Zerkleinern,
Pulverisieren
Beim Zerkleinern werden Feststoffe durch
die Einwirkung mechanischer Kräfte fein zerteilt. Dabei vergrößert
sich die Oberfläche des Stoffes und damit auch die Reaktionsgeschwindigkeit
bei chemischen Reaktionen. Zur groben Zerteilung von Stoffen eignen sich
Zangen, Hämmer oder große Mörser. Bei der Erzaufbereitung
werden auch Brecher verwendet. Es handelt sich dabei um große Maschinen,
die durch Druck oder Schlag das Erz zerkleinern.
Reibschale aus Porzellan
mit Pistill
Zerteilt man die Stoffe besonders fein,
erhält man ein Pulver. Das gängigste Gerät im chemischen
Labor dafür ist die Reibschale, eine starkwandige Schale aus Porzellan
mit einer rauhen Innenfläche. Bei besonders großen und hohen
Reibschalen spricht man auch von Mörsern. Zum Zermahlen der Stoffe
in einer Reibschale verwendet man einen kolbenförmigen Pistill. Man
nimmt den Pistill in die geschlossene Faust und zerquetscht den Stoff durch
schnelle Drehbewegungen. Bei großen Stoffstücken kann man den
Stoff auch durch Schlagen mit dem Pistill zerkleinern.
Das Pulverisieren von Stoffen findet vor
allem bei der Herstellung von Pigmenten
eine Anwendung. Je kleiner das Kristallkorn eines Pigments
ist, um so farbstärker ist es. Die optimale Kristallgröße
liegt zwischen einem Fünfhundertstel und einem Zweitausendstel Millimeter.
Die Rohsteine werden zunächst zerstoßen, dann in einer Mühle
gemahlen und anschließend gesiebt. Besonders feine Körnungen
erhält man, wenn man das gesiebte Pulver mit Wasser vermischt und
in einen Leinensack gibt. Durch Auspressen gelangen nur die feinsten Pigmentteilchen
durch das Leinen. Die Abtrennung des Produkts vom überstehenden Wasser
erfolgt durch Dekantieren (Beschreibung und Fotos
siehe unter >Lapislazuli).