Euxenit-Gruppe radioaktiv
engl. Euxenite
Nach dem griechischen Wort euxenos („gastfreundlich“)
Formel Euxenit-(Y)
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
(Y,Ca,Ce,U,Th)(Ta,Nb,Ti)2O6
Oxide
schwarz, grünlich, bräunlich
gelbbraun oder rötlich
Metallglanz, Fettglanz
undurchsichtig
6 – 6,5
5,3 – 5,9 g/cm³
keine
muschelig

orthorhombisch
orthorhombisch-dipyramidal
EuxenitLupe

Beschreibung

Zu den Mineralien der Euxenit-Gruppe zählen der Euxenit-(Y) und der Tanteuxenit-(Y) (Y,Ce,Ca)(Ta,Nb,Ti)2(O,OH)6, sowie weitere Yttriummineralien. Euxenit-(Y) ist aufgrund der enthaltenen Thorium- und Uran-Ionen leicht radioaktiv. Das Mineral hat eine hohe Dichte. Die Kristalle sind prismatisch geschichtet, oft sind sie aber durch die eigene Radioaktivität beschädigt oder zerstört. Die schwarzen oder grünlich-bräunlichen Kristalle haben keine Spaltbarkeit. Sie können bunt anlaufen. Es kommen auch derbe und körnige oder eingebettete Aggregate vor. Euxenit-(Y) wird durch heiße, konzentrierte Salzsäure und durch Schwefelsäure aufgelöst.

Das erste Mineral der Euxenit-Gruppe wurde in der norwegischen Provinz Sogn og Fjordane entdeckt. Der deutsche Chemiker Theodor Scheerer (1813–1875) vergab 1840 den Namen Euxenit. Das bezieht sich auf das griechische Wort euxenos („gastfreundlich“), da das Mineral gerne Elemente der Seltenerden-Metalle beherbergt. 1987 änderte die IMA den Namen auf Euxenit-(Y). Dieses wurde auch in anderen norwegischen Provinzen, in Tredalon und Högsbo in Schweden, sowie im Ober- und Untersulzbachtal in Österreich gefunden. Abbauwürdige Erzvorkommen gibt es unter anderem in China, Madagaskar, Brasilien, Kanada und in den USA. Das Mineral stellt ein bedeutendes Erz für die Zukunft dar, da die Seltenerden-Elemente in der Elektronikindustrie zunehmend benötigt werden.
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