
Nach dem finnischen Chemiker Johan Gadolin (1760–1852)
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
X2Fe2+Be2O2(SiO4)2  X= (Y,Ce,Nd)
Silicate
schwarz, grünlich, bräunlich
grau
Glasglanz, Fettglanz
durchscheinenend bis undurchsichtig
6,5 – 7
4 – 4,6 g/cm³
sehr undeutlich
muschelig, splittrig

monoklin
monoklin-prismatisch
Gadolinit aus IvelandLupe

Beschreibung

Gadolinit von der Abichlalm
Lupe
Gadolinit-(Y) von der Abichlalm, Untersulzbachtal
Die Gadolinit-Gruppe bildet mehrere Seltenerden-Mineralien, die Yttrium-, Cer- oder Lanthan-Ionen enthalten können. In den Gadoliniten finden sich neben Yttrium und Cer auch Beimengungen von radioaktivem Thorium und von anderen Seltenerden-Elementen. Sie sind relativ hart und sind in undurchsichtiger Form oft tief schwarz, während die Kristalle im Durchlicht grünlich erscheinen. Es kommen Kristalle mit prismatischem oder tafeligem Habitus vor. Man findet auch derbe, massige oder eingewachsene Aggregate. Die Gadolinite zersetzen sich mit Salzsäure, sie verglimmen vor dem Lötrohr.

Der Name bezieht sich auf den finnischen Chemiker Johan Gadolin (1760–1852), der 1794 im Mineral „Ytterbit“ – dem Gadolinit-(Y) – das Element Yttrium entdeckte. Im Jahr 1800 benannte Klapproth den Ytterbit zu Ehren von Johan Gadolin um, nachdem er das Mineral chemisch untersucht hatte.

Die historischen Vorkommen in Ytterby bei Vaxholm in Schweden sind heute erschöpft. Man findet Gadolinit zum Beispiel in Iveland in Norwegen oder in Cuasso al Monte in der Lombardei. Auch im Gasteinertal und im Untersulzbachtal in Österreich kommt Gadolinit vor. Reiche Erzvorkommen gibt es in den USA, in Russland und in Japan.
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